Das grosse DAB-Swiss Newsarchiv 2016

Zu den aktuellen News!

29.12.16 - Radiotrouvaillen im digris DAB-Angebot
Dass der Netzbetreiber digris die Schweizer Radiolandschaft seit einigen Jahren mit einer noch nie dagewesenen Radiovielfalt aufmischt, ist bereits länger bekannt. Auf den DAB-Inseln, welche teilweise auch grössere Gebiete abdecken (bsp. Kanal 8C Lausanne),  finden sich zahlreiche Anbieter, welche auf UKW niemals eine Verbreitungschance gehabt hätten. Ein grosser Teil davon sind jedoch Alternativradios, welche sehr stark politisch motiviert sind, Ausbildungsradios oder Programme zu Glaubensthemen. Wer dies nicht mag, findet aber in den mittlerweile zahlreichen Programmangeboten diverse wahre Trouvaillen für den nicht mainstreamlastigen Musikgeschmack. Nachfolgend eine kleine Auflistung dieser besonderen Programme, in welche unbedingt einmal reingehört werden sollte.

digris dab-inseln schweiz 2016-12     digris logo gr

Die blau gekennzeichneten digris DAB-Inseln sind momentan bereits auf Sendung. (Quelle: Homepage digris)

Spoonradio
Jugendliches Rock- und Hardrockradio mit vielseitigem Programm und zahlreichen selten gehörten Titeln
Empfangbar auf den digris-Inseln: Zürich, Genf, Aarau, Basel, Winterthur-Schaffhausen, Unterwallis, Lausanne, Luzern-Zug-Nidwalden

Maxxima
Widmet sich der elektronischen Musik mit vielen neuen Titeln
Empfangbar auf den digris-Inseln: Genf, Basel, Unterwallis, Lausanne, Luzern-Zug-Nidwalden

radio smash logo 2016

Radio Smash
Spielt aktuelle, handverlesene Pophits, mit hohem Anteil von Schweizer Musik
Empfangbar auf den digris-Inseln: Aarau, Basel

Radio Tell
100% urchige Schweizer Volksmusik, Blasmusik und Alphornklänge während 24 Stunden im Tag, teilweise moderiert
Empfangbar auf den digris-Inseln: Aarau, Winterthur-Schaffhausen, Luzern-Zug-Nidwalden

Latinos FM
Temperamentvolle Perlen aus der internationalen Szene der Latinomusik
Empfangbar auf den digris-Inseln: Basel, Unterwallis

james fm logo

James FM
Die besten Pop-Evergreens, versetzt mit Hits von heute nach dem Motto „good times only“
Empfangbar auf den digris-Inseln: Luzern-Zug-Nidwalden

radio ouest logo 2016

Radio Ouest
Musikprogramm aus der Westschweiz, mit den aktuellen Hits und viel Musik aus dem frankophonen Raum
Empfangbar auf den digris-Inseln: Genf

PleinAir
Musikprogramm für Erwachsene, mit regionalen Informationen für Neuenburg und das Waadland
Empfangbar auf den digris-Inseln: Genf

7radio
Moderiertes Vollprogramm mit den aktuellsten Hits, Kulturellen Themen, Sport und regionalen Informationen
Empfangbar auf den digris-Inseln: Genf, Lausanne

Vibración Latina
Tropische Musik nonstop, mit aktuellen und evergreen Hits
Empfangbar auf den digris-Inseln: Lausanne

Radio Net+
Musikradio mit handverlesenen, teils auch unbekannteren Pophits der 70er-90er
Empfangbar auf den digris-Inseln: Unterwallis

World Radio Switzerland (WRS)
Nachrichten- und Kulturradio aus der UNO-Stadt Genf, in englischer Sprache
Empfangbar auf den digris-Inseln: Genf, Basel, Winterthur-Schaffhausen, Unterwallis, Lausanne, Luzern-Zug-Nidwalden

radio 4tng logo

Radio 4TNG (For the next generation)
Plattform für Nachwuchsmusiker, unbekanntere Bands, Newcomer und Jugendthemen
Empfangbar auf den digris-Inseln: Zürich, Winterthur-Schaffhausen

Country Radio Switzerland
Handverlesene Countrymusik aus der internationalen, aber auch der Schweizer Szene, teilweise moderiert
Empfangbar auf den digris-Inseln: Zürich

Magic Radio
Elektronische Musik für 15 bis 35jährige, versetzt mit anderen Musiksparten
Empfangbar auf den digris-Inseln: Genf, Unterwallis, Lausanne

pirates radio logo

Pirates Radio
Erster „legaler Piratensender“ der Schweiz mit handverlesener Musik für die Zielgruppe der 30 bis 49jährigen
Empfangbar auf den digris-Inseln: Lausanne

IP music
Musikradio für die Französischsprechenden in der Schweiz mit Pop, Rock und Easy Listening, für 40-65jährige
Empfangbar auf den digris-Inseln: Genf, Basel, Unterwallis, Lausanne, Luzern-Zug-Nidwalden

Zahlreiche dieser Anbieter werden künftig auch noch auf weiteren DAB-Inseln zu hören sein. Dank digris können sich kleine, nichtkommerzielle Anbieter heutzutage eine terrestrische Verbreitung leisten, was bei der Preisgestaltung von SwissMediaCast, der SRG oder Romandie Médias SA schlichtweg unmöglich wäre. Man darf also getrost von einer wahren Bereicherung der Schweizer Radiolandschaft sprechen. Hier hat die Technologie von DAB+ tatsächlich erreicht, was sie immer versprochen hat: mehr Vielfalt im Äther und bessere Verbreitungsmöglichkeiten für kleinere Anbieter.

Internet: http://www.digris.ch

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16.12.16 - So startet Digitalradio DAB+ im grenznahen Elsass
Nach der behördlichen Ausschreibung von weiteren DAB-Inseln in Frankreich, wurden nun die Anbieter für die einzelnen Ensembles ausgewählt. Jetzt geht es zügig voran, mit dem Ausbau der DAB-Plattformen. Interessant sind dabei die zwei geplanten Ensembles für den Grossraum Strasbourg und Mulhouse. Diese könnten in grenznahen Gebieten durchaus empfangen werden. Spannend ist auch die Diskussion, ob für die Versorgung sogar noch der Deutsche Standort Hornisgrinde in Frage kommen könnte. In Sachen Sendestandorte sind jedoch momentan nur Gerüchte bekannt. Eine konkrete Netzplanung ist noch nicht öffentlich zugänglich.

Karte vergrössern!     csa logo

Die geplanten DAB-Ensembles im Elsass. Karte zum Vergrössern. Quelle: Conseil supérieur de l’audiovisuel (CSA)

Folgende Anbieter finden sich in den künftigen Ensembles, welche für die grenznahe Schweiz von Interesse sein könnten:

13 Programme für Strasbourg regional, Kanal 6D

accent 4

rcf alsace

radio nova

oui fm

radio classique

tsf jazz

crooner radio

skyrock

radio fg

generations

latino fm

mfm radio

sud radio

 


Catégorie A
Radio Accent 4, la Musique Classique en Alsace
RCF Alsace

Catégorie D
Radio Nova
Oüi FM
Radio Classique
TSF Jazz
Crooner Radio
Skyrock
Radio FG
Générations
Latina FM
MFM Radio

Catégorie E
Sud Radio

12 Programme für Mulhouse lokal, Kanal 11D

azur fm

magnum la radio

radio star

radio dreyeckland

top music

cerise fm

flor fm

radio ecn

radio maria france1

radio orient

virage radio

jazz radio

 

 


Catégorie A
Azur FM 67/Azur FM 68

Catégorie B
Magnum la radio
Radio Star
Radio Dreyeckland
Top Music
Cerise FM
Flor FM
Radio ECN

Catégorie D
Radio Maria France
Radio Orient
Virage Radio
Jazz Radio

Komischerweise können sich auch in Frankreich der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die grossen Anbieter wie NRJ, Nostalgie oder RTL nicht zu einer DAB-Verbreitung durchringen. Das bietet den kleineren Radiostation die Chance, jetzt ein erfolgreiches Digitalradionetz über das ganze Land aufzubauen und sich so einen Vorsprung zu verschaffen.

Weitere lokale Ensembles sind die Folgenden:

Kanal 6C - Strasbourg
Kanal 7C - Strasbourg
Kanal 7A - Wissembourg
Kanal 5D - Sélestat
Kanal 11C - Colmar

Mit einem Sendestart im Verlaufe des ersten Halbjahres 2017 darf nun tatsächlich gerechnet werden. Weitere Informationen folgen, sobald sie verfügbar sind.

11.12.16 - Neuer Tunnel im Jura mit DAB+ ausgerüstet
Im Kanton Jura befindet sich der jüngste, mit DAB+ ausgerüstete Nationalstrassentunnel der Schweiz. Es ist bereits der 44. von insgesamt 203 Strassentunnels im Land, in welchem das Digitalradio gehört werden kann. Am 05. Dezember 2016 wurde an der A16, der sogenannten Transjurassienne, der neue, 3'200m lange, moderne Tunnel Choindez bei Delémont von Bundesrätin Doris Leuthard feierlich dem Verkehr übergeben. Darin sind SRG Kanal 12A und RMS Kanal 10B für die Westschweiz zu hören. Ansonsten sind die Juratunnels leider noch alle "stumm".

09.12.16 - Deutschland gönnt sich eventuell schon 2017 einen 2. Bundesmux
In Deutschland stehen die Zeichen momentan gut für ein zweites, nationales DAB+ Ensemble (2. Bundesmux). Die Ministerpräsidentenkonferenz der Deutschen Bundesländer hat gestern einem solchen Vorhaben zugestimmt. Die nötigen Kanalkapazitäten wurden dabei beschlossen. Bereits heute wurde mit der Ausschreibung der Kapazitäten begonnen, sodass dieses Ensemble mit 15 national ausgerichteten Programmen eigentlich ab Mitte 2017 im Äther starten könnte. Die Eingabefrist bei der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (SLM), welche als zuständig erklärt wurde,  läuft bis am 24. Februar 2017. Gesendet wird vorerst auf verschiedenen Kanälen im ganzen Land. Später, wenn der Polizeifunk die anstehenden Änderungen seines Netzes vorgenommen hat, könnte der 2. Bundesmux dann flächendeckend auf Kanal 5A wechseln.

Die Anbieter Kultradio, momentan nur im Freistaat Bayern über DAB+ verbreitet, und ERF Pop, haben bereits Interesse an den Programmplätzen angemeldet. Ebenfalls der Bauer Verlag aus Hamburg (Bauer Media Group) und der als Immobilienunternehmer arbeitende Steffen Göpel aus Leipzig, haben grosses Interesse an zusätzlich DAB-Kapazitäten bekundet. Mit welchen Sendern das Ensemble dereinst starten wird, ist momentan noch nicht bekannt. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass es nicht gleich mit einer heute so kompakten Abdeckung wie beim 1. Bundesmux starten wird. Gemäss den vorliegenden Dokumenten begnügt man sich am Anfang mit 40% Bevölkerungsabdeckung, welche ab 2019 auf 70% gesteigert werden sollte. Darum ist es auch noch fraglich, ob das Angebot bereits ab 2017 in der Schweiz gehört werden kann. Dazu bräuchte es grenznahe Sender wie den Feldberg, den Blauen, den Wannenberg, Donaueschingen, den Raichberg, Hochrhein oder den Pfänder (A). Es werden ausschliesslich Hauptsender mit mindestens 10kW Leistung eingesetzt, welche prioritär die Agglomerationsgebiete versorgen.

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So könnte sich die Abdeckung zum Start des 2. Bundesmux ungefähr präsentieren. Grafik zum Vergrössern. (Quelle: Radioszene)

Ganz im Schatten der Ereignisse, nimmt der SWR seinerseits, für den Kanal 8D, am 15. Dezember 2016 die zwei grenznahen Sender Wannenberg und Eggberg in Betrieb. Diese zwei Anlagen erhöhen die Empfangsqualität in grenznahen Schweizer Gebieten merklich.

Gespannt können wir also 2017 über die Grenze nach Deutschland blicken, wobei sich ja auch SwissMediaCast (SMC) für zusätzliche Kapazitäten bei uns in der Schweiz beworben hat. Hierzulande könnte tatsächlich bald ein zweites Deutschschweizer-Ensemble starten. Die Bewilligung des BAKOMs steht dafür jedoch momentan noch aus.

02.12.16 - Energy Spartenprogramme jetzt offiziell gestartet
Die Energy Gruppe, welche sich momentan gerade als Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich formiert, lancierte per 01. Dezember 2016 insgesamt fünf neue DAB+-Radiosender. Die Musik-Formate der einzelnen Radiosender gehen von entspannter Pop-Musik über die grössten Rock-Klassiker, Chillout & Easy Listening bis hin zu zeitloser klassischer Musik und den besten Hits der 70er- und 80er-Jahre. Hier stellen wir alle Channels kurz vor:

energy luna logo

Luna Radio ist der neue Musiksender zum Entspannen. Gespielt werden die beliebtesten Pop-Songs der letzten drei Jahrzehnte, gepaart mit den grossen aktuellen Songs. Norah Jones, Sting oder Adele liefern den idealen Soundtrack für einen stressfreien Tag. Das Format luna ersetzt voraussichtlich im Januar 2017 das bisherige, auf SMC Deutschschweiz-Kanal 7D sendende LandLiebe Radio.

http://www.lunaradio.ch

energy classix logo

Classix Radio spielt zeitlose Musik zum Geniessen von Bach über Verdi bis Ludovico Einaudi. Musikliebhaber kommen während 24 Stunden in den Genuss grosser Kompositionen und berühmter Werke der klassischen Musik interpretiert von den namhaften Künstlern der Klassikszene wie Anne Sophie Mutter, Lang Lang oder Anna Netrebko.

http://www.classixradio.ch

energy vintage logo

Vintage Radio spielt die grössten Musikhits aller Zeiten. Die Musikauswahl umfasst von Supertramp, Tina Turner, Prince bis hin zu Roxette und R.E.M. alle grossen Hits der mittlerweile klassischen Jahrzehnte der Popkultur von den 60er- bis in die 90er-Jahre.

http://www.vintageradio.ch

energy radio del mar logo

Radio Del Mar verwöhnt die Hörer mit entspannten Wohlfühl-Chillouts bekannter Pop- und Jazzsongs, Tropical & Soft House sowie Ambiente & Easy Listening. Die Stars dieses Formats sind DJs und ihre Compilations wie Café Del Mar oder Bar Lounge Classics.

http://www.radiodelmar.ch

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Rockit Radio ist das Rockradio mit den grössten Rocksongs aller Zeiten. Eine Musikauswahl mit 100% handverlesener und feinster Rockmusik nonstop. Die Playlist umfasst die Milestones der Rockgeschichte: AC/DC, U2, Red Hot Chili Peppers oder Kings of Leon.

http://www.rockitradio.ch

Mit diesen fünf Spartenprogrammen wird die Schweizerische Digitalradiolandschaft wesentlich attraktiver, denn ein solches Angebot wurde in Fachkreisen schon lange gefordert. So stellt DAB+ gegenüber UKW auch wirklich einen Mehrwert dar. Momentan laufen jedoch nach unseren Beobachtungen noch nicht die endgültigen Progamme. Bleibt zu hoffen, dass die einzelnen Angebote dereinst auch wirklich eine grosse, vielseitige Rotation aufweisen werden, welche nicht beliebig mit Internet-Spartensendern ausgetauscht werden kann. Ansonsten finden sich auf den geographisch begrenzten DAB-Inseln von digris noch mehr Spartenprogramme, welche im kleinen Rahmen sehr sorgfältig gestaltet und zusammengestellt werden. Beispielsweise James FM, Spoon Radio, Radio Smash, IP Music, Latinos FM, Radio 4TNG, Country Radio Switzerland oder Pirates Radio und viele mehr.

Ausser luna (bisher LandLiebe Radio) senden alle Programme über die regionalen Ensembles auf den Kanälen 7A, 9B und 8B.

Internet: https://energy.ch/radio/article/fuenf-neue-dab-radiosender-fuer-die-deutschschweiz

30.11.16 - Empfangsverbesserungen im 3. Layer von SwissMediaCast
Netzbetreiber SwissMediaCast (SMC) hat es anlässlich des vergangenen DAB-Changedays bereits angekündigt: der dritte, regionale DAB+ Layer wird morgen, 01. Dezember 2016 merklich aufgerüstet. Ganz besonders macht sich dies in den Ensembles Ostschweiz, auf Kanal 9B, Bern-Freiburg-Solothurn, auf Kanal 8B, und im Deutschschweiz-Ensemble, auf Kanal 7D, bemerkbar. Das Nordschweiz-Ensemble auf Kanal 7A, erhält nur einen zusätzlichen Sender im Urnerland. Nachfolgend präsentieren wir Ihnen die bisherigen und künftigen Abdeckungen der SMC Regionalensembles, gerechnet ohne Berücksichtigung der Reflektionen an den Bergen.

Folgende Aufschaltungen erfolgen morgen, Donnerstag (Karten zum vergrössern):

Layer D03 Nordschweiz - Kanal 7A
- Attinghausen-Schiltwald

Karte vergrössern!     Karte vergrössern!

Bis 30.11.16 / Ab 01.12.16

Layer D03 Ostschweiz - Kanal 9B
- Weiningen Haslibuck (Frauenfeld)
- Ottenberg
- Flurlingen Cholfirst (Schaffhausen)
- Sirnach
- Wattwil (Chapf)

Karte vergrössern!     Karte vergrössern!

Bis 30.11.16 / Ab 01.12.16

Layer D03 Bern-Freiburg - Kanal 8B
- Brienz-Wellenberg
- Matten b. Interlaken-Rugen
- Burgdorf Rothöchi

Karte vergrössern!     Karte vergrössern!

Bis 30.11.16 / Ab 01.12.16

Layer D02 Deutschschweiz - Kanal 7D
- Brienz-Wellenberg
- Matten b. Interlaken-Rugen
- Fischenthal Waldberg (Steg-Tösstal)

Dank diesen Senderaufschaltungen verbessert sich in vielen Gebieten der Empfang der auf den dritten Layer verschobenen SRG-Programme Swiss Classic und Swiss Jazz wieder etwas. Couleur 3, Option Musique und die neuen Musikprogramme aus den Häusern Radio 24, Radio Argovia und Energy (NRJ), gewinnen damit ebenfalls einiges an potentiellen Hörerzahlen dazu. Profitieren dürften aus geographischer Sicht  besonders die Kantone St. Gallen, Thurgau und Schaffhausen, das Zürcher Tösstal, das westliche Berner Oberland und das Urner Haupttal.

Über die neuen Energy-Programme aus dem Hause Ringier berichten wir, sobald irgendwelche Informationen verfügbar sind oder die bereits im Radiotext angekündigten Webseiten aufgeschaltet werden. Offiziell sollen diese ja auch morgen Donnerstag starten.

29.11.16 - Entscheid über neue Schweizer DAB+ Kapazitäten erst 2017
Gemäss kurzer Mitteilung von René Wehrlin, vom Bundesamt für Kommunikation (BAKOM), fällt der Entscheid über neue DAB+ Kapazitäten in der Schweiz definitiv erst Anfang 2017. Es geht dabei um ein zweites, landesweites Ensemble von SwissMediaCast (SMC), um das Regionalnetz von Digital Oberland (Radio BeO) und um eventuelle weitere Gesuche für zusätzliche DAB-Kapazitäten. Man darf also weiterhin gespannt sein, wer sich im vergangenen Frühling definitiv auf die Interessensabklärung gemeldet hat und wie das BAKOM die Zukunft von DAB+ in der Schweiz weiter ausgestaltet.

Grafik vergrössern!     bakom

Grafik DAB+ Bedeckungen in der Schweiz zum vergrössern! Quelle: Positionspapier Drahtlos-terrestrische Verbreitung von Radioprogrammen im DAB+-Format (BAKOM).

Eine Spekulation von uns: sollte SMC tatsächlich einen zweiten Deutschschweizer Kanal aufbauen dürfen, würden vielleicht dann auch die Bitraten der Programme wieder verbessert und Slideshows eingeführt. SRF 1, Swiss Classic, Swiss Jazz oder Energy Classix könnten dann auf diesen Kanal wechseln und in geeigneter Qualität  (96kbit/s aufwärts) ausgestrahlt werden. Aber wie gesagt, das ist ein wünschenswertes, spekulatives Szenario unsererseits, welches schlussendlich durch finanzielle Aspekte entschieden wird.

26.11.16 - Tiefere Bitraten bei SMC und SRG: Fluch oder Segen?
Der vergangene DAB-Changeday hat eines überdeutlich gezeigt: die verschiedenen Akteure, insbesondere SwissMediaCast (SMC) und die SRG setzen bei der Ausstrahlung ihrer DAB+ Programme stärker auf Quantität als auf Qualität. Das stösst manch Einem im Land sauer auf. Während die SRG in ihren laufenden Programmen fälschlicherweise immer wieder die bessere Tonqualität des Digitalradios gegenüber UKW hervorhebt, setzte sie bei fast allen Programmen kurzerhand die Bitraten empfindlich hinunter. Da kann doch etwas nicht aufgehen? Klar kann man argumentieren, dass man mit dem ausgeklügelten Soundprocessing noch vieles retten kann, bei diesem fungiert jedoch die SRG nicht unbedingt an erster Stelle (siehe Beitrag vom 02.11.16). Zugunsten von mehr Programmen auf den einzelnen Kanälen hat man zahlreiche SRG-Programme neu auf 64kbit/s gesetzt. Für ein Programm wie Swiss Classic, wo es um feine, leise Töne von vielen Einzelinstrumenten geht, ist dieser Rückschritt durchaus schmerzhaft. Auch das hörerstärkste Schweizer Programm, SRF 1, hätte durchaus eine bessere Bitratenbehandlung verdient. Die Klagen der Radiokonsumenten mehren sich. Zudem haben auch viele Hörer mit dem Regionallayer D03 viel schlechterem Empfang. Bei diesem Problem gelobt jedoch SMC rasche Besserung.

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Die nun nicht mehr angebotenen Slideshows bei den Musikprogrammen der SRG (Foto: Stefan Grünig) und Swiss Classic: hier schmerzt die Reduktion der Bitraten besonders (Grafik: Webseite Swiss Classic).

Nun, die Frage bleibt, ob sich SRG und SMC mit den tiefen Bitraten nicht einen Bärendienst erweisen. Man will die Zitrone einmal mehr ausquetschen, bis kein Tröpfchen mehr fällt. Will heissen: je mehr Programme auf einen Kanal gequetscht werden können, desto höher sind die Einnahmen und die Rendite. Dafür opfert man sogar ein weiteres Aushängeschild von DAB+, welches in den kommenden Jahren durchaus an Beliebtheit gewonnen hätte: die Slideshows und Zusatzdienste. Genau da ist die neue Technologie eigentlich stark und brächte viele zusätzliche Informationen visuell auf das Radiogerät. Die SRG hat diesen Dienst nun vorläufig ersatzlos gestrichen.

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Auf dem Mono-Empfänger fallen die tiefen Bitraten nicht gross auf. Für ein Klassikprogramm sind jedoch 64kbit/s eindeutig zu mager!
(Fotos: Stefan Grünig)

Bleibt abzuschätzen, ob den Hörern eine grössere Vielfalt von Programmen oder eine angenehme Tonqualität wichtiger ist. Klar ist es toll, dass man Couleur 3 und Option Musique jetzt auch im hintersten Bündner Bergtal hören kann und die SRF 1 Regionaljournale allesamt beinahe flächendeckend empfangen werden können. Doch ist das wirklich nötig? Brauchen wir in der Schweiz so oft das selbe SRF 1 Programm, welches nur während ganz kurzen Zeiten im Tag variiert. Es gäbe tatsächlich andere Möglichkeiten, die Regis schweizweit auszustrahlen, ohne dabei den Kanal 12C total damit «zuzumüllen». Die pfannenfertige Lösung hat beispielsweise ein Nutzer des Schweizer Radioforums sauber zusammengefasst:

«Man könnte ja ein Bandbreitenmanagement "light" fahren.», schlägt der technisch versierte User mit dem Nicknamen Radio354 vor.

«Das bedeutet im Einzelnen: die Bandbreite aller Programme, ausser Radio SRF 1, bleibt immer konstant. Somit wäre das Verfahren schon mal nicht ganz so kompliziert wie das Deutsche 90elf Verfahren.

Radio 354 weiter: «Das Programm Radio SRF 1 wird mit 96kbit/s in einem Stream gesendet, auf welchen alle regionalen SRF 1 Kennungen verweisen. In den regionalen Sendezeiten wird auf 7x 40kbit/s in Mono auseinandergeschaltet. Das macht 280kbit/s, im Gegensatz zu den 448kbit/s, die nun für Radio SRF 1 verwendet werden. Es würde zwar ausserhalb der regionalen Sendezeiten die Differenz von 280kbit/s und 96kbit/s - gleich 184kbit/s - auch verschenkt, allerdings wären nun 168kbit/s dauerhaft für die anderen Programme mehr verfügbar. Das wären dann 21kbit/s Bandbreite mehr, wenn ich mal SRF 2 Kultur nichts dazugebe und die 96kbit/s beibehalte. Also für die anderen 16kbit/s dauerhaft mehr Audiobandbreite und die 8x5kbit/s Differenz - macht 40 - könnten dann auch noch Verwendung finden.»

Soviel zu dieser kleinen Bitratenrechnerei, welche deutlich aufzeigt, dass der Einsatz dynamischer Bitraten problemlos umsetzbar wäre. Der Forumsbenutzer hat dieses Vorgehen der SRG bereits vorgeschlagen, ist damit jedoch wortwörtlich auf kein Musikgehör gestossen.

Aus all diesen Gründen kann man zusammenfassen: der 15. November 2016 hat der Schweiz zwar ein grösseres Angebot an DAB+ Programmen gebracht, dafür jedoch eine teilweise Verschlechterung der Empfangsmöglichkeiten und empfindliche Einbussen bei der Qualität der öffentlich-rechtlichen Programme, welche eigentlich zum Grundangebot gehören und eine Vorbildfunktion für die neue Technologie innehalten.

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Audio-Analyse beim Programm Swiss Classic mit dem Radio-Player (Symbolbilder).

Glücklicherweise gibt es da noch den Anbieter digris, auf dessen DAB-Inseln konstant mit einer Qualität von 80kbit/s gesendet wird. Das sollte eigentlich spür- und hörbar sein, besonders wenn die einzelnen Anbieter, wie James FM oder Maxxima, noch Wert auf ein qualitativ hochstehendes Soundprocessing legen. Bei diesen «Herzblutradiomachern» investiert man viel mehr Zeit in die Qualität als bei der grossen, öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt und bei den kommerziellen Schweizer Privatradios. Irgendwie paradox!

Der Fairness halber muss an dieser Stelle aber noch erwähnt werden, dass diese Qualitätsverschlechterung aufgrund niedrigerer Bitraten wirklich nur bei qualitativ gutem Audioequipment auffällt und nicht beim sehr häufig verwendeten «Mono-Radiöli» in Küche oder Büros.

23.11.16 - DAB+ Start im UPC-Kabelnetz von Luzern
Wie gestern bereits angekündigt, startet Morgen, 24.11.16, das DAB+ Cable Testangebot von UPC in der Agglomeration Luzern. Gemäss Angaben des Kabelnetzbetreibers wurden die betroffenen Kunden bereits im Vorfeld orientiert. Das UKW-Angebot wird abgeschaltet, dafür sind neu die unter folgendem Link gelisteten 68 DAB+ Programme im Frequenzbereich 240-260 MHz mit je 56kbit/s zu empfangen:

https://www.upc.ch/de/support/produktuebersicht/fernsehen/digital/dab-plus-cable/ (Senderliste)

Dabei handelt es sich vorwiegend um Schweizer Privatradios und die Angebote der öffentlich-rechtlichen SRG. SRF 1 wird im Kabelnetz erfreulicherweise weiterhin ohne Regionaljournale ausgestrahlt. Ebenfalls mit an Bord sind sechs Programme der englischen BBC. Wie gemeldet, kann das Angebot nur mit speziellen Geräten gehört werden, welche einen erweiterten Empfangsbereich aufweisen.

upc logo dab banner

Screenshot: UPC.

Gemäss Beobachtungen von DXern des Schweizer Radioforums, wurde das DAB+ Cable Angebot in Luzern bereits heute Abend aufgeschaltet. Weitere Regionen folgen gemäss UPC auf unbestimmte Zeit, falls die Tests positiv ausfallen.

22.11.16 - Start von DAB+ im UPC-Kabelnetz in Griffnähe
Im Zuge der Umstellung des terrestrischen (durch die Luft verbreiteten) Rundfunks in der Schweiz auf den digitalen Standard DAB+, springen nach und nach auch die Anbieter von Kabelnetzen auf diesen Zug auf, mit dem Ziel den Frequenzbereich zwischen 87,5 und 108,0 MHz (UKW) in absehbarer Zeit auch im Kabel aufzugeben. Wir berichteten.

In den kommenden Tagen, wahrscheinlich am 24. November 2016, startet nach Citycable aus Lausanne, auch die UPC (früher Cablecom), als grösster Kabelnetzbetreiber der Schweiz, versuchsweise mit dem DAB+ Angebot. Gemäss den uns vorliegenden Informationen soll dieser jetzt erweiterte Test im Raum Luzern auf einem der UPC Kabelnetze stattfinden. Um das Angebot empfangen zu können, benötigt man einen speziellen DAB-Empfänger, welcher den Frequenzbereich zwischen 174 und 260 MHz abdeckt. «Normales», terrestrisches DAB+ deckt nur den Bereich von 174 bis 230MHz ab. Angeboten werden zwei entsprechende Geräte mit den nötigen Anschlussmöglichkeiten bereits jetzt, hier. Auf dieser Seite befindet sich ebenfalls eine Bedienungsanleitung für die Verbindung mit der Kabeldose.

Palotec P Tec Pilatus     upc logo

Der Palotec P Tec Pilatus, ist eines der bei UPC  angebotenen DAB+ Cable Geräte. Quelle: UPC.

Ob zu diesem Zeitpunkt im betroffenen Kabelnetz auch gleich das UKW-Angebot abgeschaltet wird, ist noch nicht ganz klar. Sicher ist jedoch, dass der erweiterte Frequenzbereich dazu dient, keine Interferenzen (Störungen) mit dem terrestrischen Radio zu verursachen. Auch über das Programmangebot kann derzeit nur spekuliert werden. Seit einiger Zeit läuft ja bei UPC in Luzern das nachfolgende Testensemble mit zahlreichen Stationen aus dem Ausland.

rai radio 1

rai radio 2

rai radio 3

orf radio 1

orf radio vorarlberg

hitradio ö3

bayern 1

bayern 2

bayern 3

bbc radio 1

bbc radio 2

bbc radio 3

bbc radio 4 fm

bbc world service

france culture

france inter

france musique

swr1

swr2

swr3

 


Testausstrahlungen im oberen Frequenzbereich wurden auch schon in anderen Kabelnetzen beobachtet. Die Testphase soll laut UPC 18 Monate dauern. Von Seiten der UPC sind momentan zu diesem Thema leider noch absolut keine weiteren Informationen zu erhalten. DAB-Swiss informiert, sobald es Neuigkeiten gibt.

Hier haben wir für Sie die Anschlussanleitung von UPC als PDF-Dokument bereitgestellt.

17.11.16 - Zwei Westschweizer A1-Tunnels neu mit DAB+
Wie unsere Empfangsmelder mitteilen, ist das Digitalradio DAB+ nun in weiteren Tunnels der A1 verfügbar. Diesmal handelt es sich um zwei Aufschaltungen in der Westschweiz. In den Tunnels Combette (Murten) und Vignes (Mücnhenwiler-Courgevaux) sind neu die Kanäle RMS 10B (Westschweiz), SRG 12A (Westschweiz) und SRG 12C (Deutschschweiz) aufgeschaltet. SMC Kanal 7D (Deutschschweiz) und 8B (BE-FR-SO) sind jedoch in diesem Abschnitt nicht dabei. Damit ist nun in der Schweiz der Empfang von DAB+ bereits in 43 Nationalstrassentunnels möglich.

Danke für die immer prompten, zuverlässigen Meldungen!

15.11.16 - Viele Änderungen am Schweizer DAB+ Changeday
Gestern fand es nun also statt, das grosse Sesselrücken im Äther. Die SRG-Programme wurden punkt 14:15 Uhr neu gegliedert und der DAB (alt) Modus ist seither verstummt. Alles hat bestens geklappt, wofür den Verantwortlichen ein grosses Lob gilt. Das ganze wurde in den laufenden Programmen der SRG entsprechend zelebriert und gefeiert. Aber auch zahlreiche private Anbieter hatten gestern Grund zum feiern, wie wir ja in den vergangenen Tagen bereits angetönt hatten.

dab logo mit schweizerfahne

Auf den SwissMediaCast (SMC) Ensembles wurden zahlreiche neue Programme aufgeschaltet.

Konkret im Layer D03 für die Nordschweiz (Kanal 7A), die Ostschweiz (Kanal 9B) und Bern-Freiburg-Solothurn (Kanal 8B). Hier senden neu die folgenden Spartenkanäle:

- Classix Radio
- Radio del Mar
- Rockit Radio
- Vintage Radio
- Radio Argovia Hitmix
- Radio 24 Charts

Diese Spartenprogramme laufen momentan jedoch grösstenteils noch nicht mit dem regulären Programm. Dieses startet dann erst am 01. Dezember 2016 offiziell. Auch die im Lauftext angezeigten Webseiten sind momentan noch nicht aktiv. Gemäss unseren Angaben, stammen die Kanäle aus dem Hause Energy/Ringier und der AZ Mediengruppe.

Die Programme Radio Zürisee und Energy Bern haben gleichzeitig auf den sprachregionalen Layer D02 für die Deutschschweiz (Kanal 7D) gewechselt. Auf SMC-Nordschweizkanal 7A und SRG-Graubündenkanal 12D sendet neu auch Radio Südostschweiz, bei dessen Belegschaft man sich entsprechend freut: „Seit heute können uns auch Heimwehbündner und Graubünden-Liebhaber aus dem Unterland empfangen. Wir sind neu nämlich auf DAB+ zu finden. Herzlich willkommen liebe Zürcher, Luzerner, Basler, Zuger, Liestaler, Solothurner oder auch Schwyzer. Radio Südostschweiz sendet ab heute in der ganzen Nordschweiz über DAB+. Wir sind schon ganz aus dem Häuschen!“, wird da etwa auf der Webseite stolz verkündet.

radio südostschweiz banner

Neu sind von der SRG die SRF1-Programme mit sämtlichen Regionaljournalen in den sprachregionalen Ensembles zu finden, was nicht überall auf Verständnis stösst. In der Deutschschweiz, werden im Layer D03, inkl. Oberwalliskanal 11C, neu die Programme Swiss Classic, Swiss Jazz Couleur 3 und Option Musique ausgestrahlt. SRF3 und SRF4 News werden im Gegenzug neu auch in der West- und in der Südschweiz (Kanäle 10B und 12A) verbreitet. In der Westschweiz kam ebenfalls das Jugendprogramm SRF Virus dazu. Im Tessin sind nun auch die privaten Anbieter Fiume Ticino und R3i auf SRG-Kanal 12A vertreten.

radio fiume ticino logo     radio r3i logo

Als einziger Verlust kann bezeichnet werden, dass das Klassik- und Kulturprogramm RTS Espace 2 in der Deutschschweiz nun nicht mehr grossflächig zu hören ist und dass man als Zuhörer beim eingestellten Programm SRF1+ nicht mehr vor den regionalen Informationen flüchten kann. Zudem hat uns die SRG auf die Frage, wie es denn nun mit Slideshows und Zusatzdiensten weitergehe, folgenden negativen Bescheid übermittelt: „Die Zusatzdienstleistungen werden momentan auf Grund der beschränkten Bandbreite nicht übertragen. Die SRG prüft zur Zeit die Aufschaltung von TPEG. Der Entscheid ob die SRG in Zukunft TPEG ausstrahlen wird, wird im Jahr 2017 gefällt." Leider hat man bei der SRG auch die Bitraten kräftig nach unten geschraubt, welche gemäss den Angaben im Schweizer Radioforum zum Vergleich wie folgt aussehen:

- SRF1 80 kbps > 64 kbps
- SRF3 80 kbps > 72 kbps
- SRF4 64 kbps > 56 kbps
- SRF Virus 80 kbps > 72 kbps
- SRF Musikwelle 80 kbps > 72 kbps
- Swiss Pop 72 kbps > 64 kbps
- Swiss Jazz 72 kbps > 64 kbps
- Swiss Classic 96 kbps > 64 kbps

srg teilbereiche 2016

Die Geschäftsbereiche und Programme der SRG nach Sprachregionen.

Vielleicht könnte diese Reduktion in näherer Zukunft mit besserem Soundprocessing wettgemacht werden. Dazu ist jedoch momentan nichts bekannt.

Mehr Informationen dazu auf unserer Programmseite.

Der Kommentar:
Der gestrige Tag war also doch für diverse Überraschungen gut. Die Vielfalt auf DAB+ in der Schweiz ist ohne Wenn und Aber deutlich grösser geworden. Spartenprogramme bereichern künftig das Angebot. Doch leider wurden hüben und drüben auch einige Falschaussagen verbreitet, welche so einfach nicht stimmen. Nachfolgend nur drei Richtigstellungen:

  • Falschbehauptung 1: Die über DAB+ verbreiteten Radioprogramme tönen jetzt viel besser. Richtig ist: DAB+ klingt aufgrund von niedrigen Bitraten nicht unbedingt besser als UKW, bloss das Hintergrundrauschen fehlt. Bei der SRG wurden ja sogar noch tiefere Bitraten gewählt.
  • Falschbehauptung 2: DAB+ verbraucht weniger elektrische Energie und ist somit eine grüne Technologie. Richtig ist: Es müssen für die Versorgung weniger Sender eingesetzt werden. Das bringt Einsparungen bei den Anbietern und Netzbetreibern. DAB+ Radios benötigen jedoch beim Verbraucher mehr Energie, also eine Verlagerung der Verbrauchs (wobei natürlich die Senderenergie über’s Ganze gesehen schon stärker ins Gewicht fällt als die Empfängerenergie).
  • Falschbehauptung 3: Bei DAB+ werden nützliche Zusatzdienste wie Wetterberichte, Verkehrsinfos oder andere visuelle Informationen übertragen. Richtig ist: Ja, das wäre grundsätzlich möglich, wird aber in der Schweiz zugunsten von mehr Programmplätzen kaum eingesetzt.

Bei aller Euphorie darf man also durchaus auch einen kritischen Blick auf die neue Technologie werfen. DAB+ hat viele, gewichtige Vorteile, aber natürlich auch Nachteile. Sehr störend ist die Tatsache, dass die SRG nun den Kanal 12C mit Regionaljournalen vollstopft, auf welchen grösstenteils ein identisches Programm läuft. Dafür wurden die Bitraten beinahe durchwegs empfindlich nach unten geschraubt. Das tut Programmen wie Swiss Classic, Swiss Pop oder SRF1 nicht wirklich gut und stellt eine ganz klare Verschlechterung der Qualität dar, auch wenn man mit dem Soundprocessing noch vieles „retten könnte“. Im gleichen Zuge werden auch die Slideshows und Zusatzdienste in absehbarer Zeit nicht weiter ausgebaut. Lieber 1-2 Programme weniger pro Ensemble, dafür aber mehr Soundqualität mit Slideshows, das wäre wünschenswert! Weniger wäre hier eindeutig mehr.

stefan grünig

Stefan Grünig, Betreiber der Plattform DAB-Swiss.

Nichts desto trotz: das ist jammern auf hohem Niveau, besonders wenn man ins Nachbarland Österreich blickt, wo der Regulärbetrieb von DAB+ soeben nach Sankt-Nimmerlein verschoben wurde oder nach Frankreich, wo seit Beginn des Jahres 2016 absolut kein Fortschritt festzustellen ist. Immerhin können mittlerweile in der Schweiz vielerorts weit über 100 verschiedene Programme empfangen werden, nicht zuletzt auch dank digris, auf dessen DAB-Inseln mit 80kbit/s doch eine einigermassen ansprechende Soundqualität ermöglicht wird. Auch wenn die neuen sechs Spartenprogramme allesamt aus grösseren Verlagshäusern stammen, so stellen sie trotzdem eine erfreuliche Bereicherung des Angebotes dar. Aber auch hier könnte man noch ziemlich stark an der Klangqualität arbeiten. Schade, dass kleinere Spartenprogramme beinahe keine Chance haben, um die Verbreitung bei SMC finanzieren zu können.

Zusammenfassend darf der 15. November 2016 jedoch als durchaus erfreulicher Tag für die Schweizer Radioszene und deren Vielfalt bezeichnet werden. Immerhin wurden ja auch bislang schon rund 99,5% der Schweizer Bevölkerung mit den Grundangeboten der SRG digtal über DAB+ versorgt. Dank den Neuaufschaltungen der erwähnten SMC-Sender vom 01. Dezember 2016, wird sich dann auch noch das eine oder andere Empfangsloch bei diesen Ensembles schliessen.

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sender bolligen bantiger

Sender Bolligen Bantiger im letzten Tageslicht. (Foto:Stefan Grünig)

sender varen

Sender Varen Schattuflüe mit SMC Kanal 11C. (Foto:Stefan Grünig)

sender chaux de fonds cornu

Sender Chaux de Fonds Cornu im Jura. (Foto:Stefan Grünig)

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