Aktuelles aus der Schweizer DAB+ Szene

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05.08.20: DAB+ in der Schweiz: was, warum, wieso, wieviel? Einige Fragen und Antworten
Immer wieder erhalten wir per Mail und Telefon Anfragen zum DAB+ Empfang in der Schweiz und zu den Programmen. Nachfolgend geben wir auf die meistgestellten Fragen Antworten, im Wissen, dass bei der Hörerschaft natürlich noch viel mehr Fragezeichen bestehen.

1. Die SRG hat einen Versorgungsauftrag für die ganze Schweiz. Warum sendet Couleur 3 aus der Westschweiz nicht in Graubünden?
Der Versorgungsauftrag der SRG für alle Sprachregionen betrifft jeweils nur die ersten Programme, also SRF 1, RSR la 1ère und RSI Rete uno. Alles andere auf DAB+ ist Zugabe. Zudem stehen momentan im Graubünden schlichtweg zu wenig Sendeplätze zur Verfügung und die SRG kann und will sich, auch aus wirtschaftlichen Gründen, dort kein zweites Ensemble leisten.

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Die Sendegebiete der SRG-Programme zum Vergrössern.

2. Warum sendet man bei DAB+ mit so tiefen Bitraten? Im Internet klingt’s ja erst mit 192 kbit/s gut und viele Schweizer DAB+ Programme senden nur mit 64 kbit/s.
Nun, hier spielt das technische Verfahren eine gewichtige Rolle, sodass DAB+ tatsächlich beinahe gleich gut klingt wie Internetradio. Die Radioszene schreibt dazu: «Das AAC-Verfahren für geringe Bandbreiten, wie es zuerst für die “digitale Mittelwelle” DRM gedacht war und auch auf DAB+ aktiv ist, nutzt ja schon vom Funktionsprinzip her “Artefakte”: Die Bandbreite gibt hier bei niedrigen Bitraten gar keine echten Höhen mehr her; diese werden vielmehr künstlich errechnet, per SBR-Sprectral Band Replication. Hier werden typische musikalische Oberwellen aus den tieferen Tönen errechnet.» Eine für DAB+ optimale Übertragungsrate wären 96 kbit/s (bei Musikprogrammen). Da die zusätzliche Bandbreite jedoch kostet, entschieden sich Netzbetreiber und Radioveranstalter für tiefere Bitraten um mehr Programme auf einen Kanal «pferchen» zu können und weniger Kosten für den Einzelnen zu generieren. Dabei nimmt man in Kauf, dass DAB+ für geschulte Ohren manchmal schlechter zu klingen scheint als UKW. Für Wortprogramme reichen übrigens 48 kbit/s aus.

dab aac verfahren

Entwicklung der Klangqualität beim AAC-Verfahren.

3. Warum bricht bei den digris DAB+ Ensembles der Empfang häufiger ab?
Netzbetreiber digris hat vom BAKOM eine Konzessionen für den Betrieb kleinerer DAB+ Inseln, mit niedrigeren Sendeleistungen erhalten. Dieses Netz ist nicht für eine flächendeckende Versorgung gedacht, sondern für die Abdeckung grösserer Agglomerationen. Zudem sendet digris, nicht zuletzt auch aus Kostengründen, mit tieferen Leistungen. Während SRG Sender, wie beispielsweise Beatenberg-Niederhorn, mit 15'000 Watt senden, strahlen die digris Sender meistens nur mit 500 bis 1'000 Watt. Auch Gleichkanalbelegungen spielen eine Rolle, damit sich die international koordinierten Frequenzen nicht gegenseitig stören.

4. Warum kann ich Programme der Netzbetreiber SwissMediaCast oder digris nicht im Keller hören, die SRG-Programme laufen aber?
Das hat ebenfalls mit den Sendeleistungen zu tun. Die SRG, welche auch die nationale Grundversorgung in Krisenzeiten sicherstellen muss, sendet mit viel höheren Sendeleistungen als die anderen Anbieter. Je tiefer die Sendeleistung, desto schlechter die Mauerdurchdringung. Kellerräume befinden sich meist untertags und sind mit dicken Betonmauern ausgestattet. Auch über UKW senden die SRG Programme stärker als die privaten Anbieter. Randnotiz: DAB+ Sender, beispielsweise in Italien, senden mit Leistungen von bis zu 200'000 Watt! So etwas wäre in der Schweiz gar nicht erlaubt.

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Der starke SRG-Sender auf dem Niederhorn. Foto: S. Grünig, Krattigen.

5. Warum ist in Eisenbahnwagen beinahe kein DAB+ Empfang möglich?
Einerseits verwendet man beim Reisen im Zug meistens keinen Kofferradio mit ausziehbarer Antenne, welcher guten Empfang gewährleistet, sondern Taschengeräte mit Kopfhörerantenne. Diese wiesen immer schlechteren Empfang auf. Zudem sind die Fenster der Eisenbahnwaggons beschichtet und der ganze Wagen selbst, bildet einen faradayschen Käfig, was dem Empfang zusätzlich verschlechtert. Eisenbahntunnels, wie sie in der Schweiz sehr häufig vorkommen, sind noch nicht einmal mit DAB+ ausgerüstet.

6. Warum senden auf DAB+ einige Programme lauter und andere leiser?
Da kommt es ganz auf das jeweilige Soundprocessing der einzelnen Anbieter an. Sämtliche SRG-Programme sind im allgemeinen eher leiser eingestellt, sodass man auch beim hin und her switchen von UKW zu DAB+ nichts bemerkt. Die Privatradios senden meistens lauter, wobei auch die Art des Programms eine Rolle spielt. Einige haben wohl das Gefühl, lauter klingt besser, was jedoch nicht so ist.

7. Warum senden kleinere Anbieter teilweise nur auf einer DAB-Insel und nicht sprachregional?
Auch das hat mit Kosten zu tun. Dabei ist zu beachten, dass kleine Anbieter meistens gar keine Chance haben an Werbegelder zu kommen. Eine Verbreitung auf einer DAB+ Insel kostet jährlich zwischen 5'500 und 15'000 Franken (auf dem Netz von digris). Bei SwissMediaCast gehen die Sendekosten schnell in die hunderttausende von Franken. So strecken sich die Kleinen nach der Decke und senden so, dass das Ganze für sie überhaupt noch finanzierbar bleibt.

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Sendermontage bei Netzbetreiber digris. Im Bild, die Anlage Eggersriet-Vogtholz. Foto: Webseite digris AG.

8. Warum startet der bereits koordinierte SwissMediaCast Kanal 7B (Deutschschweiz 2) nicht?
Netzbetreiber SMC ist ein Konglomerat zwischen SRG und den kommerziellen Privatradios. Während die SRG bei DAB+ vorwärts machen möchte, drücken die Privatradios aus Kostengründen und Angst vor Hörerverlusten eher auf die Bremse. So kam es, dass man zuerst beim BAKOM lautstark nach zusätzlichen Kanalkapazitäten verlangt hat, sich danach aber ins Schneckenhaus zurückzog als man bemerkte, dass dies zusätzliche Kosten und Konkurrenz (teils auch aus dem Ausland) bedeuten könnte. So können die Verantwortlichen von SMC dieses Ensemble momentan schlichtweg nicht wirtschaftlich mit Angeboten füllen.

9. Warum kommt es bei Netzbetreiber digris immer zu Verzögerungen bei den Senderinbetriebnahmen?
Oftmals läuft im Hintergrund mehr als man «von aussen» erahnen kann. Da geht es um Baubewilligungen, rechtliche Fragen, Einsprachen, Strahlungsverordnungen, Frequenzkoordination, Wetterverhältnisse und Materiallieferungen. Oftmals führen Kombinationen von zahlreichen Faktoren dazu, dass man einfach gar nicht mit Sicherheit sagen kann, wann denn nun ein Sender wirklich on Air geht. So beruhen die Angaben einfach immer auf Annahmen aus Erfahrungswerten.

Zahlreiche weitere Antworten auf Ihre Fragen finden Sie auf unserer Webseite unter: https://www.dab-swiss.ch/html/technologie.html

24.07.20 - Bei digris herrscht hinter den Kulissen emsiges Treiben
Seit einiger Zeit scheint es, als dass bei Netzbetreiber digris coronabedingt nicht viel läuft, doch dem ist nicht so. Momentan arbeitet man intensiv an der Inbetriebnahme des neuen Senders Mühleberg-Stockeren, welcher wohl im Verlaufe der kommenden Septembertage für Kanal 10A (Bern-Freiburg) auf Sendung gehen sollte (2’000 Watt, vertikal). Bereits wurde das Netzwerk zwischen dem bisherigen Standort, Bern-KVA und Stockeren aufgebaut. Zudem sind Anpassungen bei den Sendern Neuenburg, Biel, Olten, Thun und Genf im Gange. Hier soll die Versorgung mit technischen Verbesserungen optimiert werden. Verzögerungen gibt es jedoch, weil bestimmte Sendermodule momentan schwer zu erhalten sind. Aufgrund der aktuellen, wirtschaftlichen Situation ist es gemäss digris Techniker Stan Roehrich mit der Materialbeschaffung schwieriger geworden. Gleichzeitig testen die Techniker von digris im Labor neues Material von anderen Herstellern, was ebenfalls viel Zeit beansprucht.

stan roehrich 2020-1     Abdeckungskarte vergrössern!

Stan Roehrich bei der Arbeit und die Abdeckungskarte von Mühleberg-Stockeren (zum Vergrössern).

Wie es weiter heisst, wird ebenfalls das Senderkonzept für die bessere Versorgung des Tessins überarbeitet. Dazu gibt es jedoch noch keine spruchreifen Informationen. Sicher ist: es läuft viel im Hintergrund und davon werden schlussendlich nicht nur die Radiohörer profitieren, sondern auch die Anbieter, welche ihre Programme über digris DAB+ verbreiten. News dazu folgen.

Stan Roehrich, der dem «Radiovirus» schon seit langer Zeit verfallen ist und von Beginn an bei digris mitarbeitet, betreibt in seiner Freizeit übrigens das Radioprogramm Maxxima, welches sich ganz der Dancemusik verschrieben hat und in grossen Teilen des digris Sendenetzes zu hören ist.

Internet: http://www.digris.ch

Zur Webseite von Sunradio

23.07.20 - Sunradio schenkt sich zum 2. Geburtstag noch mehr Abwechslung
Anfang August 2020 wird Sunradio - Best international Music (aus dem Hause DAB-Swiss), welches im Berner Oberland unter anderem auf DAB+ Kanal 6A und schweizweit via Swisscom TV, sowie diverse Kabelnetze und IP-Anbieter zu hören ist, bereits 2 Jahre alt und hat sich in erfreulicher Weise etabliert. Grund für eine kleine Umstellung derMusikthemenblöcke. Aufgrund von Hörerrückmeldungen aus den vergangenen Monaten, verabschiedet sich der Sendervom Musikthemenblock «Deutsch» um 11:30 Uhr. Deutschrock und Schlager bleiben jedoch weiterhin im laufenden Programm. Ab dem kommenden Monat gestalten sich die Blöcke mit jeweils sechs Songs neu wie folgt:

- Oldies und Evergreens (jeweils nach 07:30 Uhr)
- Französische Chansons (jeweils nach 09:30 Uhr)
- Griechische Musik (jeweils nach 11:30 Uhr) > NEU!
- Italienische Canzioni (jeweils nach 13:30 Uhr)
- Songs aus Spanien, Portugal und Lateinamerika (jeweils nach 15:30 Uhr) > NEU ZUSAMMENGEFASST
- Country Music aus den USA (jeweils nach 17:30 Uhr)
- Instrumentals und Soundtracks (jeweils nach 19:30 Uhr) > NEUE SENDEZEIT
- Musik aus Skandinavien (jeweils nach 21:30 Uhr) > NEU!

programmraster sunradio version 1.5

Betreiber Stefan Grünig dazu: “Damit gewichten wir die Musik aus anderssprachigen Ländern noch stärker und hoffen, ein weiteres Hörerbedürfnis abdecken zu können. Der Sound aus Griechenland und Skandinavien (Schweden/Norwegen) ist ausserordentlich abwechslungsreich, überzeugt mit starken Stimmen und tollen Melodien. Ferienfeeling pur, wie es hierzulande bei keinem anderen Anbieter zu hören ist. Die Musik aus der Schweiz, bevorzugt im Dialekt gesungen, haben wir mittlerweile auf rund 10% der Playlist ausgebaut. Auch hier legen wir den Fokus auf schöne, zeitlose Melodien im 80er Stil und starke Stimmen. Die Zusammenarbeit mit dem Musikportal mx3.ch der SRG haben wir stark intensiviert. Zum Nationalfeiertag, am 1. und 2. August, sendet Sunradio auch dieses Jahr wieder ausschliesslich Schweizer Musik.”

Sunradio aus Krattigen (Spiez) umschreibt sein Musikprogramm wie folgt: «Wir sind in Sachen Musikstil in den 80ern stehen geblieben und lieben solche Rock, Pop und Schlagermusik. Im Zentrum steht dabei besonders ‘handgestrickte’, fremdsprachige Musik mit viel Melodie und wenig ‘Bummbumm’, sowie eingängige Schweizer Songs im Dialekt, Instrumentals und Light Classics. Immer wieder gerne gehörte Evergreens sind der Pulsschlag von Sunradio. Die Aufteilung sieht ungefähr so aus: 60% fremdsprachiger Rock und Pop aus aller Welt, 10% Schweizer Songs, 30% Evergreens aus Rock und Pop, Instrumentals, Light Classics.»

musikstatistik 2020-1

In den vergangenen Wochen hat Sunradio in Zusammenarbeit mit Netzbetreiber Digris AG und dem Fotolabel Natur-Welten die Slideshow auf DAB+ noch weiter ausgebaut. So präsentiert Sunradio, bei tauglichen Empfängern, ab sofort schöne Landschaftsbilder auf dem Display an, zusammen mit den Werbeslides unseres Senders. Damit macht man zusätzlich auf die vielen Vorteile, welche DAB+ eigentlich bieten würde, aufmerksam.

Zudem stehen die Betreiber, Stefan Grünig und Roger Enz momentan in Verhandlungen mit drei namhaften Schweizer Kabelnetzbetreibern für eine Aufschaltung des Programms in deren Netzen. In dieser Sache hofft man auf den Goodwill der Anbieter.

Sunradio: Einfach mehr Musik, einfach mehr Radio!

Internet: http://www.sunradio.ch

13.07.20 - Gleichkanalbelegungen mit dem Ausland: die Schweiz zeigt sich zu wenig konsequent!
Zur leidigen Gleichkanalbelegung auf 8B im Rheintal, konnten wir nun noch diverse Hintergründe erfahren und es stellt sich dabei einmal mehr heraus, dass die Schweizer Behörden sich gegenüber dem Ausland viel zu ängstlich, zu korrekt und zu wenig konsequent verhalten. Bereits mehrmals haben wir darüber berichtet, dass die Italiener auf UKW mit Leistungen bis zu 200'000 Watt vom Grenzgebiet aus direkt in die Schweiz senden, aber man den Sender San Salvatore und andere drosseln muss, nur dass nicht zu viel Signal nach Italien rüber dringt. Ebenfalls musste man wegen Deutschland den Säntis «bändigen», während man beispielsweise den UKW-Sender Blauen von Radio Regenbogen (101,1 MHz) seit Jahrzehnten störungsfrei bis ins Berner Oberland hören kann. Selbst am Genfersee sind deutsche DAB+ Ensembles zu empfangen, während man sich beim nördlichen Nachbarn gleichzeitig restriktiv gegen Overspill aus der Ostschweiz wehrt und ganz offensichtlich grossen Druck auf das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) anwendet. Das geht so natürlich nicht!

Netzbetreiber digris hat bereits einen sinnvollen Vorschlag für die Entflechtung im Rheintal und in der Zentralschweiz eingereicht, doch das BAKOM hat die Sache bisher abgelehnt und will sich wahrscheinlich noch Frequenzoptionen offenhalten (Kanal 7C). So überlegen sich die Techniker von digris intensiv diverse andere Möglichkeiten, um der Situation gerecht zu werden. Es müsste ein Standort mit einem sehr direktiven Muster gesucht werden, der Energie in Südrichtung ausstrahlt und der Deutschland den Rücken zuwendet. Dies würde es erlauben, mehr Signal über die Schweiz zu senden, ohne dass es in Deutschland zu einem Overspill kommen würde. Der Sender auf dem Hohen Kasten ist ein Beispiel mit einem sehr schmalen Strahl, aber die Anzahl der Stationen dort ist begrenzt und es nicht sicher, welche Kosten für diesen Bereich möglich sind, so Stan Roehrich von digris.

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Der Sender Vilters-Maienberg, an einer eher tief gelegenen Zwischenstation der Pizol-Gondelbahn. Deutlich zu erkennen, die verschieden polarisierten Antennen und Blick von oben auf die Mittelstation, mit Sicht hinaus ins St. Galler Rheintal und auf Liechtenstein (in der Mitte das reflektierende Bergmassiv Drei Schwestern).Fotos: S. Grünig, Krattigen

Momentan ist es so, dass vom Standort Vilters-Maienberg gar keine Sendeantenne in Richtung Rheintal zeigen darf. Mit je einer vertikal und einer horizontal polarisierten Antenne sendet man in Richtung Churer Rheintal und gegen den Walensee. Wie erwähnt, werden so seit Start des deutschen Allgäu Ensembles auf Kanal 8B vom in Österreich gelegenen Sender Pfänder, das St. Galler Rheintal, Liechtenstein und Vorarlberg vom digris-Empfang ausgeschlossen. Es ist jedoch anzumerken, dass Kanal 8B schon für Deutschland koordiniert war, bevor man ihn digris zuteilte.

Übrigens liegen uns interessante Unterlagen von technikaffinen Hörern vor, welche sich bereits telefonisch und schriftlich beim BAKOM gemeldet haben, jedoch keine Antwort erhalten haben. In einer Mail teilt man uns mit, dass bis vor Kurzem der digris Empfang in Sevelen (beinahe mit Sichtverbindung zum Sender Vilters-Maienberg) problemlos möglich war, jetzt jedoch stark beeinträchtigt ist. Die Reflektionen vom Bergmassiv Drei Schwestern spielen offensichtlich auch noch eine nicht unwesentliche Rolle bei der gegenseitigen Auslöschung der Signale.

Nur zähe Verhandlungen zwischen allen Akteuren und ein bestimmteres Auftreten der Schweiz gegenüber dem Ausland, kann die Situation mit den leidigen Gleichkanalbelegungen und den damit verbundenen gegenseitigen Auslöschungen entschärfen. Es kann und darf nicht sein, dass mit verschieden langen Spiessen gekämpft wird und sich unsere Behörden dermassen einschüchtern lassen. Bis eine Lösung in Sicht ist, können jedoch noch Jahre vergehen.

06.07.20 - Doppelbelegung des DAB+ Kanals 8B im Rheintal verursacht Probleme
Im St. Galler Rheintal, im Sarganserland und in Liechtenstein kommen sich die DAB+ Sender Vilters-Maienberg (digris) und Pfänder, Österreich (DAB+ Allgäu) auf Kanal 8B seit einigen Monaten in die Quere.

Die heutige Testfahrt hat Folgendes ergeben:

- Der stark sendende Pfänder stört auf Kanal 8B tatsächlich bis ins Sarganserland hinein.
- digris Kanal 8B (Südostschweiz) ist auf der A13 in Richtung St. Margrethen nur knapp bis Buchs (SG) empfangbar, dann wird er vom Pfänder ausgelöscht.
- Auch in grossen Teilen Liechtensteins ist der digris Kanal nicht mehr empfangbar.
- Ab Buchs in Richtung Chur läuft der digris Kanal jedoch stabil, auch bis ca. Quarten am Walensee, auf der A3.
- Sobald man im Sarganserland etwas höher hinauf fährt, beginnen sich Vilters-Maienberg und der Pfänder gegenseitig zu stören, so auch im Taminatal.

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DAB-Empfangstest im Ruggeller Ried (FL), mit Laptop und Noxon USB-Stick und DAB+ Antenne für den Kanal 8B (Allgäu) am Sendeturm Pfänder (A). Foto: ors.at.

Auf der Rückfahrt von Ruggell (FL) in Richtung Sargans haben wir extra Österreich Kanal 5B eingestellt. Dieser ist ohne Unterbruch bis Bad Ragaz zu hören und kann teilweise auch im Taminatal (Reflektion Calandamassiv) empfangen werden. Dies zeigt, wie stark der Pfänder in das Rheintal einstrahlt.

Getestet haben wir mit dem recht empfindlichen, serienmässigen Autoradio unseres Seat Leon und mit dem Noxon USB-Stick.

Ein Kanalwechsel von digris wäre hier also durchaus erforderlich!

17.06.20 - Neue Sender für SRG Westschweiz-Kanal 12A geplant
Gemäss den aktuellen Einträgen bei der Deutschen Bundesnetzagentur (BNetzA), welche in Europa für die internationale Frequenzkoordination zuständig ist, wurden neue Sendestandorte für den SRG-Westschweizkanal 12A beantragt. Diese sehen wie folgt aus:

Bourignon-Les Ordons, 6'000 W, vertikal
Chaux de Fons-Cornu, 3'630 W, vertikal
Hauts-Geneveys-Rue Republique, 1'600 W, vertikal
Martigny-Ravoire, 4'500 W, vertikal

Damit erreicht die DAB+ Versorgung auch in der Westschweiz einen sehr hohen Standard. Bei weiteren Sendern wurden kleinere Korrekturen von Antennenhöhe oder Sendeleistung vorgenommen.

11.06.20 - Skandalöse Bevorteilung von UKW-Platzhirschen mit Pandemie-Fördergeldern
Einmal mehr haben es die grossen Verlagshäuser und kommerziellen Privatradios geschafft, sich mit genügend Lobbyarbeit einen grossen, finanziellen Vorteil gegenüber den ausschliesslich auf DAB+ sendenden, kleineren Radioanbietern zu verschaffen. Wie der Radioverband UNIKOM, Netzbetreiber digris und die Medienwoche unabhängig voneinander berichten, gehen letztere bei den Auszahlungen, welche vom Bund aufgrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie in Aussicht gestellt wurden, leer aus. Das Geld schnappen sich kommerzielle Privatradios, welche teilweise ihre UKW-Konzessionen zurückgegeben haben, um in ihren Programmen weniger Service Public und Informationen anbieten zu müssen. Mit anderen Worten: man setzt auf seichte, belanglose Unterhaltung und kassiert dafür nun Millionen, im krassen Gegensatz zu kleineren Anbietern, welche die Radiolandschaft via DAB+ wesentlich bunter machen und auf dem Werbemarkt um jeden einzelnen Franken kämpfen müssen.

Die Medienwoche schreibt dazu (Zitat): «Da das Parlament den Kreis der zu begünstigenden Radios nicht definierte, hatte das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) grossen Spielraum bei der Ausarbeitung der Notverordnung. Man habe die Soforthilfe auf Sender konzentriert, die «für die Information und Begleitung der Bevölkerung - gerade in Krisenzeiten wie der gegenwärtigen Corona-Pandemie - wichtig sind.» Für das BAKOM trifft dies vorrangig auf die kommerziellen Lokalsender zu, von A wie Radio Argovia bis Z wie Radio Zürisee. Die Begründung steht allerdings im Kontrast zur realen Informationsleistung. 2018 hielt dazu eine Publicom-Studie fest: «Obwohl fast alle konzessionierten Privatradios denselben Leistungsauftrag erfüllten müssten, schwanken die entsprechenden Programmleistungen sehr stark.» Am unteren Ende einer solchen Skala würde sich «20 Minuten Radio» bewegen. Die Informationsleistung des konzessionierten Senders besteht massgeblich darin, zwei Mal pro Stunde eine Schlagzeile vorzulesen mit der Aufforderung, die ganze Story auf der «20 Minuten»-App zu lesen. Auch für solchen Service public gibt es als «Übergangsmassnahme» 487’000 Franken, wie für alle anderen Sender. 145’000 Franken können die neun komplementären und nicht gewinnorientierten Radioveranstalter wie «Rabe» in Bern oder «Lora» in Zürich beim Bund beantragen.»

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Grosse Medienhäuser wie CH Media (NZZ und Peter Wanner), kassieren für ihre fünf via UKW und DAB+ verbreiteten Programme sage und schreibe 2,4 Millionen Franken! Diese Programme, namentlich Radio Pilatus, Radio 24, Radio Argovia, Radio 32 und FM1, haben ihre Konzession zurückgegeben und müssen daher keine besondere Informationsleistung mehr erbringen. Der Ringier-Konzern mit seinen drei praktisch identischen Energy-Programmen, zügelt insgesamt 1,4 Millionen Franken von den Geldern ab. Dabei bewegen sich diese Angebote qualitativ und informationsmässig wohl am ziemlich untersten Ende der Radioskala. Insgesamt werden 30 Millionen Franken ausgeschüttet, von denen 56 Radioprogramme profitieren. 60, ausschliesslich via DAB+ verbreitete Anbieter, gehen dabei leer aus. Das BAKOM rechtfertigt sich damit, dass die drei grossen Medienverbände VSP, der welsche RRR und Telesuisse hinter der Aufteilung stehen würden, was nicht weiter verwunderlich ist, wenn man deren Mitglieder unter die Lupe nimmt. Komplett nicht einverstanden ist die UNIKOM, der Verband der kleineren, nicht-kommerziellen Radios, welche leer ausgehen. Zwar werden im Jahr 2020 statt den geplanten 50% der DAB+ Verbreitungskosten, neu 60% subventioniert, was aber einem Tropfen auf den heissen Stein gleichkommt. Selbst hier erhalten die kommerziellen Sender noch 5% mehr als die anderen, nämlich 65%. Völlig unverständlich und schwer zu rechtfertigen.

medienwoche logo 2020-1     bakom logo 2020-1

Eine solche Ungleichbehandlung kann schlichtweg nicht angehen und ist bisher einzigartig in der Schweiz. Einerseits propagiert der Bund all die Vorteile und die grosse Vielfalt von DAB+ und versucht die Radiohörer für die neue Technologie zu begeistern und andererseits vergoldet man die UKW-Platzhirsche, welche teilweise eine fragwürdige Programmqualität bieten, mit Subventionsgeldern. Wie soll sich in den Augen der Verantwortlichen und der Politiker die Vielfalt auf DAB+ entwickeln, wenn man den kleinen, ebenfalls unter den Folgen der Pandemie leidenden Anbietern dermassen grosse Steine in den Weg legt? Es ist klar, dass sich da die grossen Medienhäuser ins Fäustchen lachen können, denn so kann man vielleicht noch den einen oder anderen, lästigen Konkurrenten loswerden, aber auf längere Zeit werden die Hörer erkennen, dass die vielen Steuergelder nicht wirklich für grössere Programmqualität und -vielfalt sorgen. Hoffentlich längerfristig ein Eigengoal, aber eine bedenkliche Entwicklung, welche vielleicht noch zu einem Umdenken führen wird. Dutzende von kleinen DAB-Anbietern produzieren ihre Programme mit viel Herzblut, bieten Abwechslung, spielen zahlreiche Musiksparten und senden verblüffend viele lokale Informationen. Ebenfalls wird die Schweizer Musikszene dabei stark gefördert, was nicht zu unterschätzen ist. Hier reibt man sich nun verwundert die Augen und fragt verständlicherweise: «Ist das ein böser Traum und in einem Rechtsstaat, wie die Schweiz es ist, überhaupt möglich?»

Ganzer Artikel der Medienwoche:
https://medienwoche.ch/2020/06/10/radio-soforthilfe-flickwerk-und-ungereimtheiten

11.06.20 - Die UNIKOM-Mitgliederversammlung wählte einen neuen Vorstand
Die bisherigen Vorstände Lukas Weiss und Patrick Studer sind zurückgetreten. Die Mitgliederversammlung der UNIKOM (Union nicht gewinnorientierter Lokalradios) wählte am 10. Juni 2020 folgende Personen in den Vorstand:

- Judith Grosse von Radio LoRa ist wieder gewählt und vertritt die Interessen der komplementären Lokalradios.
- Simone Ruckstuhl, Geschäftsleiterin von Radio 3fach, wurde neu in den Vorstand gewählt und vertritt die Anliegen der komplementären Lokalradios.
- Vanessa Vesteves, Radio Vostok wurde neu in Vorstand gewählt und vertritt die Anliegen der Meldepflichtigen Radios der Romandie.
- Dany Hofmann, Betreiber IPmusic und Unternehmer (Ipworldcom, decibel SA, DABCOM SA) wurde neu in Vorstand gewählt und vertritt kommerzielle Anliegen der meldepflichtigen Radios der Romandie.
- Giuseppe Scaglione, Betreiber von my105, wurde neu in Vorstand gewählt und vertritt kommerzielle Anliegen der DAB+ Startup Radios der Deutschschweiz und des Tessin.
- Armin Köhli, Geschäftsleiter von Klipp&Klang, wurde neu in den Vorstand gewählt.
- Thomas Gilgen von open broadcast radio und digris ag ist wieder gewählt.

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Die UNIKOM vertritt als Verband die kleineren Schweizer Radioanbieter und engagiert sich stark für die digitale Migration auf DAB+.

Internet: http://www.unikomradios.ch

09.06.20 - Wie weiter bei SwissMediaCast?
Schon lange hat man nichts mehr von Netzbetreiber SwissMediaCast (SMC) gehört: zu Letzt, dass nun in der Deutschschweiz alle wichtigen Füllsender für DAB+ in Betrieb genommen worden seien. Hier herrscht also Vollausbau. Kürzlich haben wir Geschäftsführer, Bernhard Schmid, kontaktiert, mit der Frage, wie es denn nun um das zweite Deutschschweizensemble (Kanal 7B) stehe und wie die Lage im Tessin (Kanal 8C) aussehe.

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Die Antwort fällt, wie erwartet, recht klar aus: «Der Werbemarkt hat sich immer noch nicht vom nationalen Notstand (COVID-19) erholt und deshalb sind alle vorsichtig. Wie bisher ist alles hier auf Freeze.» Will heissen: auch im kommenden Jahr 2021 wird diesbezüglich wohl gar nichts gehen, da die Privatradios momentan mit anderen Sorgen zu kämpfen haben.

Etwas positiver sieht die Lage im Tessin aus, auch wenn sich hier Verzögerungen abzeichnen. Schmid weiter: «Da sieht ein wenig besser aus. Nachdem durch Corona nichts mehr lief bezüglich Baubewilligungen, ist das nun erfreulich vorwärtsgegangen. Sobald die nötigen Kundenverträge vorliegen, wird der Bau gestartet. Es wird aber auch sicher Ende Jahr bis Kanal 8C on Air ist.» Aus Erfahrung spekulieren wir da eher mit dem 1. Halbjahr 2021. Im neuen Tessiner-Ensemble von SMC werden vorwiegend Privatradios aus der Deutschschweiz starten. Welche genau, ist momentan noch nicht bekannt.

Kurz: der nationale Notstand hat auch den Weiterausbau von DAB+ negativ beeinflusst. Auch Netzbetreiber digris meldet uns nämlich, dass der Weiterausbau in wohlweislicher Voraussicht zuerst mal zurückgestellt wurde. Man ist in der ganzen Branche vorsichtiger geworden, obwohl der Bund grössere finanzielle Unterstützung für die Anbieter der Privatradioszene in Aussicht gestellt hat, ausgenommen der kleineren ausschliesslich über DAB+ sendenden Radioanbieter. Diese gehen voraussichtlich einmal mehr leer aus.

Internet: http://www.swissmediacast.ch

30.05.20 - Neues, deutsches DAB-Ensemble vom Pfänder in Betrieb
Der Pfänder, exponiert gelegen auf österreichischem Boden, oberhalb des Bodensees, ist ein beliebter, optimal gelegener Sendestandort für die Versorgung der ganzen Bondeseeregion inklusive Vorarlberg, das Rheintal sowie Teile des Allgäus und der Ostschweiz. Aus diesem Grunde werden von hier aus bereuts seit Jahren diverse DAB+ Ensembles aus Deutschland, der Schweiz und Österreich ausgestrahlt. Am 28. Mai 2020 ist nun ein weiteres DAB+ Ensemble on Air gegangen, und zwar dieses für das deutsche Allgäu, auf Kanal 8B mit einer Leistung von 10'000 Watt, vertikal. Damit wird die Bodenseeregion auf einen Schlag flächendeckend mit 10 weiteren Radioprogrammen versorgt.

Bild vergrössern!     Abdeckungskarte vergrössern!

Der Sender auf dem österreichischen Pfänder und die Abdeckungskarte dazu. Beide Bilder zum vergrössern. Foto M. Aellig, Forst.

Die ganze Sache hat aber einen Haken. Auf demselben Kanal 8B sendet seit einiger Zeit die digris DAB-Insel Südostschweiz. Dieses Ensemble vom Standort Vilters-Maienberg wird nun seit der Aufschaltung des Pfänders sogar in Teilen seines Kerngebietes ausgelöscht. Kein Wunder, bei nur 62km Distanz in Luftlinie. Man kann daher durchaus von einer mangelhaften internationalen Koordinierung sprechen, welche sich bereits seit einiger Zeit abzeichnete. Netzbetreiber digris sollte nun schnellstmöglich einen Kanalwechsel beantragen und vornehmen, doch die Prozesse im Hintergrund sind meist träge und so muss man im Rheintal wohl noch länger auf eine Lösung dieses Gleichkanalproblems warten. Unbelegte Kanäle gäbe es in dieser Region zur Genüge.

09.05.20 - Neue Sender für den RMS-Kanal 10B in der Romandie
Wie uns Julien Schroeter mitteilt, konnte er bei Netzbetreiber Romandie Médias SA (RMS) endlich ausfindig machen, welche Sender kürzlich aufgeschaltet wurden und in den nächsten Monat noch werden. Die mobile Reichweite von Kanal 10B wird damit in der Westschweiz wesentlich verbessert, wobei es sich nur um relativ schwache Füllsender handelt. Diese haben keinen grossen Einfluss auf die Indoorversorgung.

romandie medias sa logo

Die folgenden Sender wurden bereits in Betrieb genommen:

Boncourt-Deridez (JU), 500 Watt, vertikal
Porrentruy- Sur le Banne (JU), 500 Watt, vertikal
Delémont-Rue 23 juin(JU), 15 Watt, vertikal
Le Peuchapatte (JU) ?
Sonceboz (BE) ?
Les Brenets-Chatelard , 40 Watt, vertikal(NE)
La Brévine (NE), 120 Watt, vertikal
Montmagny (NE) ?
St-Sulpice- Haut de la Vy (NE), 180 Watt, vertikal
Ormont-Les Diablerets (VD), 250 Watt, vertikal
Champex (VS) ?
Les Haudères (VS) ?

Folgende Sender werden binnen der kommenden drei Monate noch aufgeschaltet:

Ayer-Zinal (VS), 230 Watt, vertikal
Château d’Oex-Sarouche 250 Watt, vertikal(VD)
Lausanne-Chailly (VD), 300 Watt, vertikal
Charmey-Vounetse (FR), 200 Watt, vertikal
Yverdon (VD), ?
Ste-Croix-Broutire (NE), 130 Watt, vertikal
La Sagne-Plature (NE), 150 Watt, vertikal
Montsevelier-Champre 2 (JU), 50 Watt

Leider konnten wir nicht von allen Anlagen die Leistungsangaben herausfinden. Weitere Projekte sind gemäss RMS noch geplant. Darüber kann und will man jedoch momentan noch nicht berichten.

Internet: https://romandiemedias.ch

04.05.20 - Neue DAB+-Informationskampagne bereitet den UKW-Ausstieg vor
Digitales Radio über DAB+ setzt sich immer mehr durch. Spätestens Ende 2024 werden die UKW-Frequenzen in der Schweiz abgeschaltet. Um die Bevölkerung auf den Umstieg zum digitalen Radioempfang vorzubereiten, hat das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) eine neue DAB+-Informationskampagne lanciert.

Bessere Hörqualität, breitere Programmpalette, grösseres Sendegebiet: Dank dieser Vorteile hat die DAB+-Technologie die analogen Ultrakurzwellen (UKW) inzwischen als Standard für das Radiohören in der Schweiz abgelöst. Schon heute ist DAB+ der schweizweit am meisten genutzte Verbreitungsweg für Radioprogramme. Nur noch rund 15 Prozent hören Radio ausschliesslich über UKW.

neue dab kampagne 2020-1

Um auch diese Hörerinnen und Hörer zu Hause und im Auto zum Umstieg auf den digitalen Empfang zu bewegen, ist am 4. Mai 2020 eine mehrjährige Informationskampagne gestartet. Sie soll das Publikum bei der bevorstehenden UKW-Abschaltung mit Information und Hilfestellung unterstützen. Vorgesehen sind TV- und Radiospots, Social-Media-Aktivitäten, Aussenwerbung, Massnahmen für den Gerätehandel und die Autogaragen sowie der Einsatz eines Helpdesks für die Beratung des Publikums. Die Kampagne wird bis zum Abschluss der UKW-Abschaltung laufen.

Die UKW-Sender werden spätestens Ende 2024 abgeschaltet. Die SRG und die Privatradios prüfen gemeinsam eine vorgezogene UKW-Abschaltung. Zur Diskussion steht eine gestaffelte Abschaltung

Die Zürcher Agentur Scholz & Friends wurde nach einer öffentlichen Ausschreibung mit der Durchführung der Kampagne beauftragt. Die Kosten von rund fünf Millionen Franken für die gesamte Dauer werden aus dem Ertrag der Radio- und Fernsehabgabe bestritten. Die Kampagne profitiert zudem von Gratis-Werbezeit im SRG-Fernsehen und in den Privatradios im Wert von mehreren Millionen Franken.

Internet: https://www.bakom.admin.ch/bakom/de/home.html

25.04.20 - Die Pandemie hinterlässt nachhaltige Spuren in der Radioszene
Die Covid-19 Krise geht auch an der Schweizer Radioszene nicht spurenlos vorüber. Wie wir aus verschiedenen internen und gut informierten Quellen wissen, kämpfen nicht nur die kleineren Radioanbieter mit finanziellen Engpässen, sondern auch einige der grossen, kommerziellen Privatradios. Es könnte durchaus sein, dass es noch im Verlaufe dieses Jahres eine Auslichtung der Programme oder Fusionen gibt, da die Regierung bislang auf eine finanzielle Unterstützung der elektronischen Medien verzichtet hat. Während die kleineren Anbieter schon lange Mühe hatten, überhaupt Anteile des Werbekuchens zu ergattern, hat die Parallelverbreitung auf UKW und DAB+ nun bei den grossen Anbietern verheerende Folgen. Einerseits brechen die Werbeeinnahmen markant weg und andererseits laufen die teuren Verbreitungskosten für UKW einfach weiter. Das kann einen Genickbruch zur Folge haben, nicht zu Letzt darum, weil sich die Werbeflaute noch über Monate hinwegziehen wird. Ein Bisschen ist die Branche aber auch selbst schuld, da man sich bislang auf keinen baldigen UKW-Abschaltungstermin einigen konnte. Immer wieder wurde das Datum weiter hinausgeschoben.

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Das Covid-19 Virus hat die Welt im Griff. Bild: pixabay.com

In Anbetracht der schwierigen Situation für alle, hat das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) beschlossen, die zweite Tranche der Technologieförderungsfelder schon Ende April auszuzahlen und nicht erst Ende September, wie ursprünglich geplant. So erhalten die Anbieter also 80% dieser Gelder für das Geschäftsjahr 2020 bereits im ersten Halbjahr. In Anbetracht des Ausmasses der finanziellen Engpässe, ist dies jedoch reine Kosmetik und wird längerfristig keine nachhaltigen Folgen haben.

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Darstellung der ursprünglich vorgesehenen Auszahlung von Technologiefördergeldern, zum Vergrössern. Quelle: BAKOM.

Unter all diesen Voraussetzungen sinken die Chancen auf eine baldige Aufschaltung des zweiten Deutschschweiz-Ensembles von SwissMediaCast (SMC) auf Kanal 7B auf Null. Wenn dieses Ensemble bis im nächsten Jahr nicht on Air sein wird, hat das BAKOM die Möglichkeit, diesen Kanal neu auszuschreiben. Kein Anbieter wird momentan jedoch den Mut haben, neue Programme aufzuschalten und Experimente zu wagen.

In der momentanen Krisensituation kann sich glücklich schätzen, wer bereits in den guten Jahren Reserven angelegt, Sendekosten optimiert und sich nach der Decke gestreckt hat. Die kommenden Monate werden für die gesamte Radiobranche zu einem Prüfstein und schlimmstenfalls werden sich die Reihen etwas lichten und die DAB+ Kanäle wieder etwas leerer.

22.04.20 - Endlich! Erste digris Kanäle entflochten
Lange angekündigt und jetzt endlich Tatsache: die Entflechtung der digris DAB-Inseln Bern-Freiburg und Biel-Solothurn, welche sich bislang auf Kanal 10A gegenseitig in grösseren Gebieten auslöschten. Es war nun über Jahre hin eine leidige Angelegenheit, welche aber auch nach wie vor auf anderen digris-Kanälen zu beobachten ist (5D, 8B, 9D). Doch nun ist wenigstens ein erster Schritt getan. Nachdem die digris-Techniker endlich alle nötigen Vorkehrungen für den Umbau auf dem Bürgerspital Solothurn treffen konnten, wurde die Insel Biel-Solothurn auf Kanal 10D umgeschaltet. Später werden am Sender auf dem Port-Jäissberg auch noch Änderungen am Antennendiagramm vorgenommen und auch bei den Sendern der DAB-Insel Neuchâtel-Yverdon, welche auf Kanal 10A verbleibt, werden Anpassungen vorgenommen, damit sich das Ganze nicht mehr mit der Bundeshauptstadt in die Quere kommen wird.

sender solothurn digris 2020-1     sender jaeissberg digris 2020-1

Die Sendeantennen auf dem Solothurner Bürgerspital und auf dem Jäissberg bei Biel. Fotos: digris AG

Im Verlaufe des kommenden Sommers wird auf dem Grenchenberg, beim Häuschen des dortigen Skilifts, ein neuer Sender für die DAB-Insel Biel-Solothurn in Betrieb genommen, was die Versorgungsqualität dieses Ensembles wesentlich verbessern und attraktiver machen wird.

Von den heutigen Änderungen profitiert vorallem das Mittelland, zwischen Kerzers, Burgdorf und Langenthal. Hier wird es künftig möglich sein, das Berner- und das Bieler-Ensemble zu empfangen, besonders wenn dann auch noch ein neuer, gut gelegener Standort (Mühleberg-Stockeren) für das Berner-Ensemble in Betrieb genommen wird. Aber auch in Richtung Berner Oberland wird sich diese Verbesserung bemerkbar machen. DAB-Swiss führt in den nächsten Tagen Testfahrten durch, um festzustellen, wie sich der Empfang verändert hat.

Internet: http://www.digris.ch

25.03.20 - digris Kanalumschaltung voraussichtlich am 03. April 2020
So es die Pandemie-Situation zulässt, erfolgt die nächste Überraschung von Netzbetreiber
digris bereits am 03. April 2020. Es handelt sich dabei um die Umschaltung der DAB-Insel Biel-Solothurn von Kanal 10A auf Kanal 10D. Da sich der Sender Solothurn auf dem Gebäude des Spitals befindet, behalten sich die Verantwortlichen jedoch vor, den digris-Technikern spontan abzusagen, falls sich die Situation verschlimmern sollte. So hängt also auch diese Umschaltung von der ganzen Pandemie-Geschichte ab.

Mit diesem Schritt sollten die gegenseitigen Auslöschungen zwischen der DAB-Insel Bern-Freiburg und Biel-Solothurn dann endlich Geschichte sein, was auch eine Vergrösserung der Reichweite bedeutet.

Weiter arbeitet digris momentan am Bewilligungsverfahren für die neuen Antennendiagramme in Biel und Neuenburg. Auch für den neuen Standort auf dem Grenchenberg bereitet man momentan intensiv vor. Die Verfahren sind jedoch oftmals nicht beeinflussbar.

Nachtrag vom 16.04.20:
Da die für die Arbeiten am Sender auf dem Spital Solothurn erforderlichen Schutzanzüge erst jetzt geliefert wurden, hat sich die Umschaltung auf Kanal 10D verzögert. Netzbetreiber digris teilt dazu den Termin vom 22. April 2020 mit. Zitat: “Die Abdeckung wird sich nach dieser Änderung verbessern, da Bern und Neuenburg nicht mehr den gleichen Kanal für BISO benutzen werden. Später und in einem zweiten Schritt werden in Biel weitere Änderungen (Leistung und Antennendiagramm) vorgenommen, um die Ausleuchtungsrichtung Twann zu erhöhen. Als dritter Schritt werden weitere Änderungen am Neuenburger Sender im DAB-Gebiet von NY (DIG F03 - NY) für Stationen vorgenommen, die sich ebenfalls auf der Insel befinden. Damit soll die Abdeckung in gleicher Weise verbessert werden. Wir warten auf das OK vom Baubewilligungsverfahren.“

Internet: http://www.digris.ch

20.03.20 - Warum der terrestrische Rundfunk sich gerade jetzt bewährt
In den vergangenen Jahren haben wir es bei DAB-Swiss immer wieder kommuniziert: die Wichtigkeit eines terrestrischen, vom Internet unabhängigen Rundfunks ist eminent wichtig. Immer wieder standen wir dafür in der Kritik. Momentan bestätigt sich diese Tatsache gerade eindrücklich: während das Internet und die Mobilfunknetze eher unzuverlässige Partner sind, erfreut sich das terrestrische Radio einer grossen Versorgungssicherheit, vorausgesetzt, die Signalzuführung ist nicht vom Internet abhängig. Zugegeben: auch unsere hauseigene Radiostation, “Sunradio - Best international Music” benötigt für die Signalzuführung zu Netzbetreiber digris das World Wide Web, aber der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die grossen Privatradios können eine Versorgung auch ohne das Netz sicherstellen, meistens in Zusammenarbeit mit der Swisscom.

Sehr erfreulich ist dabei auch die Programmgestaltung der SRG Radios, allen voran SRF 1. Hier wird nicht auf Panik gemacht, sondern sachlich, beruhigend über die Problematik berichtet. Zudem versucht man erfolgreich die positiven Seiten der ganzen Thematik und der Gesellschaft in den Vordergrund zu rücken, ganz ohne Selbstinszenierung und Polemik. Hier zeigt sich, was ein gesunder, fundierter Journalismus in Krisenzeiten wert ist.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist in Krisenzeiten nicht zuletzt das direkteste Sprachrohr der Landesregierung.

webseite srf1 corona 2020-1     sender la dole 2020-1

Die Webseite von SRF1 bietet den Hörern viele Zusatzfunktionen und Angebote während der Coronakrise und der Swisscom-Sender la Dôle. Foto: Swisscom Broadcast.

Dank DAB+ und dem langsam auslaufenden UKW ist diese wichtige Versorgung der Bevölkerung in der Schweiz sichergestellt, selbst im nationalen Notstand. Das ist ein besonderes Privileg der Bevölkerung in diesen nicht ganz einfachen Zeiten.

Damit sollte nun der Hinterste und Letzte begriffen und verstanden haben, dass es auch in Zukunft keine Alternative zum terrestrischen Rundfunk gibt. Mobilfunk und Internet bieten zwar eine unendliche Programmvielfalt, doch wenn es darauf ankommt, braucht es sichere, unabhängige Empfangswege.

Danke, dass dies in unserem Land gewährleistet ist und danke an die Journalisten, welche im Moment alles dafür geben um einen kühlen Kopf zu bewahren und sachlich zu informieren! Danke all den Technikern, welche die Rundfunkgrundversorgung unterbruchfrei aufrechterhalten.

12.03.20 - Mehr DAB+ Programme in Biel-Solothurn und im Oberwallis
Seit vergangenem Wochenende sendet auf der digris DAB-Insel Biel-Solothurn (Kanal 10A, künftig 10D) Radio MultiKulti, welches bislang bereits auf den Inseln Basel (Kanal 10A) und Aarau-Olten (Kanal 5D) zu hören war. Es handelt sich dabei um ein lebensfrohes, buntes Programm mit viel internationaler Musik. Radio MultiKulti umschreibt sich selbst wie folgt. «Der Name MultiKulti wurde als Werbename bereits im Zusammenhang mit dem multikulti Festival der Kulturen in Rheinfelden, welcher seit 3 Jahren von dem Organisator des Radios gegründet und geleitet wurde, geebnet. Das Radio ist ein ergreifendes Sprachrohr, um verschiedene Kulturen zusammen zu führen trotz unterschiedlicher Sprache. Dies gehört zum Konzept und der Philosophie des Radio MultiKulti.»

james fm plakat     radio multikulti plakat

Als grosse Überraschung geht in den kommenden Tagen auf der noch etwas schwach besetzten DAB-Insel Oberwallis (Kanal 9D) James FM aus der Zentralschweiz on Air. Für den Betreiber, André Sidler, hat dies durchaus etwas mit seiner Liebe zum Wallis zu tun. James FM ist ein innovativer Senkrechtstarter, welcher sich Musikalisch stark vom Mainstream abgrenzt. Das Programm ist professionell aufgebaut, bietet einen abwechslungsreichen Hörgenuss mit grosser Musikrotation und sendet die News von Radio SRF. James FM umschreibt sich selbst so: «Radio James FM ist Ihr Schweizer Popmusik Sender. Wir spielen für Sie die grössten Hits von heute und gestern. Der Butler James begleitet Sie stimmungsvoll durch den Tag und bringt «good times only». Kein Blabla. Keine Spiele. Nur gute Musik.»

Ebenfalls aufgeschaltet wird hier Radio net+, welches schon im Unterwallis via DAB+ zu hören ist. Auf dieser digris DAB-Insel im Oberwallis könnte es in den kommenden Wochen durchaus noch zu anderen Programmüberraschungen kommen, so wie wir erfahren haben.

Eine kleine Veränderung hat sich auch in Genf (Kanal 10D) und Neuchâtel-Yverdon (Kanal 10A) ergeben. In Genf wurde das christliche Radio Positive aufgeschaltet und in Neuenburg das Volksmusikradio Tell wieder abgeschaltet.

Internet: https://www.radiomultikulti.ch / https://www.jamesfm.ch

05.03.20 - Swiss Pop wird von der SRG an ein Westschweizer Medienunternehmen verkauft
Der Radiosender Swiss Pop wird ab September 2020 durch die in der Westschweiz beheimatete BNJ Suisse SA betrieben. Die seit dem Januar 2019 gültige, neue Konzession des Bundes erlaubt es der SRG, Spartensender zu verkaufen. Bereits 2018 hatte die SRG denn auch angekündigt, noch stärker die Zusammenarbeit mit Schweizer Medienhäusern zu suchen und offen zu sein, die Radiosender Swiss Pop, Swiss Jazz und Swiss Classic zu veräussern, sofern sie ein Käufer im heutigen Sinne weiterführen werde. Swiss Pop spielt heute einen Anteil von mehr als 50 Prozent Musik mit Schweizer Bezug, ist bis heute unmoderiert und werbefrei.

Der Verwaltungsrat der SRG hat dem Verkauf von Radio Swiss Pop nun zugestimmt. Mit der Firma BNJ Suisse SA aus Rossemaison JU des Unternehmers Pierre Steulet übernimmt ein Käufer mit langjähriger Erfahrung in der Radiobranche Radio Swiss Pop. Die BNJ-Gruppe betreibt im Jura die vier Regionalradios Radio RJB, Radio RTN, Radio RFJ sowie Radio GRRIF.

swisspop logo     bnj logo

Die BNJ-Gruppe wird Radio Swiss Pop mit den von der SRG definierten Auflagen weiterführen. Der Sender bleibt unmoderiert, wird auch weiterhin einen Anteil von mindestens 50 Prozent Schweizer Musik beinhalten und pro Stunde maximal vier Werbeminuten ausstrahlen. In diesen Tagen wurde der entsprechende Vertrag mit einer Mindestlaufdauer von vier Jahren unterzeichnet. Der Sender geht per Ende Sommer 2020 an die BNJ-Gruppe über und über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Marktanteil von Radio Swiss Pop beträgt 3,6 Prozent. Radio Swiss Pop wird weiterhin über DAB+ in der ganzen Schweiz empfangbar sein.

Internet: http://www.radioswisspop.ch

03.03.30 - National German Radio startet internationale Interessenbekundung für nationale Radioprogramme auf privater DAB+ Plattform
Die National German Radio GmbH hat kürzlich eine internationale Interessenbekundung für noch freie Programmplätze auf der ersten und einzigen privaten nationalen DAB+ Plattform in Deutschland gestartet. Rund vier Jahrzehnte nach dem Privatradiostart mit lokalen und regionalen UKW-Sendern wird es ab Herbst 2020 nun auch ein relevantes Angebot an nationalen terrestrisch verbreiteten Radioprogrammen in Deutschland geben - vom Start an in der zukunftssicheren Digitaltechnologie DAB+.

Die Plattformanbieterin Antenne Deutschland hat das Leipziger Unternehmen National German Radio GmbH exklusiv mit der Marktplatzierung der noch freien Übertragungskapazitäten auf dem sogenannten 2. DAB+ Bundesmux beauftragt. Interessierte Unternehmen können sich ab sofort auf der Website national-german-radio.com registrieren und ihre Teilnahme am Interessenbekundungsverfahren verbindlich erklären. Die Belegungsentscheidung wird durch Antenne Deutschland bis Ende Juni 2020 fallen, der Sendestart ist für September 2020 zur Internationalen Funkausstellung in Berlin geplant.

Die private nationale DAB+ Plattform erreicht bereits bei Aufnahme des Sendebetriebs technisch mehr als 67 Millionen Menschen. Ein weiterer Netzausbau ist vorgesehen. 

abdeckung 2. bundesmux 2020-1     national german radio

Für Erwin Linnenbach, Geschäftsführer der National German Radio, hat die private nationale DAB+ Plattform historische Bedeutung: „Während das Privatfernsehen in Deutschland von Anfang an bundesweit senden durfte, war die Entscheidung für nationales Privatradio ein längst überfälliger Schritt in Richtung internationale Mediennormalität. Jetzt wird die Gattung Radio bei uns einen neuen Schub erfahren und in eine neue Wahrnehmungs- und Wert-Dimension befördert. Ausserdem besteht nun die einmalige und eben auch letzte Chance, mit nationalen Programmen in den deutschen Radiomarkt einzutreten und nachhaltig von den bevorstehenden Umverteilungen im Hörer- und Werbemarkt zu profitieren.“

National German Radio bietet mit der Interessenbekundung die Gelegenheit, dass bisherige Radioveranstalter, Unternehmen aus der Wirtschaft sowie nationale und internationale Medienunternehmen, die sich bisher noch nicht im deutschen Radiomarkt engagieren konnten, zunächst ihre Wünsche und Anforderungen an eine etwaige Nutzung von Übertragungskapazitäten auf der DAB+ Plattform formulieren können. „Wir sind gespannt, was der internationale und deutsche Markt will“, so Linnenbach. Die wichtigsten Auswahlkriterien würden die angebotenen Programmkonzepte sowie die Kompetenz und Innovationsfreude der Programmanbieter und anderer interessierter Unternehmen sein, so Linnenbach weiter. „Unser Ziel ist es, die noch freien Programmplätze gemeinsam mit den von Antenne Deutschland projektierten Programmen zu einem vielfältigen Bouquet aus attraktiven Programmfarben masszuschneidern, die wirtschaftlich schlagkräftig sind und erhebliche Effekte auf die bestehenden Hörer- und Werbemärkte haben werden.“

Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass sich Interessenten bis Ende März registrieren können und anschliessend bis Anfang Juni eine verbindliche Aussage zu ihrem Nutzungsinteresse treffen. Voraussichtlich Ende Juni dann soll die Entscheidung durch die Plattformanbieterin Antenne Deutschland über die Belegung der Programmplätze getroffen werden.

Konkret heisst dies, dass sich auch Radioanbieter aus der Schweiz für das 2. Bundesweite DAB+ Ensemble in Deutschland bewerben können. Das neue Angebot wird in Teilen der Ostschweiz auf Kanal 8C zu hören sein. Für die Nordschweiz fehlt leider ein geeigneter Sendestandort, wie beispielsweise der Feldberg im Schwarzwald oder der Blauen.

Internet: https://national-german-radio.com

Zur Webseite von Sunradio

02.03.20 - diis Radio wechselt im Oberwallis seinen DAB+ Kanal
Wie unsere Empfangsmelder mitteilen, hat heute diis Radio ohne Vorwarnung den SMC Kanal 11C (Oberwallis) verlassen und sendet nun auf digris Kanal 9D (Oberwallis) weiter. Nachgerutscht ist bei SMC ein weiteres Mainstreamprogramm: Energy Basel.

diis radio logo 2020-1     energy basel logo 2020-1     wallis wappen

diis Radio ist weiterhin auf digris Kanal 9D (Zürich) zu empfangen, jedoch nur mit einer Übertragungsrate von 48 kbit/s.

02.03.20 - Kleiner DAB-Changeday in der Deutschschweiz
Wie angekündigt, findet heute in der Schweiz ein kleiner DAB+ Changeday statt. DAB-Swiss informiert laufend dazu:

11:30 Uhr: Radio Inside hat SMC Kanal 7D (Deutschschweiz) verlassen. Die Aufschaltung auf digris Kanal 5D (Aarau-Olten) ist noch nicht bestätigt. Radio Melody sendet noch auf SMC Kanal 9B (Ostschweiz).

12:00 Uhr: Momentan sendet Radio Melody auf beiden Kanälen: SMC Kanal 7D (Deutschschweiz), Kanal 9B (Ostschweiz).

12:45 Uhr: Jetzt ist Radio Inside auf digris Kanal 5D (Aarau-Olten) aufgeschaltet, wie diverse Quellen bestätigen. Und wie sieht es wohl mit Radio Gloria aus?

radio inside screenshot 2020-1

14:00 Uhr: Es scheint, als würden die grossen Wechsel ausbleiben. Auf Kanal 9B (Ostschweiz) wird Radio Melody wohl nicht ersetzt, der Wechsel von Radio Gloria hin zu digris wird heute nicht vollzogen und auch die Umschaltung der digris DAB-Insel Biel-Solothurn von Kanal 10A auf 10D lässt leider immer noch auf sich warten. Radio Melody wurde jetzt auf Kanal 9B abgeschaltet.

Soviel vom wirklich sehr kleinen Changeday, ohne grosse Überraschungen.

28.02.20 - Der Wegfall von DAB+ Fördergeldern fordert erste Opfer
Wie DAB-Swiss bereits im März 2017 erstmals mutmasste, trifft nun genau das ein, was wir schon lange befürchteten. Der langsame Rückgang von Technologiefördergeldern des Bundes für Anbieter, welche auf DAB+ senden, beginnt die Ensembles zu leeren. Obwohl es schon lange bekannt ist, dass die Gelder wegfallen werden, sind einige Radioanbieter wohl trotzdem komplett unvorbereitet. Jüngstes Beispiel ist Country Radio Switzerland, welches momentan auf den teuren digris Kanälen Zürich (Kanal 9D) und Winterthur-Schaffhausen (Kanal 5D) sendet. Der Betreiber äussert sich im Medienportal persoenlich.ch, dass er völlig überrascht sei, vom Subventionsrückgang (2019 wurden 80% der Verbreitungskosten übernommen, 2020 noch 50% und 2021 nur noch 30%). Damit würden die Sendekosten angeblich von heute Fr. 8'000.00 auf Fr. 20'000.00 steigen. Dies sei durch den Sender schlichtweg nicht zu stemmen. So will sich Country Radio Switzerland per Ende 2020 von DAB+ verabschieden.

country radio switzerland logo 2020-1

Das ist sicherlich eine traurige Tatsache, welche noch diverse Kleinstanbieter treffen wird, aber es ist absolut nicht gerechtfertigt, deswegen das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) anzugreifen. Der Vorwurf, es hätte nicht hinreichend informiert, stimmt so schlichtweg nicht. Seit über drei Jahren ist die Reduktion der Subventionen in der Branche bestens bekannt und auch DAB-Swiss hat immer wieder darauf hingewiesen. So bleibt nun abzuwarten, wie sich die DAB-Radiolandschaft ab 2021 oder spätestens 2022 präsentieren wird. Eigentlich hatten die Radioanbieter in all den Jahren genügend Zeit, um sich auf die tatsächlichen Sendekosten vorzubereiten, auch wenn der Markt hart ist und die Werbegelder für Kleine nur zäh oder gar nicht fliessen.

Auch CH Media äussert sich mit einer gewissen Enttäuschung zum Wegfall der Subventionen, war jedoch stets darauf vorbereitet. Es ist aber fehl am Platz auf die Kosten des UKW-Rückbaus hinzuweisen, wenn man in der Branche den Parallelbetrieb immer wieder verlängert und sich nicht auf einen baldigen UKW-Abschalttermin einigen kann. Auch die grossen Medienhäuser hatten nun weiss Gott genügend Zeit, um einen Businessplan für den Umstieg von UKW auf DAB+ auszuarbeiten. Dem Bund können in dieser Sache keine Vorwürfe gemacht werden.

bakom

Gemäss dem Bericht von persoenlich.ch, war hingegen bei James FM aus der Zentralschweiz schon lange klar, dass der Wegfall der Fördergelder kommen würde. Man hat sich dort sehr gut darauf vorbereitet.

Eines ist sicher: die Reihen werden sich bei den kleinen, aber auch bei einigen grossen Anbietern in den nächsten Jahren deutlich lichten, wenn nicht doch noch eine innovative Finanzierungsmöglichkeit gefunden wird. Das werden sonst die Netzbetreiber SwissMediaCast und digris schmerzhaft zu spüren bekommen.

21.02.20 - Welche Änderungen sind am kommenden DAB-Changeday zu erwarten?
Wie es aussieht, kommt es am Montag, 02. März 2020 zum sogenannten DAB-Changeday, was nichts anderes bedeutet, als dass zu diesem Zeitpunkt diverse Programme ihren Sendeplatz wechseln werden. Von offizieller Seite wurde leider noch nichts entsprechendes verlautbart, deshalb hier einige von uns zusammengestellte Möglichkeiten, welche sich aufgrund von Beobachtungen und Abklärungen in den letzten Wochen abzeichnen:

- Radio Melody: Wechselt offiziell und bestätigt auf SMC Kanal 7D (Deutschschweiz). Bisher SMC Kanal 9B (Ostschweiz).
- Radio Inside: Wechselt eventuell auf digris Kanal 5D (Aarau-Olten). Bisher SMC Kanal 7D (Deutschschweiz).
- Radio Gloria: Wechselt eventuell auf die digris Kanäle 10A (Bern-Freiburg), 10A (Biel Solothurn) und 9D (Oberwallis). Bisher SMC Kanäle 8B (Bern-Freiburg-Solothurn) und 11C (Oberwallis).

studio mischpult 2020-1     radio zieht um 2020-1

Durch diese Wechsel würde auf den SMC Kanälen 8B, 9B und 11C je ein Sendeplatz frei. Welcher oder welche Anbieter dafür vorgesehen sind, steht momentan noch in den Sternen. Was Netzbetreiber digris anbelangt, könnte am 02. März 2020 eventuell der lange erwartete Wechsel des Ensembles Biel-Solothurn von Kanal 10A auf 10D vorgenommen werden. Dieser wurde ja eigentlich schon für Januar 2020 angekündigt.

Fraglich ist auch, wie es mit der Doppelbelegung von Luzern Pop auf SMC Kanal 7A (Nordschweiz) und digris Kanal 5D (Zentralschweiz) weitergeht. Betreibt man diese sich komplett überschneidende Parallelausstrahlung nur, um einem anderen Mitbewerber den Sendeplatz auf Kanal 5D zu verwehren?

Bei den oben genannten Angaben handelt es sich um Spekulationen unsererseits, welche von offizieller Seite keineswegs bestätigt sind. Man darf gespannt sein, was sich dann am 02. März 2020 wirklich tun wird.

19.02.20 - Und es bleibt doch alles wie es ist

Eine Situationsanalyse von Stefan Grünig.

Mit dem Umstieg von UKW auf DAB+ erhofften sich Bund und Konsumenten eine Zunahme der Programmvielfalt im Radio. Jahrzehntelang war genau dies das Problem von UKW: das Frequenzband war überbelegt und die Anbieter mussten sich lokal stark einschränken. In der Konzessionierung war zudem geregelt, dass einzelne Verlagshäuser nur maximal zwei Programme betreiben durften um eine Monopolisierung zu verhindern. Mit dem Übergang zu DAB+ wurden all diese Vorschriften aufgehoben um der Marktwirtschaft freien Lauf zu lassen. Immerhin stünden ja nun bei DAB+ genügend freie Kanäle und Frequenzen zur Verfügung. Doch das Resultat ist auf längere Zeit gesehen ernüchternd: der Mainstream-Einheitsbrei von UKW bildet sich nun 1 zu 1 auf DAB+ ab. Schlimmer noch: die Programm- und Informationsqualität hat deutlich abgenommen. Besonders pikant: einige grosse Verlagshäuser teilen sich nun die Programmplätze von Netzbetreiber SwissMediaCast (SMC) unter sich auf. Ungehindert können die Medienhäuser nun Programme aufkaufen oder ins Leben rufen und damit wertvolle Programmplätze «zustopfen». Schliesslich sind sie als Gesellschafter von SMC ja auch jederzeit über die Pläne der Konkurrenz informiert. Ein Musterbeispiel dafür sind CH Media (NZZ/AZ Medien) und Ringier. Da werden, wohl um anderen, kleineren Mitbewerbern die Verbreitungsmöglichkeit zu unterbinden, immer wieder neue, lieblose «Festplattenprogramme» aufgeschaltet, ohne Moderation und mit mickrigen Musikrotationen. Angebote wie Energy Hits (Ringier), Luzern Pop (Neue Medien Zentralschweiz) oder Virgin Radio Hits Switzerland (CH Media) sind nur darauf aus, die Kanäle für Mitbewerber zu verstopfen, nichts anderes.

nmz logo 2020-1     ch media logo 2020-1     ringier logo 2020-1

Jüngstes, trauriges Beispiel: kaum kündigt CH Media an, das in der Ostschweiz beliebte Schlager- und Oldiesradio Melody deutschschweizweit auf DAB+ verbreiten zu wollen, stampft Ringier sein Programm Luna ein und startet umgehend einen unmoderierten Nonstopschlagersender. Anderes Beispiel: in der Zentralschweiz sendet James FM seit einigen Jahren sehr erfolgreich über DAB+. Als vor einem Jahr noch ein weiterer Anbieter ein ähnliches, noch etwas jüngeres Programm mit dem Namen Radio Lozärn ankündigte, starteten die Neuen Medien Zentralschweiz sofort den Ableger Luzern Pop. Das sind bedenkliche Entwicklungen. Von der Westschweiz übrigens gar nicht zu reden, wo sich der ganze RMS Kanal 10B in Monopolhand befindet. Mit fairem Wettbewerb zur programmlichen Qualitätssteigerung hat das gar nichts mehr zu tun: da geht es nur noch um den Kampf der Giganten, was den Zuhörern einen monotonen Radioeinheitsbrei beschert und gleichzeitig die ganzen Vorteile von DAB+ verspielt. Zum Glück gibt es als Plattform für kleinere Anbieter noch Netzbetreiber digris, mit seinen geographisch beschränkten DAB-Inseln. digris plant für die kommenden Jahre jedoch die Inbetriebnahme von einigen optimal gelegenen Sendestandorten und wird damit seine Netzabdeckung deutlich verbessern können, was wiederum der erwähnten Programmvielfalt dienen wird. Doch auch digris Geschäftsführer, Thomas Gilgen, könnte ein Liedlein über die Branche singen und einige Stolpersteine zum Besten geben, welche ihm und seiner Firma in den Weg gelegt wurden.

Bleibt nur zu hoffen, dass die grossen Medien- und Verlagshäuser irgendwann mal wieder zu Vernunft kommen und erkennen, das Qualität viel nachhaltiger als Quantität ist. Das gäbe dann auch wieder Platz für andere, spannende Angebote auf den DAB-Kanälen von SwissMediaCast. Ansonsten bleibt eben auch mit DAB+ alles wie es ist.

18.02.20 - Radio RTO im Oberwallis aufgeschaltet
Wie unser Empfangsmelder, Julien Schroeter, mitteilt, wurde heute das italienische Radio RTO «L'altra radio» auf digris Oberwalliskanal 9D aufgeschaltet. Das "etwas andere Radio", wird im Tessin bereits über digris Kanal 10C verbreitet.

rto logo 2020-1

Es scheint jedoch, dass es nicht ganz einfach ist, dieses DAB+ Ensemble mit Programmen zu füllen. Wir hoffen, dass sich da noch etwas tut und künftig mehr als nur drei Programme zu hören sind!

Internet: https://www.rto.it

17.02.20 - Ein neues Schlagerradio ersetzt Luna auf DAB+
Heute Montag, 17. Februar 2020 schaltet die Energy Schweiz AG das neue Angebotg «Schlager Radio» via DAB+ auf. Der Sender wird über den bisherigen deutschschweizweiten Sendeplatz von Luna verbreitet, auf SwissMediaCast (SMC) Kanal 7D. Luna kann danach nicht mehr über DAB+ empfangen werden. Der Claim des neuen Angebots lautet: «Die grössten Schlagerhits aller Zeiten» und das Programm umschreibt sich selbst wie folgt: «Das Schweizer Schlager Radio mit dem Besten, was Deutscher Schlager zu bieten hat. Höre die Hits, die die Schlagerszene geprägt haben, von den grossen Klassikern aus den 70er- und 80er Jahre bis zu den aktuellen Chartstürmern, sowie ausgewählte Schlager Highlights aus der Schweiz.»

schlager radio logo

Der Stream kann bereits jetzt unter folgender Adresse gehört werden: https://schlagerradio.ice.infomaniak.ch/schlagerradio-high.mp3 . Mit dieser Ankündigung ist dem zur Ringier-Gruppe gehörenden Rundfunkunternehmen Energy eine grosse Überraschung geglückt. Im benachbarten Deutschland wird ja schon seit einiger Zeit ein bundesweites Schlagerradio erfolgreich über DAB+ verbreitet. Gut möglich, dass diese Musiksparte auch in der Schweiz auf ein grosses Echo stösst, zumal ja Radio Melody am 02. März 2020 auch von Ostschweizkanal 9B auf Deutschschweizkanal 7D wechseln wird. Offensichtlich wollten die beiden grossen Medienkonzerne CH Media (NZZ/AZ Medien) und Ringier einander das Schlagerfeld nicht kampflos überlassen. Bleibt nur zu hoffen, dass Schlager Radio sich einer abwechslungsreichen, grossen Rotation bedienen kann.

Internet: https://radioschlager.ch

15.02.20 - Radio Melody künftig in der ganzen Deutschschweiz auf DAB+
Dass sich der deutsche Schlager momentan im Aufwind befindet, zeigen nicht nur die erfreulichen Zuhörerzahlen von Radio Schlagerparadies in Deutschland. Bislang war diese Musiksparte auf den DAB+ Kanälen der Deutschschweiz stark untervertreten, doch das ändert sich jetzt: aus gut unterrichteten Kreisen wurde uns bestätigt, dass Radio Melody, aus dem Hause FM1 (CH Media), ab dem, 02. März 2020 auf SwissMediaCast (SMC) DAB+ Kanal 7D (Deutschschweiz) wechselt.

radio melodey logo 2018-1

Das sind sehr erfreuliche News für die Schlagerfans und wurde eigentlich schon sehr lange erwartet. Zuerst schien es jedoch, man wolle auf den von SMC geplanten, 2. Deutschschweizkanal 7B wechseln, welcher aber vorerst nicht startet.

Welches Programm auf Kanal 9B (Ostschweiz) nachrutscht, ist momentan noch nicht bekannt. Per Anfang März 2020 steht in diesem Zusammenhang wohl ein DAB-Changeday bevor.

Internet: http://www.radiomelody.ch

Der Kommentar:
Die DAB+ Landschaft in der Schweiz befindet sich langsam im Endausbau. In den vergangenen Jahren hat sich, nicht zuletzt dank Netzbetreiber digris, auch die Programmvielfalt erfreulich verbessert. Dass nun
das Schlager- und Oldiesradio Melody endlich auf das Deutschschweizensemble von SwissMediaCast wechselt, ist nichts als richtig. Der deutsche Schlager erlebt momentan ein grosses Revival. Es darf vermutet werden, dass Anfang März grössere Programmrochaden auf diversen DAB+ Ensembles stattfinden werden. Es zeichnet sich dabei ab, dass Radio Inside Kanal 7D verlässt und künftig auf digris Kanal 5D (Aarau-Olten) zu hören ist. Auch bei Radio Gloria gibt es Veränderungen von SMC hin zu digris. Spannend ist zudem, wer den Programmplatz von Radio Melody auf Kanal 9B erben wird. Fehlt dann nur noch Radio 32 Goldies, welches von vielen Hörern endlich auf DAB+ erwartet wird. Die Radiomacher aus Solothurn machen jedoch noch keine Anstalten, dieses Programm aufzuschalten. Mal sehen, was sich Anfang März tut. DAB-Swiss informiert, sobald uns etwas zu Ohren kommt.

Und übrigens: am kommenden Montagmittag, 17. Februar 2020 gibt’s dann noch einmal interessante, erfreuliche News für die Fans des Deutschen Schlagers. In dieser Sache müssen wir momentan leider noch eine Sperrfrist einhalten.

Stefan Grünig, Betreiber DAB-Swiss

Zur Webseite von Sunradio

08.02.20 - digris sucht Assistenz für die Geschäftsleitung
DAB+ Netzbetreiber digris sucht seit einiger Zeit eine Assistenz der Geschäftsleitung mit einem Pensum von 40 bis 80%. Gesucht ist jemand mit guten Kontakten und Kenntnissen in der Medienbranche, kaufmännischem Abschluss und mehrjähriger, praktischer Sekretariatserfahrung. Die Buchhaltung macht einen wichtigen Teil der Arbeit aus.

Das komplette Stelleninserat findet sich jetzt HIER (PDF-Dokument).

Eine sehr attraktive, abwechslungsreiche Arbeitsstelle für engagierte Bewerber mit Freude an den rasanten Entwicklungen in der Radiobranche.

Internet: http://www.digris.ch

03.02.20 - SMC plant neuen Sendestandort für die Agglomeration Bern
Gemäss den aktuellen Einträgen bei der Bundesnetzagentur (BNetzA), wird das SwissMediaCast (SMC) DAB+ Ensemble Bern-Freiburg-Solothurn (Kanal 8B) künftig auch vom gut gelegenen Standort Köniz-Ulmizberg ausgestrahlt, mit einer Leistung von 1'000 Watt, vertikal. Dieser Standort ist optimal gelegen, für die Versorgung de Westens der Agglomeration mit dem angrenzenden Sensebezirk (FR). Ein Aufschaltungstermin ist noch nicht bekannt.

Internet: http://www.swissmediacast.ch

31.01.20 - Wirklich alle Nationalstrassentunnels mit DAB+ ausgerüstet?
Die SRG meldet in ihrem neusten, technischen Newsletter, dass nun alle, oder rund 200, Nationalstrassentunnels, welche länger als 300m sind, mit dem DAB+ Signal ausgerüstet seien.

strassentunnels

Leider können wir dies so noch nicht bestätigen. Gemäss unserer eigenen Liste, gibt es in einigen Tunnels immer noch Versorgungslücken, wie unsere Zusammenstellung HIER zeigt. 175 von 217 Tunnels sind ausgerüstet. Zudem ist oftmals nicht ganz sicher, welche DAB+ Ensembles in den Tunnels wirklich verbreitet werden. Natürlich kann es auch sein, dass unsere Informationen nicht hundertprozentig stimmen. Aus diesem Grunde bitten wir unsere Empfangsbeobachter, uns allfällige Korrekturen, Ergänzungen oder Neuaufschaltungen zu melden.

28.01.20 - Weg frei für 2. Bundesweites DAB+ Ensemble in Deutschland
Der Weg für die Aufschaltung des 2. DAB+-Bundesmux ist frei. Mit einer aussergerichtlichen Einigung zwischen der Digital Audio Broadcasting Plattform GmbH (DABP) und der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) ist der Streit um die Rechtmässigkeit der Zuweisung von DAB+-Frequenzen auf der Grundlage entsprechender Beschlüsse der Gremien der Landesmedienanstalten beigelegt worden, teilte der Präsident des Medienrates der SLM, Prof. Dr. Markus Heinker, mit.

Die komplexen Gespräche der Parteien seien unter der Prämisse geführt worden, die zeitnahe Bereitstellung von bis zu 16 neuen nationalen Hörfunkkapazitäten zu ermöglichen. Unter Mitwirkung der Antenne Deutschland GmbH und weiterer Partner konnte so die Einigung auf die Beilegung des Rechtsstreites erreicht werden.

slm logo

Im Jahr 2017 hatte die SLM der Antenne Deutschland GmbH - als Ergebnis eines Verfahrens nach § 51a Abs. 2 RStV - drahtlose Übertragungskapazitäten für die bundesweite terrestrische Verbreitung privater Hörfunkangebote im technischen Standard DAB+ (Multiplex) auf der Grundlage einer Entscheidung der Gremienvorsitzenden Konferenz der Landesmedienanstalten zugewiesen. Gleichzeitig lehnte sie den um diese Kapazitäten konkurrierenden Antrag der DABP ab. Gegen diese Zuweisungsentscheidung erhob die DABP im Dezember 2017 Klage beim Verwaltungsgericht Leipzig. Das Gericht gab der Klage der DABP mit Urteil vom Mai 2019 teilweise statt. Die SLM legte daraufhin im September 2019 Sprungrevision zum Bundesverwaltungsgericht ein, die aufgrund übereinstimmender Anträge der Parteien zugelassen worden war.

Die nunmehr erreichte aussergerichtliche Lösung beendet eine der bedeutendsten Rechtsstreitigkeiten der deutschen Medienlandschaft der jüngeren Geschichte.

Internet: http://www.slm-online.de

14.01.20 - Sender Gebidem im Oberwallis für digris Kanal 9D jetzt on Air
Wie bereits mehrfach angekündigt, ist nun auch der Sender Virsperterminen-Gebidem mit Kanal 9D on Air gegangen. Die Techniker haben heute vor Ort die letzten, nötigen Installationen vorgenommen. Gemäss Netzbetreiber digris handelt es sich um ein Antennen-Sharing bzw. eine Zusammenarbeit mit der SRG. Ein Novum für digris. Gesendet werden soll mit 4'000 Watt Leistung, vertikal polarisiert, so wie auch vom Standort Montana-Grand-Signal. Damit versorgt man grosse Teile des Oberwallis, ohne die topografisch ungünstiger gelegenen Seitentäler, aber auch grössere Teile des Unterwallis. Die folgenden vier Programme sind für dieses DAB-Ensemble aufgelistet:

spoon radio

open broadcast

radio gloria

maxxima

 

 

 



Wobei die Ausstrahlung von Maxxima noch nicht bestätigt ist. Dieses Programm wird aber erfahrungsgemäss auf jeder weniger gut belegten DAB-Insel ausgestrahlt. Man darf gespannt sein ob da nicht noch der eine oder andere Anbieter dazukommen wird.

sender gebidem digris     sendeantenne gebidem digris

Sender und Sendeantennen am Standort Gebidem (VS). Bilder: digris, facebook.

Mit der Inbetriebnahme des DAB-Ensembles Oberwallis schliesst digris nach einigen Jahren der intensiven Arbeit sein Portofolio an DAB-Inseln ab. Im Verlaufe des Jahres 2020 folgt dann noch der Aufbau eines flächendeckenden DAB+ Angebotes für die Westschweiz. Selbstverständlich wird die Versorgungsqualität der einzelnen DAB-Inseln auch künftig mit Sendern ergänzt und verbessert.

Internet: http://www.digris.ch

14.01.20 - Kanalwechsel zwischen Bern und Biel steht bevor
Gemäss den aktuellen Einträgen der Bundesnetzagentur (BNetzA), ist nun auch der Wechsel der Sender Port-Jäissberg und Solothurn-Spital von Kanal 10A auf 10D koordiniert und bestätigt. Netzbetreiber digris wird also in den nächsten Tagen mit der Umstellung der DAB-Insel Biel-Solothurn beginnen, was eine grosse Verbesserung darstellen wird. Bald folgt ja dann schon der neue Sender auf dem Grenchenberg. Noch unklar ist, ob danach die bisherigen zwei Sender weiterbetrieben werden. Nach der Entflechtung wird ebenfalls die DAB-Insel Bern-Fribourg besser zu empfangen sein, besonders nach der voraussichtlich im Mai 2020 erfolgenden Inbetriebnahme des Standortes Mühleberg-Stockeren.

Problematisch bleiben wohl weiterhin die gegenseitigen Auslöschungen der Inseln Bern-Fribourg und Neuchâtel-Yverdon.

Internet: http://www.digris.ch 

07.01.20 - Diverse Belegungsänderungen auf den digris DAB-Inseln
Gemäss der Webseite von Netzbetreiber digris, haben sich auf verschiedenen DAB-Inseln programmliche Änderungen ergeben. Diese sehen wie folgt aus:

- Kanal 5D (Aarau-Olten): Radio Stadtfilter hat diesen Kanal verlassen.
- Kanal 10A (Bern-Freiburg): Hier sendet neu Lifestyle 74.
- Kanal 10A (Biel-Solothurn): Hier sendet neu Lifestyle 74.
- Kanal 10D (Genève): Hier startet das Programm Geneva Latina. Anstelle von Fréquence Banane ist Espoir Radio
  gestartet.
- Kanal 8B (Lausanne): Anstelle von Fréquence Banane ist La Radio plus gestartet.
- Kanal 10A (Neuchâtel-Yverdon): Hier sendet neu Radio Tell.
- Kanal 10C (Sopra- und Sottoceneri): IP Music hat diesen Kanal verlassen.

la radio plus logo     radio geneva latina logo

Es ist noch nicht bestätigt ob alle Auf- und Abschaltungen schon vorgenommen wurden. Wie bereits berichtet, ist auf Kanal 5D (Zentralschweiz) per Anfang Jahr auch noch das Luzerner Spitalradio LuZ gestartet.

Bald sollte nun die DAB-Insel Oberwallis auf Kanal 9D offiziell starten.

Internet: http://www.digris.ch

Zur Webseite von Sunradio

06.01.20 - Zentralschweiz: Spitalradio LuZ neu auf DAB+
Seit dem 03. Januar 2020 sendet auf der digris DAB-Insel Zentralschweiz, Kanal 5D, anstelle von Radio RaBe das Luzerner Spitalradio LuZ. Der Sendestart auf DAB+ wurde mit einer Sondersendung gefeiert. Das Musikprogramm umfasst "die grössten Hits aller Zeiten".

spitalradio luz logo

Lustigerweise sendet man im Spital selbst noch immer via Telefonrundspruch, auf Kanal 1.

Internet: https://radioluz.ch

Zum DAB-Swiss Newsarchiv 2019

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sender höfen-beisseren 1

Sender Höfen-Beisseren. DAB-Antennen oben. (Foto:Stefan Grünig)

sender st chrischona 1

Sender St. Chrischona bei Basel im Frühling. (Foto:Stefan Grünig)

sender boltigen-jaunpass 1

Sender Boltigen-Jaunpass. DAB-Antennen oben. (Foto:Stefan Grünig)

sender arbaz ayent pas maimbre

Sender Arbaz Ayent Pas Maimbre im Wallis. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Monte San Salvatore im Tessin. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Wildhaus-Säntis im Winter bei Nacht. (Foto:Stefan Grünig)