Aktuelles aus der Schweizer DAB+ Szene

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10.04.21 - Radio Central und Gloria verlassen SMC Kanal 11C im Oberwallis
Im Oberwallis haben Radio Central und Radio Gloria SwissMediaCast (SMC) Kanal 11C verlassen und wurden nicht ersetzt. Radio Gloria seinerseits sendet auf digris Kanal 9D weiter.

Unser Empfangsmelder vor Ort, Julien Schroeter, bedauert, dass auf Kanal 11C drei praktisch identische Energy und drei religiöse Programme ausgestrahlt werden. Ein Mehrwert wären eigentlich Vintage und Rockit Radio, ebenfalls aus dem Hause Energy (Ringier).

09.04.21 - Die DABCOM (digris AG) kann in der Romandie definitiv starten
Wie das Branchenportal persoenlich.com heute aufgrund einer Pressemeldung der sda berichtet, kann Netzbetreiber digris die neue DAB+ Abdeckung von der DABCOM AG in der Westschweiz definitiv starten. Persönlich berichtet wie folgt: «Die zusätzliche DAB+-Funkkonzession für die Romandie geht an die DABCOM AG. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden und eine Beschwerde der Romandie Médias AG abgewiesen. Das Bundesverwaltungsgericht hält in einem am Freitag veröffentlichten Urteil fest, dass die Eidgenössische Kommunikationskommission Comcom bei der Vergabe der neuen Konzession die Kriterien bei allen Bewerberinnen korrekt bewertet habe.

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Die geplante Netzabdeckung von digris in der Westschweiz, zum vergrössern!

Die Angaben zu den relevanten Kriterien seien beim Ausschreibungsverfahren klar kommuniziert und die Bewerber darauf aufmerksam gemacht worden. Namentlich bei den Kriterien Medienvielfalt und Wirtschaftlichkeit hat die DABCOM gemäss Bundesverwaltungsgericht die beste Bewertung erhalten. Dieses Urteil ist abschliessend und kann nicht ans Bundesgericht weitergezogen werden.»

Gemäss der Homepage von digris ist für den Sendestart September 2021 vorgesehen, was wir jedoch als nicht realistisch beurteilen. Geplant ist DAB+ Kanal 10C, auf 18 teilweise bereits von digris verwendeten und einigen neuen Standorten, einzusetzen.

Internet: http://www.digris.ch

Zur Webseite von Sunradio

06.04.21 - Warum sendet eigentlich niemand auf DAB+ Kanal 13?
In Branchenkreisen dreht es sich in letzter Zeit immer wieder um die Frage, warum in der Schweiz eigentlich der DAB+ Kanal 13 nicht eingesetzt wird, wo es doch mit Gleichkanalbelegungen immer wieder zu ärgerlichen, gegenseitigen Auslöschungen kommt. Die Frage wurde uns nun durch Konrad Vonlanthen, Leiter Frequenzzuteilung beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) fachlich wie folgt beantwortet:

«Bereits in den früheren europäischen DAB Planungskonferenzen Wiesbaden 1995 und der Revision der Schlussakte in Constanza im Jahr 2007 wurde festgelegt, dass auch in der Schweiz über 230 MHz keine DAB-T Assingments erfolgen. An der regionalen Planungskonferenz für die Rundfunkbänder III, IV und V der ITU im Jahr 2006 wurden die Grundsätze für die digitale Nutzung der entsprechenden Frequenzbänder festgelegt und im sogenannten Vertrag «GE06» festgehalten. Dieser umfasst im Frequenzband III den Bereich 174MHz bis 230 MHz, also die Kanäle 5 bis 12 (für DAB jeweils in Subkanälen A bis D).

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Konrad Vonlanten, Leiter Frequenzzuteilung BAKOM. Foto: BAKOM.

Auf dem Vertrag GE06 aufbauende Zusatzvereinbarungen mit unseren Nachbarverwaltungen wurde ebenfalls für die Kanäle 5 bis 12 getroffen. Kanal 13 wird in der Schweiz für nicht zivile Anwendungen genutzt und steht demnach für Rundfunk auch langfristig nicht zur Verfügung.

Aus Gründen der Frequenzeffizienz und um die nötige Anzahl Frequenzbedeckungen pro Gebiet zu erreichen, ist die Planung und Nutzung von Gleich- und Nachbarkonstellationen zwingend. Die gewählten Wiederholungsabstände sind dabei so gewählt, dass die Versorgung in den jeweiligen Allotments und konzessionierten Gebieten plus einer gewissen Überreichweite grundsätzlich gewährleistet ist.»

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Symbolbild Scan Kanal 13 im DAB Player.

Somit ist definitiv klargestellt, dass Kanal 13 längerfristig weder in der Schweiz noch in der EU für DAB+ Ensembles verwendet werden kann. Schade eigentlich, obwohl angemerkt werden muss, dass mit einer umsichtigen technischen Planung der Frequenzen auch auf den bestehenden Kanälen 5 bis 12 sehr viele Programme untergebracht werden können, ohne gegenseitige Störungen.

30.03.21 - Klassik Radio neu auf SMC-Nordschweiz Kanal 7A
Bahnt sich da eine Osterüberraschung an? Wie uns die Empfangsbeobachter Marco Weis und Christian Schmidt unabhängig voneinander berichten, konnte heute Abend auf SwissMediaCast (SMC) Kanal 7A (Nordschweiz) erstmals die Ausstrahlung des Deutschen Klassik Radio beobachtet werden.

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Für diese Ausstrahlung, welche sicher auch Deutsche Grenzgänger erfreuen wird, haben wir uns schon seit vielen Jahren stark gemacht. Es handelt sich dabei noch nicht um eine für die Deutschschweiz flächendeckende Versorgung, aber immerhin um einen Anfang, nachdem ja SMC Kanal 7B (Deutschschweiz 2) nicht on Air gehen wird. Für diesen hatte sich Klassik Radio ursprünglich interessiert. Wir berichteten. Wünschenswert wäre natürlich jetzt noch die Aufschaltung auf SMC Kanal 8B (Bern-Freiburg-Solothurn), welcher jedoch momentan mit 18 Programmen voll ausgelastet ist. Vor einiger Zeit hat sich jedoch Radio Gloria für den Wechsel zu digris interessiert. Eine Chance für Klassik Radio, welches in der Nordschweiz bisher schon über Kanal 5C (1. Deutsches, bundesweites DAB-Ensemble «1. Bundesmux») empfangen werden konnte? Mit Klassik Radio senden auf Nordschweiz Kanal 7A aktuell 17 Programme.

Internet: http://www.swissmediacast.ch

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21.03.21 - DAB+ entwickelt sich rasant. Wo bleibt das Graubünden?
Es ist in den letzten Jahren erfreulich zu beobachten, wie sich das Digitalradio DAB+ in der Schweiz und im grenznahen Ausland entwickelt. Doch beim Blick auf die Versorgungskarte der Schweiz taucht unwillkürlich eine Frage auf: was ist im Kanton Graubünden los? Dieser flächenmässig grösste Schweizer Kanton, welcher jedoch in Sachen Bevölkerungsdichte nicht mit anderen zu vergleichen ist, scheint absolutes DAB+ Entwicklungsgebiet zu sein. Zwar sind in der Kantonshauptstadt Chur und im Rheintal vier Ensembles zu empfangen (SMC Kanal 7D Deutschschweiz, digris Kanal 8B Südostschweiz, SMC Kanal 9B Ostschweiz und SRG Kanal 12D Graubünden), aber in den anderen, teils touristisch sehr gut frequentierten Gebieten herrscht im Äther gähnende Leere. Da senden nur gerade SRG Kanal 12D und 12A. Letzterer für die italienischsprachigen Täler.

Abdeckungskarte vergrössern!

Versorgungskarte von SMC-Kanal 7D (Deutschschweiz) im Graubünden, zum Vergrössern.

Es ist ganz offensichtlich, dass sich bislang noch kein Netzbetreiber an dieses sendetechnisch sehr schwer versorgbare Gebiet gewagt hat, erfordern doch die vielen Bergtäler zahlreiche Sendeanlagen und versorgen damit ein Gebiet, welches wirtschaftlich nicht unbedingt attraktiv zu sein scheint. Ursprünglich hatte SwissMediaCast (SMC) einmal eine Konzession für einen Graubünden-Kanal erhalten, diese wohl nie genutzt. Seither hat sich niemand mehr an eine neue Planung in Angriff genommen und auch Netzbetreiber digris scheint im Graubünden keine weiteren Ausbaupläne mehr zu verfolgen. Gerade für touristische Gebiete wie Davos, Arosa, das Bergün und das ganze Engadin ist das sehr bitter. Hier ist eigentlich nur SRG-Kanal 12D zu empfangen.

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Zuoz im Engadin, versorgt ausschliesslich mit SRG-Kanal 12D. Foto: S. Grünig, Krattigen.

Trotzdem scheint es uns wichtig, dass die Versorgung des Kantons Graubünden mit DAB+ hier einmal thematisiert wird. Es kann nicht sein, dass im Jahr 2023, wenn UKW abgeschaltet wird, der Kanton Graubünden vom Rest der Schweiz radiomässig abgehängt wird. Es ist daher zu hoffen, dass die Zügel für den Bergkanton wieder in die Hand genommen werden. Durch wen und wie steht momentan leider noch in den Sternen. Nötigenfalls müsste das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) hier eine erneute Ausschreibung starten. Von Platzhirsch Radio Südostschweiz (früher Grischa) ist sicherlich keine Innovation in gewünschter Richtung zu erwarten, da man sich natürlich gerne ohne andere, private Konkurrenz wähnt.

19.03.21 - Digris gibt Ausbaupläne im Glarnerland und Verbesserungen in Zürich bekannt
Gemäss Mitteilung von Netzbetreiber digris, sind im laufenden Jahr doch einige Veränderungen und Ausbauschritte zu erwarten. Einerseits befinden sich vier neue DAB+ Sendestandorte für den Kanton Glarus in Evaluation. Dabei möchte man eine durchgängige Versorgung zwischen Chur und Linthal erreichen (Kanal 8B). Die nötigen Baugenehmigungsverfahren laufen noch und deshalb steht ein Inbetriebnahmetermin noch aus. Einige Standorte werden sicher im Jahr 2021 noch on Air gehen, andere aber auch erst 2022. Gemäss den Spekulationen im Schweizer Radioforum sind im Glarnerland folgende Standorte geplant:

- Weesen-Rüestel
- Mettmenalp ob Schwanden
- Braunwald (nicht Nussbüel, wohl Schwändibergstrasse)
- Matt-Weissenberge

Diese Angaben sind jedoch noch mit Vorsicht zu geniessen.

glarus wappen     zürich wappen     digris logo mi 2019-1

Was die Region Zürich anbelangt, so hat man bei digris auch hier einen konkreten Verbesserungsplan (Kanal 9D). Es wird ein neuer Standort in erhöhter Lage am Zürichsee in Betrieb genommen, dafür gehen zwei bisherige Sender vom Netz. Damit kann man die Abdeckung deutlich verbessern. Der Etzel befindet sich jedoch nicht in Planung. Diese Überlegungen werden in Kürze dem Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) vorgelegt.

In der kommenden Zeit wird digris an rund 10 Sendestandorten arbeiten, um seine Netzabdeckung zu verbessern und seine DAB+ Angebote zu konsolidieren. Mit dabei sein wird auch der topografisch hervorragend gelegene Sender auf dem Grenchenberg (Kanal 10D). Wir informieren an dieser Stelle, sobald sich alles konkretisiert.

Internet: http://www.digris.ch

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16.03.21 - Romandie Médias SA plant sieben neue Füllsender
Gemäss den aktuellen Anträgen bei der Deutschen Bundesnetzagentur (BNetzA), plant der Westschweizer Netzbetreiber Romandie Médias SA (RMS) die Inbetriebnahme von sieben neuen Füllsendern. Diese befinden sich vorwiegend an den heutigen, privat betriebenen UKW-Sendern.

Cormoret-Graffenried Dessous, 1'000 Watt, vertikal
Haute Sorne, 500 Watt, vertikal
Nyon-Levratte, 200 Watt, vertikal
Orvin-Rochelles, 100 Watt, vertikal
Praz-Champs Maitre, 1'000 Watt, vertikal
Renens-Lausanne, 500 Watt, vertikal
Saint Gringolph-Grand Devin, 1'600 Watt, vertikal

Wie RMS auf ihrer Webseite bekanntgibt, will man im Jahr 2021 eine ähnlich gute Abdeckung wie die SRG erreichen. Wann die neuen Sender datumsmässig on Air gehen, ist derzeit noch nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass der Netzbetreiber mit dem guten Ausbau seines DAB+ Angebotes der ausländischen Konkurrenz aus Frankreich Paroli bieten will.

Internet: https://romandiemedias.ch

16.03.21 - Wie weiter nach dem Aus für die zweite DAB+ Abdeckung in der Deutschschweiz?

Eine Betrachtung von Stefan Grünig.

Nach dem Rückzug von SwissMediaCast (SMC) vom 2. Deutschschweiz-Ensemble auf Kanal 7B, bleiben doch einige Fragen offen. Was geschieht nun mit dieser Konzession? Gibt es eine erneute Ausschreibung durch das BAKOM? Besteht wirklich kein Interesse an dieser zusätzlichen Kapazität? Fakt ist, dass der Markt in der Schweiz mit Programmangeboten ziemlich gesättigt ist und die kommerziellen Privatradios peinlichst darauf achten, dass ihnen aus dem Ausland keine Konkurrenz erwächst.

Karte vergrössern!     dab kampagne mehr sender 2021-1

So hätte die Abdeckung des SMC-Kanal 7B bei Inbetriebnahme ausgesehen. Karte zum Vergrössern.

Tatsächlich sind die Marktkapazitäten in der Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern wie Deutschland oder Frankreich durchaus begrenzt. Der Werbemarkt ist weitgehend ausgetrocknet und wer sich nicht einer grossen Vermarktungsfirma anvertraut, hat es schwer, überhaupt einen Franken an Werbegeldern in die Kasse zu bekommen. Das ist natürlich kein besonderer Ansporn für Startups oder bestehende Internetprogramme, welche im grösseren Rahmen als auf den digris DAB-Inseln on Air gehen möchten. Eine Deutschschweizweite DAB+ Ausstrahlung kann jährlich schnell mehr als Fr. 200'000.00 kosten. Solche Aufwände kann sich praktisch nur noch ein grösseres Verlagshaus leisten, welches die Gelder quersubventionieren kann. Mit privaten Geldgebern ist dies schlichtweg nicht zu stemmen. Die Hörerzahlen im Radiobereich bleiben weitgehend stabil und es ist nicht mit grossen Verschiebungen zu rechnen. Auch deshalb will eine neue, flächendeckende DAB-Verbreitung gut überlegt sein.

Kommt dazu, dass die Preise für gute Sendestandorte bei Swisscom Broadcast in naher Zukunft sicher nicht sinken werden, hat doch der grösste Schweizer Telekomanbieter in den letzten Jahren einige Einbussen bei den Mieteinnahmen zu verzeichnen, mit dem Wegfall des terrestrischen Fernsehens, DVB-T. Ab 2023 werden auch die Einnahmen für die UKW-Sender wegfallen, sodass viele teure Sendetürme nur noch gerade mit DAB+ und anderen behördlichen oder privaten Funkdiensten Einnahmen generieren werden. Man stelle sich wartungsintensive Bauwerke wie den Uetliberg, St. Chrischona, den Säntis, den Chasseral oder den Bantiger vor und welche Kosten diese generieren. Irgendwo muss ja bei Swisscom Broadcast auch dieses Geld wieder refinanziert werden.

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Der exponierte Sendeturm auf dem Säntis in der Ostschweiz. Foto: S. Grünig, Krattigen.

Ob Netzbetreiber digris Interesse an der 2. Abdeckung in der Deutschschweiz hat, ist mehr als fraglich. Dieses Unternehmen hat ja noch ein DAB+ Ensemble in der Westschweiz in Betrieb zu nehmen, die Versorgung des Kantons Tessin fertigzustellen und die Kantone Schwyz, Uri und Glarus neu zu versorgen. Dass man sich da noch auf die Äste hinauslassen will, ist eher unwahrscheinlich. Das Problem wäre dasselbe wie bei SMC: welche Anbieter interessieren sich wirklich seriös für diese zusätzliche Sendekapazität? Viel wahrscheinlicher ist es, dass digris sein Netz mit guten Sendestandorten verdichtet und weitere Kanalentflechtungen vornimmt. Mit einer massvollen Sendeleistungserhöhung könnte plötzlich eine flächendeckende Versorgung zwischen den Ballungsräumen realistisch werden. Der digris-Zug fährt wohl eher in dieser Richtung.

Wunschdenken ist es wohl, dass die SRG sich mehr Übertragungskapazität sichern würde, um bei ihren Programmen künftig die Bitraten zu erhöhen und damit in eine bessere Audioqualität zu erreichen.

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Was die ausländischen Radioanbieter anbelangt, ist eher nicht mit einem Engagement in der Schweiz zu rechnen. Die Radios aus Deutschland versorgen mit ihren grenznahen Sendern sowieso schon grosse Teile der Deutschschweiz und können die hohen Kosten der Schweiz nur schwer stemmen. Zudem ist der Schweizer Markt wohl auch für sie zu klein um gewinnbringend bewirtschaftet zu werden. Viele Radios aus Deutschland und Frankreich müssen nun zuerst einmal zusehen, dass sie mit den eigenen, teils mageren Rundfunkbeiträgen überhaupt die heimischen Gefilde sauber abdecken können.

Kurz und bündig: in den nächsten Jahren wird sich, nicht zuletzt mit dem Wegfall der Technologiefördergelder, auf dem Schweizer Markt nicht mehr viel bewegen. Wie’s dann nach der Abschaltung von UKW Anfang 2023 weitergeht, ist eine andere Geschichte.

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15.03.21 - Definitiv kein 2. DAB+ Ensemble von SMC in der Deutschschweiz und Ausbau im Tessin
Gemäss den neusten Informationen, welche wir heute von SwissMediaCast (SMC) Geschäftsführer, Bernhard Schmid, erhalten haben, hat der Netzbetreiber seine Konzession für die 2. DAB+ Abdeckung in der Deutschschweiz per Ende 2020 an das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) zurückgegeben. Somit wird Kanal 7B also definitiv nicht starten. Grund dafür ist gemäss Schmid die Tatsache, dass es zu wenig seriöse Interessenten für dieses Ensemble gab und es schlussendlich allen Beteiligten recht war, dass die hierfür zugewiesenen Technologiefördergelder wieder für anderes frei wurden. Schade, aber hat sich eigentlich schon seit einiger Zeit abgezeichnet. Somit wird auch das Deutsche Klassik Radio in der Schweiz nicht terrestrisch on Air gehen.

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Der Sender Avegno-Cardada von Swisscom Broadcast. Foto: S. Grünig, Krattigen.

Erfreulich ist für SMC hingegen die Ausgangslage im Tessin. Dort musste man, damit die Gelder des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) nicht verfallen, unbedingt rasch starten und hatte ursprünglich nur einen einzigen, konkreten Interessenten. Mittlerweile ist das Ensemble auf Kanal 8C jedoch gut mit Deutschschweizer Programmen belegt und müsste gemäss der Konzession nur noch eine zusätzliche Sendeanlage in Betrieb genommen werden. Gemäss Bernhard Schmid wird wohl am Standort Avegno-Cardada noch ein neuer Sender gebaut, um das Maggiatal und die Gambarogno besser zu versorgen. Danach wird das Tessin-Ensemble von SMC eine sehr attraktive Abdeckung aufweisen, selbst weit über die Landesgrenze hinaus.

Internet: http://www.swissmediacast.ch

10.03.21 - Neuer DAB+ Sender für SwissMediaCast Kanal 7A
Am Montag, 8. März 2021 hat Netzbetreiber SwissMediaCast (SMC) den neuen Füllsender Wildberg-Tösstal für DAB+ Kanal 7A (Nordschweiz) in Betrieb genommen, und zwar mit einer Sendeleistung von 170 Watt, vertikal. Damit verbessert sich der Empfang im Gebiet Turbenthal, Wildberg, Zell und Wila, wie im Schweizer Radioforum gemeldet wird.

Internet: http://www.swissmediacast.ch

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10.03.21 - Ab sofort ist SRF 2 Kultur auch im Tessin via DAB+ zu hören
Die SRG teilt mit, dass ebenfalls seit Montag, 8. März 2021 das deutschsprachige Radioprogramm SRF 2 Kultur via DAB+ auch in der italienischsprachigen Schweiz empfangbar ist. Gesendet wird auf Kanal 12A (Südschweiz).

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Im Gegenzug wurde im Tessin das private Radio Südostschweiz (RSO) auf Kanal 12A abgeschaltet und sendet neu auf SwissMediaCast (SMC) Kanal 8C.

Internet: http://www.broadcast.ch

25.02.21 - Das Digitalradio DAB+ wird in der Schweiz immer beliebter
Der Trend zu Digitalradio setzt sich weiter fort: Drei Viertel der Radionutzung erfolgt digital. DAB+ ist der am meisten genutzte Radio-Empfangsweg in allen Landesteilen. Nur noch jede achte Person gibt an, ausschliesslich UKW-Radio einzuschalten.

Radiohörerinnen und -Hörer empfingen im Herbst 2020 von 100 Radiominuten pro Tag durchschnittlich 73 Minuten auf digitalem Weg. Die digitale Radionutzung ist somit in den letzten fünf Jahren um 24 Prozentpunkte gestiegen. Dies hat die Arbeitsgruppe Digitale Migration («AG DigiMig») im Rahmen des SRG-Jahresmeetings der GfK 2021 am 25. Februar 2021 bekannt gegeben. DAB+ ist mit 41 Prozent in allen Landesteilen und Altersgruppen der meistgenutzte Empfangsweg. Die Nutzung über die anderen beiden digitalen Empfangswege Internet-Radio und Digital-TV bleibt derweil praktisch konstant und hat sich bei 32 Prozent eingependelt. Gleichzeitig ist die UKW-Nutzung in den letzten fünf Jahren um 24 Prozentpunkte auf 27 Prozent gesunken. Gar nur noch 12 von 100 Personen gaben an, ihre Radioprogramme ausschliesslich über UKW zu empfangen.

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2020 gelangten knapp 600’000 DAB+-Radios (inkl. Autoradios) in den Markt. Gemäss den halbjährlich durchgeführten Erhebungen des Marktforschungsintituts GfK bei den Elektronikfachgeschäften sind somit seit 2000 insgesamt 5.4 Millionen DAB+-Geräte verkauft worden. Das entspricht einer Abdeckung von rund eineinhalb Geräten pro Haushalt.

Auch die DAB+-Ausrüstung auf der Strasse zeigt einen deutlichen Aufwärtstrend: 99 Prozent aller Neuwagen sind heute standardmässig mit einem DAB+-Radio ausgerüstet. Trotz des pandemiebedingten Einbruchs bei den Autoverkäufen erhöhte sich 2020 der Bestand an DAB+-tauglichen Personenwagen um 275’000 auf knapp 2 Mio. Fahrzeuge. Positiv entwickelte sich auch die Nutzung von DAB+ im Auto: In 42 Prozent aller Fahrzeuge konnte Ende 2020 DAB+ empfangen werden; gleichwohl ist die Nutzung via DAB+ mit 47 Prozent höher als mit UKW (45%), und insgesamt beträgt die digitale Nutzung (inkl. Internet) sogar 55 Prozent.

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Der Kommentar:
Manchmal tun wir Menschen uns sehr schwer damit, Gewohntes und Bewährtes loszulassen, doch nicht immer ist das Neue schlechter. UKW hat während vielen Jahrzehnten seinen treuen Dienst erwiesen, doch das Band wurde immer mehr überfüllt, sodass die Vielfalt und die Empfangsqualität verloren gingen. Nun, nach vielen Jahren des zähen und teils schleppenden Aufbaus, scheint es das Digitalradio DAB+ mit seiner grossen Vielfalt an Angeboten endlich geschafft zu haben. DAB+ ist bei der Hörerschaft definitiv angekommen und erfreut sich stets wachsender Beliebtheit. So darf man getrost auf die UKW-Abschaltung im Jahr 2023 blicken, auch wenn es sicher noch Versorgungslücken zu stopfen gibt. Ebenfalls sind noch einige Sendeleistungserhöhungen vorzunehmen, besonders bei den Netzanbietern SwissMediaCast (SMC) und digris, damit ein problemloser Empfang auch hinter dicken Wänden gewährleistet ist. Ein grosses Thema, welches uns in den nächsten Jahren beschäftigen wird, ist die Übertragungsqualität auf DAB+. Für empfindliche Ohren ist das momentan nach wie vor eher ein Rückschritt. Hier müssten für die Zeit nach UKW eindeutig die Bitraten nach oben angepasst werden, vielleicht sogar mit den freiwerdenden Geldern der wegfallenden UKW-Sender. Das Digitalradio sollte seinem Namen des lupenreinen, gehaltvollen Klangs unbedingt gerechter werden. Wir werden sehen…

Stefan Grünig, Betreiber DAB-Swiss

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23.02.21 - Tunnelversorgung mit digris DAB-Inseln noch unvollständig
Erst kürzlich haben wir an dieser Stelle über den beinahe Vollausbau von DAB+ in den Schweizer Nationalstrassentunnels berichtet. Das ist an und für sich sehr erfreulich und dennoch sind gerade bei den DAB-Inseln von Netzbetreiber digris noch Unzulänglichkeiten festzustellen. So wie wir informiert sind, liegt die Zuständigkeit dafür beim Bundesamt für Strassen (ASTRA) und nicht beim Netzbetreiber. Es wäre durchaus wünschenswert, wenn diese Lücken in nächster Zeit noch geschlossen würden. Folgende Mängel haben wir zusammen mit unseren Empfangsbeobachtern festgestellt:

Kanton Aargau
Die drei Tunnels an der A3, Bözberg, Habsburg und Schinznacherfeld haben keinen Kanal 9D (Zürich). Der Sender Baden ist jedoch in Sichtweite.
Kanton Baselland
Der Tunnel Arisdorf an der A2 hat keinen Kanal 10A (Basel). Der Sender St. Chrischona ist in Sichtweite.
Der Tunnel Schänzli an der A2 (A18) hat keinen Kanal 10A (Basel). Der Sender St. Chrischona ist in Sichtweite.
Der Tunnel Reinach an der A18 hat keinen Kanal 10A (Basel). Der Sender St. Chrischona ist in Sichtweite.
Kanton Bern
Die beiden neuen Tunnels an der A5, Büttenberg und Längholz haben keinen Kanal 10D (Biel-Solothurn). Beim Tunnel Pieterlen an der A5 herrscht ebenfalls Funkstille. Der Sender Port ist in Sichtweite. Im Tunnel Simmeflue, an der A6, läuft kein Kanal 6A (Berner Oberland), obwohl der Empfang bis weit ins Simmental reicht.
Kanton Nidwalden
Der wichtige und lange Tunnel Seelisberg an der A2 bietet keinen Kanal 5D (Zentralschweiz). Der Sender Kriens ist in Sichtweite.
Kanton St. Gallen
Die drei Tunnels an der A1, Rosenberg, St. Fiden und Stephanshorn haben keinen Kanal 9D (St. Gallen). Die Sender Gossau und Eggersriet sind in Sichtweite.
Kanton Solothurn
Die vier Tunnels an der A5, Birchi, Grenchner Witi, Lüsslingen, Spitalhof weisen allesamt keinen Kanal 10D (Biel-Solothurn) auf. Der Sender Solothurn ist in Sichtweite.
Kanton Wallis
Die A9-Tunnels Turtmann und Sierre weisen keinen Kanal 9D (Oberwallis) auf, obwohl diese ganz klar im Sendegebiet liegen. Auch die A6-Autoverladzufahrt, der Tunnel Hohtenn-Mittal weist keinen 9D-Empfang auf.

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Nationalstrassentunnel der A9 im Wallis. Foto: ASTRA. DAB-Swiss Tunnelversorgungskarte der Schweiz.

Unser Empfangsbeobachter, Markus Möckli dazu: «Der Tunnel Ligerz am Bielersee ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie sich die effektive Empfangslage in einer Region abbilden lässt! Ihre Hausaufgaben gut gemacht haben beispielsweise die Kantone Basel-Stadt, Schaffhausen und Zürich.» Bei weiteren digris DAB-Inseln wären sicherlich auch noch Optimierungen angebracht.

12.02.21 - GDS.FM sendet neu auf zwei zusätzlichen DAB-Inseln
GDS.FM (Radio gegen den Strom), ist ab sofort auf zwei weiteren DAB-Inseln von Netzbetreiber digris zu hören. Einerseits in Aarau-Olten (Kanal 5D) und Winterthur-Schaffhausen (Kanal 5D).

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Das Programm will alternativen, einheimischen Künstlern eine Plattform bieten und sendet vorallem Musik aus dem Genere "Electric" mit Live-Mixes von DJ's.

Internet: http://www.gds.fm

Zur Webseite von Sunradio

03.02.21 - Auch Radio Südostschweiz sendet jetzt im Tessin auf DAB+
Auf SwissMediaCast (SMC) Tessin-Kanal 8C wurde jetzt auch noch Radio Südostschweiz aufgeschaltet, mit 64 kbit/s Übertragungsrate, wie alle anderen Programme. Somit senden jetzt 16 Programme aus der Deutschschweiz in diesem neuen DAB-Ensemble.

radio südostschweiz logo

Internet: http://www.swissmediacast.ch

01.02.21 - Neuer Rocksender für das Tessin auf DAB+
Heute wurde auf digris Kanal 10C im Tessin (Sopra- und Sottoceneri) das Dance-Programm Maxxima von Stan Roehrich durch TiRock ersetzt. Dabei handelt es sich offensichtlich um ein weiteres Angebot, welches sich ausgiebig der Musiksparte Rock widmet. Nähere Angaben zum Betreiber, zur Programmgestaltung und zur Organisation liegen uns leider nicht vor.

tirock banner

Internet: http://www.tirock.ch

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20.01.21 - Radio Top und Top Two neu auch im Tessin on Air
Aus Italien meldet man uns, dass im Tessin auf SMC Kanal 8C nun auch Radio Top und Top Two zu empfangen sind. Auch da will man das Feld nicht kampflos der Konkurrenz überlassen. Aktuell sind damit 15 Programme auf Kanal 8C bis weit hinein nach Italien (Poebene) zu empfangen.

radio top top two logos

So langsam mausert sich das Tessin-Ensemble zu einem Abbild von SMC Deutschschweizkanal 7D.

Internet: http://www.swissmediacast.ch

20.01.21 - DAB+ Vollausbau in den Nationalstrassentunnels beinahe abgeschlossen
Mittlerweile ist der DAB+ Tunnelausbau in der Schweiz durch das Bundesamt für Strassen (ASTRA) tatsächlich beinahe abgeschlossen. Von 222 Nationalstrassentunnels, welche länger als 300 Meter sind, verfügen nun 210 über ein DAB+ Signal. Einige Tunnels befinden sich noch in Bau. In Zusammenarbeit mit unserem Empfangsbeobachter, Markus Moeckli, haben wir unsere Zusammenstellung aktualisiert und auf den neusten Stand gebracht. In der Liste sind auch die einzelnen, in den Tunnels ausgestrahlten DAB+ Ensembles ersichtlich. Das laufend aktualisierte PDF-Dokument befindet sich HIER.

Karte vergrössern!     logo bundesamt für strassen 2021-1

Die aktuelle Übersichtskarte der mit DAB+ versorgten Strassentunnels ergibt für unser bergiges Land ein imposantes Bild. Karte zum Vergrössern!

Markus Moeckli zu zwei weiteren Tunnels: «Von den wichtigen Tunnels ist "Eich" an der A2 noch ohne DAB. Die Einspeisung wird aber nach Beendigung der Sanierungsarbeiten in diesem Jahr erfolgen. Die beiden "Taubenloch-Tunnels" (ebenfalls Sanierung) an der A16 waren im September 2020 noch nicht startklar.»

Noch nicht durchwegs befriedigend ist die Versorgung der Tunnels mit den DAB-Inseln von Netzbetreiber digris. An den Randgebieten finden sich da leider noch grössere Lücken. Beispielsweise im Tunnel Simmeflue (A6), welcher eigentlich unbedingt mit Kanal 6A (Berner Oberland) versorgt sein sollte. Hier werden aber sicher zeitnah noch Verbesserungen kommen.

Somit ist ein weiterer Meilenstein der DAB+ Vollversorgung in der Schweiz getan! Noch offen bleibt weiterhin die Frage, ob die empfangbaren DAB+ Ensembles entlang der Autobahnen künftig sinnvollerweise nicht auch ausgeschildert werden, so wie es bei UKW üblich war.

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10.01.21 - IP Music und Maxxima ergänzen die digris DAB-Inseln
Netzbetreiber Digris AG, hat seine DAB-Inseln heute mit Lückenfüllern ergänzt, welche meistens nur dort senden, wo es genügend Platz hat. Es handelt sich dabei um IP Music, welches neu auf folgenden 10 Inseln aufgeschaltet wurde:


Aarau-Olten (Kanal 5D), Basel (Kanal 10A), Bern-Freiburg (Kanal 10A), Berner Oberland (Kanal 6A), Biel-Solothurn (Kanal 10D), Oberwallis (Kanal 9D), St. Gallen (Kanal 9D), Südostschweiz (Kanal 8B), Winterthur-Schaffhausen (Kanal 5D) und Zentralschweiz (Kanal 5D).

Ebenfalls wurde das Programm Maxxima von digris Mitarbeiter Stan Roehrich noch auf folgenden drei Inseln aufgeschaltet:

Bern-Freiburg (Kanal 10A), Winterthur-Schaffhausen (Kanal 5D) und Zentralschweiz (Kanal 5D).

maxxima logo 2021     ip music logo 2021

Damit sind die DAB-Ensembles von digris nun wieder ziemlich gut gefüllt, zumal es sich bei den beiden Angeboten um einen echten, musikalischen Mehrwert handelt.

05.01.21 - my105 jetzt auch auf vier zusätzlichen DAB-Inseln
Einen erfreulichen Zuwachs hat es auf den digris DAB-Inseln gestern gegeben: das Programm my105 wurde auf fünf zusätzliche Ensembles aufgeschaltet und zwar im Berner Oberland (Kanal 6A), Oberwallis (Kanal 9D), Sopra- und Sottoceneri (Kanal 10C) und Südostschweiz (Kanal 8B).

my105 werbung 2021-1

Damit ist my105, das Dance- und Partyradio von Giuseppe Scaglione nun in der Deutschschweiz und dem Tessin auf allen DAB-Inseln von digris zu empfangen. Eine positive Meldung, nach dem grossen Aderlass von digris Ende 2020.

Internet: http://my105.ch

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01.01.21 - Grosse Programmrochaden und weniger Programme bei digris
Was wir schon seit längerem befürchtet haben, ist zum Jahreswechsel leider eingetroffen. Zahlreiche Radioprogramme haben die digris DAB-Inseln verlassen und nur wenige Neuzugänge sind zu verzeichnen. Es ist anzunehmen, dass dies einen Zusammenhang mit der COVID-19 Krise und der Rückstufung der Technologieförderungsgelder (Bundessubventionen) zu tun hat. Man kann durchaus von einer Konsolidierung sprechen, denn viele Programme konzentrieren sich nun auf ihr Kernversorgungsgebiet und decken nicht mehr weite Teile der Schweiz ab. Folgende Änderungen sind festzustellen:

Neue Programme/Sendeplätze (7 Sendeplätze)
Basel (Kanal 10A)
Radio Tell
Genève (Kanal 10D)
Radio Vaanam, UCB Geneva
Neuchâtel-Yvedon (Kanal 10A)
FonikRadio
Sopraceneri (Kanal 10C)
Radio Studio Star
Sottoceneri (Kanal 10C)
Radio Studio Star
Unterwallis (Kanal 10D)
Radio Tell
Winterhur-Schaffhausen (Kanal 5D)
Sout al Khaalej

digris logo mi 2019-1

Eingestellte Programme/Sendeplätze (31 Sendeplätze)
Aarau-Olten (Kanal 5D)
Radio Rabe, Rundfunk Positiv
Basel (Kanal 10A)
Radio Rabe
Bern-Freiburg (Kanal 10A)
Radio2you, Radio X
Berner Oberland (Kanal 6A)
Radio2you, 3fach, Kanal K, Rundfunk Positiv
Biel-Solothurn (Kanal 10D)
3fach, Kanal K
Genève (Kanal 10D)
GlobalSport
Lausanne (Kanal 8C)
GlobalSport
Neuchâtel-Yverdon (Kanal 10A)
GlobalSport, magic Radio
Sopraceneri (Kanal 10C)
Radio Central, Radio R
Sottoceneri (Kanal 10C)
Radio R
Südostschweiz (Kanal 8B)
3fach, Rundfunk Positiv
Unterwallis (Kanal 10D)
GlobalSport, magic Radio
Winterhur-Schaffhausen (Kanal 5D)
3fach, Country Radio Switzerland, Kanal K, Radio Munot, Radio X
Zentralschweiz (Kanal 5D)
Radio X, Stadtfilter
Zürich (Kanal 9D)
Country Radio Switzerland

Daraus zeigt sich, dass besonders die DAB-Inseln Berner Oberland und Winterthur-Schaffhausen bluten. Im Berner Oberland sind neu nur noch 7 Programme zu hören, in Winterthur-Schaffhausen nur noch 11. Ebenfalls traurig sieht es in der Südostschweiz mit nur noch 5 Programmen, im Oberwallis und in St. Gallen mit nur je 9 Programmen aus. Sender wie GlobalSport oder Radio2you sind ab sofort gar nicht mehr über DAB+ zu empfangen. Letzteres war auch nur ein lieblos zusammengestelltes Nonstopmusikprogramm aus dem Hause Radio BeO. Country Radio Switzerland hat seinen Abgang ja schon vor einem Jahr lautstark angekündigt. Die Alternativsender Radio Rabe, Radio X, 3fach und Kanal K ziehen sich auf ihre Stammgebiete zurück. World Radio Switzerland (WRS) hat aus finanziellen Gründen die Deutschschweiz schon seit einigen Monaten abgeschaltet. Hier darf man aber vielleicht mit einer Neuaufschaltung rechnen, zumal der englischsprachige Anbieter jetzt bereits im Unterwallis wieder on Air ist.

Es ist nicht ganz sicher, ob alle Anbieter die digris DAB-Inseln freiwillig verlassen haben oder ob es dabei auch um unbezahlte Rechnungen geht.

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radio vaanam logo 2021-1

Zu den bisher noch unbekannten Neuzugängen: FonikRadio, nennt sich das neue Nordwaadtländer Radio mit einem bunten Musikallerlei, lokalen Aktualitäten und vielen einheimischen Interpreten. Radio Vaanaam ist ein Programmangebot für Tamilen in der Agglomeration Genf. UCB Geneva (United Christian Broadcasters) ist ein internationaler Anbieter und somit weiterer christlich geprägter Sender für dasselbe Empfangsgebiet. Radio Tell nimmt seinerseits wieder zwei DAB-Inseln ins Versorgungsgebiet auf: Basel und das Unterwallis und im Tessin ist Radio Studio Star aus Verbania jetzt auch wieder über DAB+ zu hören, nachdem dieses für einige Monate off Air war.

Der Kommentar:
Als Grund für die vielen Wechsel kann nicht die Empfangsqualität der digris DAB-Inseln ins Feld geführt werden, sondern vielmehr die finanziellen Engpässe, welche durch die Pandemie entstanden sind und die wegfallenden Subventionsgelder des Bundes. Bei 80% Technologieförderung sagte sich noch dieser oder jener Anbieter, dass er lieber für wenige Jahre auf einigen DAB-Inseln mehr sendet, um die Bekanntheit zu erhöhen, da ja effektiv nur noch 20% Sendekosten entstanden sind. Deshalb diese jetzige Konsolidierung. Natürlich gib es bei digris noch Empfangslücken und lästige Gleichkanalbelegungen, aber der Netzbetreiber arbeitet mit Hochdruck an der Schliessung der Lücken und der Entflechtung der Frequenzen. Doch zaubern kann man auch hier nicht. Zudem waren die digris DAB-Inseln immer für kleinere Gebiete gedacht und nicht für eine flächendeckende Versorgung. Es ist jedoch zu hoffen, dass sich solche Fluktuationen künftig nicht wiederholen und es auf den DAB-Inseln nun wieder etwas ruhiger wird. Innovative Neuzugänge sind natürlich immer willkommen, zumal der Bund ja nun die Technologieförderung für das Jahr 2021 auf minimal 50% festgelegt hat. Die Zeiten mit der grössten Vielfalt auf DAB+ sind in der Schweiz aber vorerst leider einmal passé. Der Zenit ist überschritten!

Stefan Grünig, Betreiber DAB-Swiss

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Sender Höfen-Beisseren. DAB-Antennen oben. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender St. Chrischona bei Basel im Frühling. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Boltigen-Jaunpass. DAB-Antennen oben. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Arbaz Ayent Pas Maimbre im Wallis. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Monte San Salvatore im Tessin. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Wildhaus-Säntis im Winter bei Nacht. (Foto:Stefan Grünig)

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