Aktuelles aus der Schweizer DAB+ Szene

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22.06.21 - Digris plant höhere Sendeleistungen für Kanal 10C in der Romandie
Netzbetreiber Digris AG gibt buchstäblich Vollgas für den Aufbau des neuen Angebotes für die Romandie, auf Kanal 10C (betrieben durch DABCOM). Im neuen Netz wird mit viel höheren Leistungen gesendet, als bisher gewohnt. Folgende Einträge sind in der Bundesnetzagentur (BNetzA) nachzulesen.

Martigny-Chemin Dessous, 2'500 Watt, vertikal
Le Fierney (F), 10’000 Watt, vertikal
Petit Salève (F), 5'000 Watt, vertikal
Reyvroz (F), 25'000 Watt, vertikal
Vouvry-Chavalon, 3'000 Watt, vertikal

Abdeckungskarte vergrössern!     digris sender reyvroz 2021-1

Die Bilder zeigen die ungefähre Abdeckungskarte der fünf erwähnten Sender (ohne Berücksichtigung von Antennendiagrammen und Reflektionen an den Bergen. Im Unterwallis wird die Versorgung in Realität dadurch viel besser sein.) und die eindrückliche Antennenanlage von Reyvroz, in Frankreich.


Mit diesen fünf Sendeanlagen wird digris das untere Rhonetal und das gesamte Genferseebecken sauber abdecken können. Ebenfalls kommen grössere Gebiete im französischen Savoyen in den Genuss der neuen DAB+ Angebote aus der Schweiz. Momentan laufen an den Standorten die Montagearbeiten und Installationen. Der Sendestart ist immer noch für September 2021 geplant. Welche Programme in diesem DAB+ Ensemble mit an Bord sein werden, ist momentan noch nicht bekannt.

Internet: http://www.digris.ch

21.06.21 - OneDance jetzt auch in Aarau-Olten und in der Zentralschweiz
Auf den digr DAB-Inseln Zentralschweiz (Kanal 5D) und Aarau-Olten (Kanal 5D) ist jetzt der bereits im Tessin via DAB+ verbreitete Sender OneDance gestartet. Eine weitere musikalische Bereicherung für diese zwei DAB-Inseln.

one dance fm logo

Das Radio ist ein Angbeot der Content4media GmbH mit Sitz in Baar (ZG).

Internet: https://www.onedancefm.ch

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18.06.21 - Kann Radio 1 bis 2024 auf UKW weitersenden?
Die UKW-Abschaltturbulenzen gehen in die nächste Runde. Offensichtlich verlangt das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) die noch bis 2024 laufenden Konzessionen für die UKW-Verbreitung der Privatradios nicht zurück und geht damit den angedrohten, juristischen Schritten von Roger Schawinski aus dem Weg. Zwei Fragen bleiben dabei offen:

1. Was geschieht nach 2024? Kann es rechtlich angefochten werden, dass keine neuen UKW-Konzessionen mehr ausgestellt werden?
2. Was machen nun die anderen Player bis 2024? Halten sie sich an den vereinbarten UKW-Abschaltplan (SRG Mitte 2022 und Private Anfang 2023)?

Es könnte durchaus sein, dass Radio 1 in der Schweiz ab Anfang 2023 noch für ein Jahr ganz alleine auf UKW sendet.

Eines hat Roger Schawinski mit seiner Aktion sicher bereits ausgelöst: ein Riesendurcheinander!

16.06.21 - Schawinskis Argumente gegen die UKW-Abschaltung im Faktencheck
Einen riesigen Wirbel veranstaltet Roger Schawinski, Radiopionier und Chef von Radio 1 momentan in den Medien, in der Radiobranche und in Bundesbern. Mit zahlreichen Behauptungen, einer Unterschriftensammlung, Radiospots und rechtlichen Schritten will er die bereits definierte Abschaltung von UKW in den Jahren 2022/23 verhindern. Wir berichteten bereits mehrmals. Doch sind Roger Schawinskis Argumente wirklich fundiert und wahrheitsgetreu? Zusammen mit der Union nicht Gewinnorientierter Lokalradios (UNIKOM) haben wir Schawinskis Aussagen einem Faktencheck unterzogen. Resultat: da wird heftig «verdreht und gebogen»!

«Der DAB+ Empfang ist schlecht»
Bei den grossen Radios stimmt das schlichtweg nicht. Das können wir auch mit den zahlreichen, eigenen Testfahrten bestätigen (Bsp. Im Gasterntal bei Kandersteg ist kein genügender UKW-Empfang möglich, DAB+ läuft jedoch bis ganz hinten im Tal). Die Versorgung wurde von der SRG geplant und ist entsprechend gut. Das heisst. 98% der Bevölkerung ist versorgt. Bei den nicht kommerziellen Radios trifft es zu, dass in Innenstädten Versorgungslücken bestehen. Das BAKOM und der Netzbetreiber verhandeln zurzeit Lösungen, um das Problem rechtzeitig zu beheben. Schlechter Empfang rührt oft auch von schlechtem Empfangsequipment her.

«Tunnels im Lande längst nicht so gut erschlossen»
Eindeutige Falschaussage! Die Privatradios werden in den Tunnels nicht über UKW verbreitet (ausser im Gotthard oder Seelisberg). Die Tunnelversorgung wurde nur mit DAB+ und nur auf Nationalstrassen eingeführt. Die Tunnels der Kantonsstrassen sind nicht mit DAB+ ausgestattet. Es kann daher bei den Autofahrern der Eindruck entstehen, dass nicht alle Tunnels versorgt sind. Siehe auch unser Tunnelversorgungsverzeichnis HIER!

tunnel bruenig 2021-1     dab tunnelversorgung nationalstrassen schweiz 2021-05 kl

Symbolbild aus einem Tunnel der A8 in Obwalden. Foto: S. Grünig, Krattigen.

«Abschaltung begünstigt ausländische Sender»
Die Aussage entspricht nicht der Realität. Ausländische Radios haben im Tessin und in der Romandie sogar DAB+ Sendeplätze bei Schweizer DAB+ Netzbetreibern erworben, weil sie davon ausgehen, dass die Schweiz UKW abschalten wird. Die ausländische Konkurrenz setzt auch auf DAB+, weil die Schweizer Hörer offensichtlich digital konsumieren. 73 von 100 Minuten werden digital gehört. In fast allen Landesteilen sind sowohl über UKW als auch über DAB+ grössere Zahlen von ausländischen Programmen zu empfangen, besonders im Grenzgebiet zu Deutschland (bis tief hinein ins Mittelland).

«UKW-Abschaltung produziert Elektroschrott»
Stimmt nur teilweise. Nicht mehr verwendete UKW-Radios können professionell rezykliert werden. Elektroschrott ist zudem wertvoll, viele Komponenten sind wiederverwendbar. So findet man z.B. seltene Erden in Magneten der Autoradios. Es geht aber ohne Elektroschrott. Bestehende Autoradios können für wenig Geld aufgerüstet werden. Siehe auch unsere Seite Autoradios und Nachrüstempfänger.

«DAB+ braucht mehr Strom»
Kann wiederlegt werden. In einem kürzlich veröffentlichten Forschungsbericht hat die BBC den tatsächlichen Energiebedarf für die Ausstrahlung und den Empfang verschiedener Radio- und TV-Verbreitungswege untersucht. In der Studie wurde der Energieverbrauch der gesamten Funkkette auf allen analogen und digitalen Plattformen (Mittelwelle, UKW, DAB+, DVB-T und Streaming) verglichen. Von den dafür insgesamt anfallenden 325 GWh (entspricht ungefähr 0,1% des jährlichen Stromverbrauchs Grossbritanniens) liessen sich 100 GWh (31%) auf die Verbreitung mit UKW zurückführen. Es folgen Streaming (79 GWh; 24%), DAB+ (65 GWh; 20%), DVB-T (56 GWh; 17%) und mit 25 GWh; 8% die Mittelwelle.

Weil aber die Plattformen unterschiedlich stark genutzt werden, wurde für eine bessere Vergleichbarkeit auch der Stromverbrauch pro Gerätestunde seitens der Konsumenten ermittelt. Für den Energieaufwand von UKW und DAB+ Radio, deren Konsum nach Nutzerstunden um das elffache über Mittelwelle und DVB-T liegen, ergab sich so ein genaueres Bild. Danach erwies sich das digitale Fernsehen mit 81 Wattstunden pro Gerätestunde als die Plattform mit dem grössten Energiebedarf, gefolgt von Mittelwelle (29 Wattstunden/Gerätestunde), Streaming (23 Wattstunden/Gerätestunde) und UKW (13 Wattstunden/Gerätestunde). Den geringsten Energieverbrauch hatte DAB+, das mit 9 Wattstunden pro Gerätestunde am wenigsten Strom benötigt.

dab logo mehr radio deutschland farbig

«Ich bin gar nicht gegen DAB+»
Wirklich? Roger Schawinski ist nicht gegen DAB+, sondern gegen die DAB+ Radios. Er will die Technologieförderung nur für die UKW Radios. DAB+ Radios sollen nichts erhalten. Ein Widerspruch in sich.

«UKW Abschaltung war ein Hinterzimmer Deal»
Von «Hinterzimmer» kann keine Rede sein. Am 1. Dezember 2014 übergaben Vertreter der SRG und der Radioverbände VSP, UNIKOM und RRR Frau Bundesrätin Doris Leuthard einen Massnahmenplan zur Abschaltung von UKW. Ziel war, UKW bis spätestens 2024 einstellen. Ein Abschaltplan wurde mehrere Jahre zwischen der SRG und den Verbänden der Privatradios verhandelt und 2020 in einer Branchenvereinbarung erfasst. Die Radios haben dann eine Zustimmungserklärung zur Branchenvereinbarung unterschrieben. Die Zustimmung war freiwillig. Die UKW Radios wurden immer informiert, deshalb ist das kein plötzlicher Entscheid. Die Migration wird zudem seit Jahren im Fernsehen, im Radio und auf Plakaten kommuniziert.

«12% UKW Marktanteil stimmt nicht»
Die Radio-Branche will, entgegen der Behauptung Schawinskis, sicher kein Gefälligkeitsgutachten, um die UKW Abschaltung voranzutreiben. Im Gegenteil, sie will eine Studie, die verlässlich die Nutzung der einzelnen Vektoren (UKW, DAB+, IP) aufzeigt, um nicht Hörer zu verlieren.

«In Norwegen gab es nach der UKW-Abschaltung massive Einbrüche der Hörerzahlen»
Stimmt nur bedingt. Nachdem die Hörerzahlen in Norwegen zuerst einen Taucher machten, haben sie sich mittlerweile wieder erholt und sind heute teilweise sogar besser als zuvor.

Dieser Check zeigt also auf eindrückliche Weise, dass da nicht immer mit der ganzen Wahrheit argumentiert wird. Aus diesem Grunde sind die Aussagen der Gegner der UKW-Abschaltung stets mit der nötigen Vorsicht zu geniessen.

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16.06.21 - Neue Zusammensetzung des Verwaltungsrates der SwissMediaCast AG
Die SwissMediaCast (SMC) hat anlässlich der heutigen Generalversammlung bekanntgegeben, dass Dani Büchi nicht mehr zur Wiederwahl antritt. Als neuer Verwaltungsrat wird Pascal Frei, CEO der Energy Gruppe, gewählt. Der Verwaltungsrat bestimmt zudem Florian Wanner als neuen Verwaltungsratspräsidenten.

Nach 8 Jahren als Verwaltungsrat der SwissMediaCast, davon die Hälfte als Verwaltungsratspräsident, stellt sich Dani Büchi nicht mehr zur Wiederwahl. Unter seiner Führung wurden die Auslastung aller DAB+ Layer laufend verbessert. Er initiierte den Umbau des Aktionariats mit dem Ziel, die SwissMediaCast noch breiter in der Radioszene abzustützen. Dieses Vorhaben wurde Mitte 2019 erfolgreich abgeschlossen. Eine neue Konzession für das Tessin erlaubte im Jahr 2020 den Bau eines DAB+ Netzes in der italienischen Schweiz. Die Nachfrage nach Programmplätzen in dieser Region hat die Erwartungen deutlich übertroffen. Wir danken Dani Büchi für sein grosses Engagement in den vergangenen Jahren. DAB+ wird in den nächsten Jahren noch mehr an Bedeutung gewinnen.

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Der abtretende Dani Büchi. Foto: SwissMediaCast

Als neuen Verwaltungsrat begrüsst die SwissMediaCast der von der Generalversammlung einstimmig gewählte Pascal Frei, CEO der Energy Gruppe Schweiz. Mit seiner langjährigen Erfahrung in der Radiobranche wird er den Verwaltungsrat kompetent verstärken.

Als Verwatungsratpräsident wählt der Verwaltungsrat Florian Wanner, Leiter Radio bei CH Media AG. Florian Wanner (32) studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen. Anschliessend war er in verschiedenen Sales Positionen bei der Belcom AG (Radio 24 und TeleZüri) und beim Newsportal «watson» tätig. Anfang 2016 übernahm er die Geschäftsführung von Radio 24. Im Oktober 2017 übernahm er zusätzlich die Verantwortung von Radio Argovia und lancierte im Januar 2018 Virgin Radio Switzerland. Mit CH Media kamen Radio FM1, Radio Pilatus sowie Radio Melody in seinen Verantwortungsbereich. Im Jahr 2020 übernahm CH Media die Mehrheit von Radio 32 und im Jahr 2021 akquirierte sie Radio Bern1. Als Leiter Radio verantwortet Florian Wanner heute neun Radiosender sowie die konvergenten regionalen Newsportale FM1Today (Region Ostschweiz), PilatusToday (Region Zentralschweiz) und das kürzlich lancierte ArgoviaToday (Region Mittelland).

Seit Mai 2017 ist er Mitglied des Verwaltungsrates der AZ Medien AG sowie der SwissMediaCast AG. Zudem ist er im Vorstand des Verbandes Schweizer Privatradios (VSP).

Internet: http://www.swissmediacast.ch

08.06.21 - Energy Luzern geht im August 2021 auf Sendung
Energy Luzern ist nach Energy Zürich, Energy Bern und Energy Basel bereits die vierte Radiostation des international erfolgreichen Brands Energy (Ringier) in der Deutschschweiz. Damit verfolgt die Energy Gruppe in der Schweiz den kontinuierlichen Ausbau und die Weiterentwicklung des nationalen Energy-Netzwerkes und erschliesst eine wichtige Region – sowohl auf dem Hörer- als auch auf dem Werbemarkt. Der neue Sender wird über DAB+ in grossen Teilen der Deutschschweiz sowie via Energy App und Webseite weltweit empfangbar sein.

energy luzern werbung

«Unser Fokus liegt klar auf der Zentralschweiz und ganz besonders auf der Region Luzern. Wir stellen die Menschen in den Mittelpunkt und greifen Themen auf, welche die Region und die Hörer verbinden, bewegen, unterhalten und interessieren. Ganz getreu unserem neuen Claim VOLL BI DER!», erklärt Pascal Frei, CEO der Energy Gruppe. Das Programm soll mit authentischen Moderatoren, Unterhaltungserlebnissen und guter Musik begeistern und ein positives Lebensgefühl vermitteln. Im Zentrum steht dabei die tägliche Morgenshow «Energy Mein Morgen» mit bekannten Radioformaten wie «Bärchen & Hasi» oder «Voll Daneben».

Über welchen Kanal die DAB+ Ausstrahlung erfolgen wird, ist momentan noch nicht bekannt. Es könnte eventuell SwissMediaCast Kanal 7A (Nordschweiz) sein, auf welchem momentan noch ein freier Sendeplatz vorhanden ist. Kanal 7D (Deutschschweiz) ist aktuell voll belegt, was sich aber jederzeit ändern kann.

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02.06.21 - Kanal 11B aus Baden-Württemberg mit besserer Versorgung der Nordschweiz
Die neue Betreiberin des deutschen DAB-Kanals 11B, On Air Support GmbH, macht vorwärts, mit dem versprochenen Ausbau des Sendenetzes in Baden-Württemberg. Das hat auch erfreuliche Auswirkungen für die Schweiz. So gingen heute mit den Sendern Blauen (8'000 Watt, vertikal) und Donaueschingen (10'000 Watt, mixed) gleich zwei neue, leistungsstarke Standorte on Air, welche grosse Teile der Nordschweiz abdecken.

on air support logo

Danach fehlt dann nur noch der Standort Hochrhein, welcher für unser Land auch noch relevant ist. Auf Kanal 11B senden momentan 16 sehr unterschiedliche Programme, welche durchaus mehr Spannung in den Äther bringen. Dank den neuen Sendern kann das Angbeot teilweise bis zum Alpennordhang empfangen werden.

Internet: http://www.onair-support.de

21.05.21 - Neuer digris Lowpowersender für Brugg
Heute erfolgte am Standort Brugg-Bruggerberg (AG) die Sender- und Antennenmontage für den neuen digris Lowpowersender auf Kanal 5D (Aarau-Olten). Gesendet wird nur gerade mit einer Leistung von 5 Watt, vertikal. Damit werden Lücken im Aussenversorgungsgebiet gefüllt. Eine Innenversorgung ist damit leider vorderhand nicht möglich.

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Antennenmontage auf dem Bruggerberg. Foto: digris facebook.

Es ist geplant, nach einer allfälligen Entflechtung der Gleichkanalbelegungen die Leistung entsprechend hochzufahren.

Internet: http://www.digris.ch

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11.05.21 - Jetzt weist endlich auch der Tunnel Eich (A2) DAB-Empfang auf
Wie unsere Empfangsbeobachter mitteilen, ist nun einer der letzten, wichtigen Nationalstrassentunnels der Schweiz auch mit DAB+ ausgestattet. Es handelt sich um den Tunnel Eich an der A2, zwischen Sursee und Sempach. Folgende Ensembles werden ausgestrahlt: digris Kanal 5D (Zentralschweiz), SMC Kanal 7A (Nordschweiz), SMC Kanal 7D (Deutschschweiz), SRG Kanal 12C (Deutschschweiz).

Damit ist der Tunnelausbau mit DAB+ in der Schweiz beinahe abgeschlossen.

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03.05.21 - Stellungnahme des BAKOM zu den digris Gleichkanalbelegungen
Heute hat René Wehrlin, vom Bundesamt für Kommunikation (BAKOM), bezüglich den Gleichkanalbelegungen von digris Stellung genommen. Der Korrektheit halber publizieren wir nachfolgend auch diese Sichtweise:

“Das Anliegen der Digris AG ist dem BAKOM bekannt, und es sind intern diesbezüglich auch schon umfangreiche Abklärungen vorgenommen worden, wie die von Digris vorgebrachten Probleme behoben werden könnten. Ein Entscheid zugunsten oder gegen einen Frequenzwechsel ist noch nicht gefallen, da wir noch auf ergänzende und erläuternde Unterlagen der Digris AG warten, die wir am vergangenen Freitag erhalten haben.

Grundsätzlich ist es korrekt, dass der Schweiz pro Sprachregion sieben international koordinierte DAB-Frequenzbedeckungen zustehen, mit denen das BAKOM laut Gesetz sorgsam und effizient umzugehen hat. Zusammen bilden diese sogenannten Layer ein kompliziertes Geflecht, quasi ein Puzzlespiel, dessen Durchbrechung ernsthafte Auswirkungen auf die übrigen Bedeckungen hat. Konkret: Die einzelnen Digris-Inseln werden in der Deutschschweiz mit den Frequenzen des vierten Layers bedient, die zusammen ein koordiniertes Ensemble bilden. Wenn nun die Digris AG eine zusätzliche Frequenz für eine einzelne Insel wünscht, muss für dieses Gebiet eine Frequenz aus einem der verbleibenden drei Layer gewählt werden. Die Entnahme eines solchen Puzzleteils hat jedoch zur Folge, dass dieser Layer angeknabbert ist und somit künftig nicht mehr für eine z.B. sprachregionale Bedeckung eingesetzt werden kann. Statt drei könnten in der Deutschschweiz somit nur noch zwei Layer verwendet werden, von einem sorgsamen und effizienten Umgang kann deshalb nicht mehr gesprochen werden.

rene wehrlin

René Wehrlin, Abteilung Radio und Fernsehen, BAKOM.

Hinzu kommt: Nicht das BAKOM ist verantwortlich für die Netzplanung, sondern die Netzbetreiber. Es ist somit an ihnen, die laut Funkkonzession verfügbaren Frequenzen so einzusetzen, dass das von ihnen gewählte Konzept schlussendlich aufgeht. Das BAKOM gibt bei Funkkonzessionen lediglich die Rahmenbedingungen nach Massgabe einer effizienten und störungsfreien Frequenznutzung und der Medienpolitik vor und besorgt die Auslandkoordination. Diese Bedingungen sind und waren allen Netzbetreibern vorgängig bekannt.»

Konrad Vonlanthen, Leiter Frequenzzuteilung beim BAKOM, präzisiert zudem: «Für DAB stehen die DVB/TV Kanäle 5-12 zur Verfügung, also 8 Kanäle (174-230 MHz). Jeder DVB-Kanal ist für DAB in vier Subkanäle A, B, C, D unterteilt. Insgesamt umfasst das DAB-Spektrum also 8x4 = 32 Kanäle. Diese 32 Kanäle werden unter der Schweiz und ihren Nachbarländern aufgeteilt.

Bei DAB gibt es aufgrund der Grösse der Schweiz und den hohen Sendeleistungen ausser dem Wallis keine Region, die isoliert ist und in der alle Kanäle genutzt werden können. Bereits für 7 Frequenzen pro geographisches Gebiet waren an der Planungskonferenz Genf 2006 und den nachfolgenden Optimierungsverhandlungen aufgrund der gegenüber UKW deutlich höheren erforderlichen Versorgungsfeldstärke einige Kompromisse bezüglich Störfreiheit notwendig.

Dazu kommt, dass z.B. die Kanäle 5A und 5B gegenüber Deutschland nicht verwendet werden können, weil die hohe DAB Sendeleistungen den Sicherheitsfunk dort stören würden

Hier die gemäss dem Vertrag GE06 in der Schweiz verfügbaren Kanäle für drei Beispielregionen:

Zentral-CH

Zürich

Basel

5D

5D

-

7A

7A

7A

7B

7B

7B

7C

7C

7C

7D

7D

7D

9C

-

-

(9D) nur gemeinsam mit Zürich

9D

-

-

-

10A

-

-

11A nicht für Deutschsprachige MUX

12C

12C

12C



Wir, von DAB-Swiss, sind uns bewusst, dass die Angelegenheit sicher sehr komplex ist, aber wissen auch, dass momentan absolut kein Bedürfnis nach mehr DAB-Sendeplätzen besteht und man deshalb wohl noch einen freien Kanal für digris in der Zentralschweiz finden könnte. Wir denken, dass dies allen Beteiligten dienen würde und dass sich damit das BAKOM keine künftige Frequenzknappheit schafft. Es muss ja nicht Kanal 7B sein, welchen man “anknabbert”, aber es böte sich doch auch Kanal 7C an. Natürlich ist das in der Schweiz immer ein langer, diskussionsreicher Weg, auch das sind wir uns bewusst.

 

29.04.21 - Sinn oder Unsinn? Roger Schawinski will die UKW-Abschaltung anfechten

Eine Betrachtung von Stefan Grünig.

Und wieder einmal sorgt Radio 1-Betreiber und Radiopionier, Roger Schawinski, für Schlagzeilen: «Roger Schawinski fordert Medienministerin Simonetta Sommaruga, das BAKOM und die SRG mit der Online-Petition „Rettet UKW“ auf, die geplante Einstellung aller UKW-Sender der Schweiz rückgängig zu machen.», so titelt zumindest die Webseite von Radio 1. Dass Herr Schawinski schon immer gegen die Technologie DAB+ war, ist allgemein bekannt, doch nun stellt er sich sogar gegen die ganze, übrige Privatradiolandschaft, die SRG und den Bund. Ausführlich darüber berichtete in den letzten Tagen das Branchenportal persoenlich.com. Natürlich sind Roger Schawinskis Bedenken nicht nur als haltlos einzustufen, sondern haben auch wirklich Inhalte, welche zum Nachdenken animieren. Dafür ist der Radiopinier schlau genug! So kritisiert er beispielsweise den heutigen, lieblosen Radioeinheitsbrei durch ausschliesslich gewinnorientiertes Management, die schlechtere Audioqualität von DAB+ oder den langen Digitalisierungsleidensweg seit den 90er Jahren bis heute.

radio 1 rettet ukw kampagme 2021-1

Auf seiner Webseite wirbt Radio 1 prominent für die Petition gegen die Abschaltung von UKW. Bild: Screenshot.

Einige Dinge muss man Herrn Schawinski jedoch auch zu bedenken geben. Manchmal muss man einfach etwas Neues versuchen, gemeinsam an einem Karren ziehen und gewisse Risiken in Kauf nehmen. Das sollte gerade er, als ehemaliger Radio 24-Pirat nur allzu gut wissen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass DAB+, wie so viele neue Dinge, nicht nur Vorteile mit sich bringt, aber folgende Argumente sind unumstösslich: es braucht auch weiterein frei empfangbares, terrestrisches Radio (5G-Broadcasting oder Webradio sind immer providerabhängig und setzen ein Abonnement voraus. Zudem weht dem Ausbau der 5G-Technologie in der Schweiz ein eisiger Wind entgegen.). Das ist, bei aller Vielfalt, keine gute Grundlage. Die Programmvielfalt auf UKW war über Jahre hinweg sehr begrenzt. Mit DAB+ haben sich die teils engen Sendegebiete geöffnet und sind heute vielerorts über 100 Programme für jeden Geschmack zu empfangen. Auf DAB+ haben, dank dem Konzept von Netzbetreiber digris, auch kleinere Radiostationen die Chance, ihr Programm terrestrisch zu verbreiten. DAB+ ist bei Weitem nicht nur eine undurchdachte Spielerei von Swisscom- und SRG-Technikern, wie es Roger Schawinski behauptet. Der Point of no Return ist, wie wir schon oft beschrieben haben, bereits erreicht und es ist zu bedenken, dass man in einer Demokratie einfach auch einmal einen Mehrheitsentscheid akzeptieren muss. Wenn jeder gleich immer wieder alles in Frage stellt, kommt ein demokratisches Land schlichtweg nicht mehr vom Fleck. Zu dieser «Demokratieträgheit» gibt es viele, nicht sehr rühmliche Beispiele.

ukw oder dab mit kindern

Wenn nun also Herr Schawinski das Gefühl hat, wieder alles bereits erreichte in Frage stellen zu müssen, so kann er das zwar, aber er schafft sich dabei nicht gerade viel Freunde in der Branche. Noch einmal: er hat in vielen Punkten sicher recht, aber nun müssen wir für das frei empfangbare Radio einfach mal gemeinsam vorausschauen, anstatt immer an alten Zöpfen zu hängen. Es stimmt, dass die Hörerzahlen der Anbieter in Norwegen nach der Abschaltung von UKW einen Taucher gemacht haben, aber binnen zwei Jahren haben sich die Zahlen erholt und heute sind sie teilweise sogar noch besser als früher. Das ist eine Tatsache, welche gerne verschwiegen wird.

Klar wird durch die Programmvielfalt auch die Konkurrenz zwischen den einzelnen Anbietern grösser, aber vielleicht ist gerade dies für die Zukunft ein Ansporn, wieder besseres, leidenschaftlicheres Radio zu machen, als ewig die gleichen 50 Hits rauf und runter zu dudeln.

Ich denke, die Zukunft müsste eher dahin gehen, die Sendequalität der DAB-Programme mit einer Erhöhung der Bitraten zu verbessern, die ganzen Ensembles noch einmal neu zu überdenken und zu ordnen (warum braucht es beispielsweise die SRF 1 Regionaljournale in der Deutschschweiz flächendeckend?), die Gleichkanalbelegungen unbürokratisch zu lösen und die Sendeleistungen zu erhöhen, damit eine bessere Mauerdurchdringung möglich wird. Juristische Querelen dienen niemandem und verheizen eine Menge Geld, welches anderweitig besser eingesetzt werden könnte. Ich glaube kaum, dass der Bund nun seine ganze mit digimig verfolgte Strategie wieder neu aufrollt oder rückgängig macht. Und wer weiss: vielleicht dient ja die Schweiz mit ihrem Abschaltungsbeschluss auch mal wieder als Vorbild für andere Länder, welche die Entwicklung hierzulande mit Argusaugen betrachten. Wir sind international bekannt für Rekorde und mutige Schritte, also versuchen wir auch bei der Digitalisierung des freien, terrestrisch empfangbaren Radios unserer Vorbildrolle gerecht zu werden!

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21.04.21 - Die Gleichkanalbelegungen auf DAB+ Kanal 5D entscheiden über Sein oder nicht Sein!
Der Streit um die Gleichkanalbelegungen auf Kanal 5D spitzt sich zu und der Ton wird aggressiver. Seit über drei Jahren verhandelt Netzbetreiber digris mit dem Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) erfolglos über eine bessere Lösung mit einer Kanaltrennung, wie sie zwischen Bern-Freiburg (Kanal 10A) und Biel-Solothurn (Kanal 10D) bereits erfolgt ist. Doch offensichtlich lenkt die frequenzgebende Behörde nicht ein. Die DAB-Inseln Zentralschweiz, Aarau-Olten und Winterthur-Schaffhausen stören sich gegenseitig in nicht tolerierbarem Masse. Daraus resultiert eine mangelhafte Versorgung in den Agglomerationen. Konkret sind Luzern, Zug, Winterthur, Olten oder Schaffhausen betroffen und haben mit grösseren Empfangslücken zu kämpfen. Diese resultieren davon, weil digris die Antennenrichtungen und -diagramme anpassen muss, damit sich die drei Inseln gegenseitig nicht noch empfindlicher stören. Zudem müssen die Sendeleistungen tief gehalten werden, um weitere Probleme zu vermeiden. In Hinblick auf die Abschaltung von UKW im Jahr 2023 ist dies kein tolerierbarer Zustand und eine deutliche Benachteiligung des Netzbetreibers. Nun steigen auch einige betroffene Komplementärradios wie Kanal K, 3fach oder Stadtfilter auf die Barrikade und wollen eine Abschaltung ihrer UKW-Sender verhindern, falls sich die Situation nicht drastisch bessert.

empfangsualität digimig grafik 2021-1

Geforderte Versorgungsqualität von digimig. Grün und Gelb bedeuten möglichen Innenempfang. Rot und Blau stellen den Outdoorfempfang dar. Quelle: digris AG

Drei verschiedene Szenarien sind möglich:

Szenario 1
Die drei DAB-Inseln bleiben allesamt auf Kanal 5D, mit mangelhafter Indoor- und teilweise sogar schlechter Outdoorversorgung.

Damit blieben die Sendekosten für alle Beteiligten gleich hoch, aber heute mit UKW versorgte Städte wie Lenzburg, Wohlen, Brugg, Küssnacht oder Oberwinterthur, hätten weiterhin gar keinen DAB+ Empfang ihrer Komplementärradios. Zudem ist in dieser Situation die Indoor-Versorgung in Olten, Zug und Luzern ungenügend. In diesem Falle verlangen die Komplementärradios den Weiterbetrieb der bestehenden UKW-Sender und erkämpfen sich dies nötigenfalls auch auf dem Rechtsweg.

Abdeckungskarte vergrössern!     Abdeckungskarte vergrössern!

Die Grafiken (zum vergrössern) zeigen anhand der DAB-Insel Zentralschweiz die heutige mangelhafte Versorgung (Szenario 1) verglichen mit dem Vorschlag von digris (Szenario 3). Quelle: digris AG

Szenario 2
Die drei DAB-Inseln bleiben allesamt auf Kanal 5D. Es werden jedoch nach dem Willen des BAKOM mehr kleine Füllsender in Betrieb genommen und die Höhenstandorte abgeschaltet.

Das würde bei digris unvorhergesehene Mehrkosten von rund 1,3 Millionen Franken (inkl. Reserve) verursachen, welche auf die 80 über die digris DAB-Inseln sendenden Anbieter verteilt werden müssten. Will heissen: für jeden Anbieter mindestens Fr. 10'000.00 jährliche Mehrkosten für die DAB+ Übertragung. Das würde mit dem zusätzlichen Wegfall der Technologieförderungsgelder die Reihen der Meldepflichtigen Radios rigoros lichten und die Programmvielfalt in der Schweiz schmerzhaft reduzieren. Gemäss BAKOM müsste digris die folgenden Änderungen an den Sendenetzen vornehmen:

Zentralschweiz
Neubau: Littau, Ebikon-Rotsee, Küssnacht-Immensee, Luzern City-Nordost, Zug City Südost, Zug City Nordwest
Ersatz: Luzern City Süd
Rückbau: Stanserhorn

Aarau-Olten
Neubau: Lenzburg, Wohlen, Chestenberg, Brugg, Baden
Umbau: Aarau

Winterthur-Schaffhausen
Neubau: Oberwinterthur, Winterthur City

Diese Mehrkosten von 129% sind weder für digris noch für die Radioanbieter zu tragen. Im schlimmsten Fall würde dies das Ende des Geschäftsmodells von digris bedeuten. Ob der Gesetzgeber das mit seiner sturen Haltung wirklich anstrebt? Zudem ist die Frage offen, mit welchen Gesetzen und Reglementierungen das BAKOM eine solche praxisfremde Forderung an digris begründen und rechtlich absichern könnte.

Szenario 3
Die DAB-Insel Zentralschweiz erhält einen neuen Kanal zugewiesen.

Damit könnten nur wenige Senderneubauten vorgenommen werden und würde viel mit der Änderung der Antennendiagramme verbessert. Digris und die beteiligten Radiostationen würde diese Variante Mehrkosten von rund Fr. 180'000.00 verursachen, was pro Anbieter nur gerade Fr. 2'000.00 mehr pro Jahr ausmachen würde. Mit neuen Innovationen seitens des Netzbetreibers, wäre es eventuell sogar möglich, ganz auf eine Preiserhöhung zu verzichten. Folgende Änderungen am Sendenetz müsste digris in diesem Falle vornehmen:

Zentralschweiz
Neue Frequenz zuteilen!
Kriens: Sendeleistung verdoppeln.
Stanserhorn: Antenne nach Norden ausrichten (momentan nach Osten ausgerichtet).
Hünenberg: Antennen nach Littau ausrichten.

Aarau-Olten
Olten: Antennen gegen Süden und Osten öffnen.
Chestenberg: Neubau.
Brugg: Neubau (läuft momentan für Lowpower-Sender).

Winterthur-Schaffhausen
Erhöhung der Sendeleistung und Einbau neuer Filter.

Bei dieser dem BAKOM von digris vorgeschlagenen Lösung, müsste nur ein einziger Kanalwechsel vorgenommen werden. Es ist unerklärlich, warum sich die Behörden dermassen an die bestehenden DAB+ Kanäle klammern, wo doch der Schweiz gemäss internationaler Koordination sieben DAB+ Abdeckungen pro Sprachregion zustehen. Wie folgende Grafik zeigt, ist da noch viel Reserve vorhanden!

bakom bedeckungsplaung schweiz 2021-1

Sollte das Bundesamt für Kommunikation an seiner aktuellen Forderung nach mehr schwachen Sendeanlagen ohne Höhenstandorte und dreimal Kanal 5D festhalten, erwägt digris den Gang vor die Wettbewerbskommission (WEKO) und die Komplementärradios künden den Verbleib auf UKW an. Zudem werden jetzt die Kantone über die Problematik informiert, denn für digris, die Komplementärradios und die meldepflichtigen Anbieter geht es nun um alles. Weiterbestehen und Vielfalt auf DAB+ sichern oder die Segel streichen und den Äther dem Kommerz überlassen!

Wir bleiben dran und informieren, sobald sich in dieser Sache Neuigkeiten ergeben.

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10.04.21 - Radio Central und Gloria verlassen SMC Kanal 11C im Oberwallis
Im Oberwallis haben Radio Central und Radio Gloria SwissMediaCast (SMC) Kanal 11C verlassen und wurden nicht ersetzt. Radio Gloria seinerseits sendet auf digris Kanal 9D weiter.

Unser Empfangsmelder vor Ort, Julien Schroeter, bedauert, dass auf Kanal 11C drei praktisch identische Energy und drei religiöse Programme ausgestrahlt werden. Ein Mehrwert wären eigentlich Vintage und Rockit Radio, ebenfalls aus dem Hause Energy (Ringier).

09.04.21 - Die DABCOM (digris AG) kann in der Romandie definitiv starten
Wie das Branchenportal persoenlich.com heute aufgrund einer Pressemeldung der sda berichtet, kann Netzbetreiber digris die neue DAB+ Abdeckung von der DABCOM AG in der Westschweiz definitiv starten. Persönlich berichtet wie folgt: «Die zusätzliche DAB+-Funkkonzession für die Romandie geht an die DABCOM AG. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden und eine Beschwerde der Romandie Médias AG abgewiesen. Das Bundesverwaltungsgericht hält in einem am Freitag veröffentlichten Urteil fest, dass die Eidgenössische Kommunikationskommission Comcom bei der Vergabe der neuen Konzession die Kriterien bei allen Bewerberinnen korrekt bewertet habe.

abdeckungskarte dabcom 2019-1 kl

Die geplante Netzabdeckung von digris in der Westschweiz, zum vergrössern!

Die Angaben zu den relevanten Kriterien seien beim Ausschreibungsverfahren klar kommuniziert und die Bewerber darauf aufmerksam gemacht worden. Namentlich bei den Kriterien Medienvielfalt und Wirtschaftlichkeit hat die DABCOM gemäss Bundesverwaltungsgericht die beste Bewertung erhalten. Dieses Urteil ist abschliessend und kann nicht ans Bundesgericht weitergezogen werden.»

Gemäss der Homepage von digris ist für den Sendestart September 2021 vorgesehen, was wir jedoch als nicht realistisch beurteilen. Geplant ist DAB+ Kanal 10C, auf 18 teilweise bereits von digris verwendeten und einigen neuen Standorten, einzusetzen.

Internet: http://www.digris.ch

Zur Webseite von Sunradio

06.04.21 - Warum sendet eigentlich niemand auf DAB+ Kanal 13?
In Branchenkreisen dreht es sich in letzter Zeit immer wieder um die Frage, warum in der Schweiz eigentlich der DAB+ Kanal 13 nicht eingesetzt wird, wo es doch mit Gleichkanalbelegungen immer wieder zu ärgerlichen, gegenseitigen Auslöschungen kommt. Die Frage wurde uns nun durch Konrad Vonlanthen, Leiter Frequenzzuteilung beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) fachlich wie folgt beantwortet:

«Bereits in den früheren europäischen DAB Planungskonferenzen Wiesbaden 1995 und der Revision der Schlussakte in Constanza im Jahr 2007 wurde festgelegt, dass auch in der Schweiz über 230 MHz keine DAB-T Assingments erfolgen. An der regionalen Planungskonferenz für die Rundfunkbänder III, IV und V der ITU im Jahr 2006 wurden die Grundsätze für die digitale Nutzung der entsprechenden Frequenzbänder festgelegt und im sogenannten Vertrag «GE06» festgehalten. Dieser umfasst im Frequenzband III den Bereich 174MHz bis 230 MHz, also die Kanäle 5 bis 12 (für DAB jeweils in Subkanälen A bis D).

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Konrad Vonlanten, Leiter Frequenzzuteilung BAKOM. Foto: BAKOM.

Auf dem Vertrag GE06 aufbauende Zusatzvereinbarungen mit unseren Nachbarverwaltungen wurde ebenfalls für die Kanäle 5 bis 12 getroffen. Kanal 13 wird in der Schweiz für nicht zivile Anwendungen genutzt und steht demnach für Rundfunk auch langfristig nicht zur Verfügung.

Aus Gründen der Frequenzeffizienz und um die nötige Anzahl Frequenzbedeckungen pro Gebiet zu erreichen, ist die Planung und Nutzung von Gleich- und Nachbarkonstellationen zwingend. Die gewählten Wiederholungsabstände sind dabei so gewählt, dass die Versorgung in den jeweiligen Allotments und konzessionierten Gebieten plus einer gewissen Überreichweite grundsätzlich gewährleistet ist.»

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Symbolbild Scan Kanal 13 im DAB Player.

Somit ist definitiv klargestellt, dass Kanal 13 längerfristig weder in der Schweiz noch in der EU für DAB+ Ensembles verwendet werden kann. Schade eigentlich, obwohl angemerkt werden muss, dass mit einer umsichtigen technischen Planung der Frequenzen auch auf den bestehenden Kanälen 5 bis 12 sehr viele Programme untergebracht werden können, ohne gegenseitige Störungen.

30.03.21 - Klassik Radio neu auf SMC-Nordschweiz Kanal 7A
Bahnt sich da eine Osterüberraschung an? Wie uns die Empfangsbeobachter Marco Weis und Christian Schmidt unabhängig voneinander berichten, konnte heute Abend auf SwissMediaCast (SMC) Kanal 7A (Nordschweiz) erstmals die Ausstrahlung des Deutschen Klassik Radio beobachtet werden.

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Für diese Ausstrahlung, welche sicher auch Deutsche Grenzgänger erfreuen wird, haben wir uns schon seit vielen Jahren stark gemacht. Es handelt sich dabei noch nicht um eine für die Deutschschweiz flächendeckende Versorgung, aber immerhin um einen Anfang, nachdem ja SMC Kanal 7B (Deutschschweiz 2) nicht on Air gehen wird. Für diesen hatte sich Klassik Radio ursprünglich interessiert. Wir berichteten. Wünschenswert wäre natürlich jetzt noch die Aufschaltung auf SMC Kanal 8B (Bern-Freiburg-Solothurn), welcher jedoch momentan mit 18 Programmen voll ausgelastet ist. Vor einiger Zeit hat sich jedoch Radio Gloria für den Wechsel zu digris interessiert. Eine Chance für Klassik Radio, welches in der Nordschweiz bisher schon über Kanal 5C (1. Deutsches, bundesweites DAB-Ensemble «1. Bundesmux») empfangen werden konnte? Mit Klassik Radio senden auf Nordschweiz Kanal 7A aktuell 17 Programme.

Internet: http://www.swissmediacast.ch

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21.03.21 - DAB+ entwickelt sich rasant. Wo bleibt das Graubünden?
Es ist in den letzten Jahren erfreulich zu beobachten, wie sich das Digitalradio DAB+ in der Schweiz und im grenznahen Ausland entwickelt. Doch beim Blick auf die Versorgungskarte der Schweiz taucht unwillkürlich eine Frage auf: was ist im Kanton Graubünden los? Dieser flächenmässig grösste Schweizer Kanton, welcher jedoch in Sachen Bevölkerungsdichte nicht mit anderen zu vergleichen ist, scheint absolutes DAB+ Entwicklungsgebiet zu sein. Zwar sind in der Kantonshauptstadt Chur und im Rheintal vier Ensembles zu empfangen (SMC Kanal 7D Deutschschweiz, digris Kanal 8B Südostschweiz, SMC Kanal 9B Ostschweiz und SRG Kanal 12D Graubünden), aber in den anderen, teils touristisch sehr gut frequentierten Gebieten herrscht im Äther gähnende Leere. Da senden nur gerade SRG Kanal 12D und 12A. Letzterer für die italienischsprachigen Täler.

Abdeckungskarte vergrössern!

Versorgungskarte von SMC-Kanal 7D (Deutschschweiz) im Graubünden, zum Vergrössern.

Es ist ganz offensichtlich, dass sich bislang noch kein Netzbetreiber an dieses sendetechnisch sehr schwer versorgbare Gebiet gewagt hat, erfordern doch die vielen Bergtäler zahlreiche Sendeanlagen und versorgen damit ein Gebiet, welches wirtschaftlich nicht unbedingt attraktiv zu sein scheint. Ursprünglich hatte SwissMediaCast (SMC) einmal eine Konzession für einen Graubünden-Kanal erhalten, diese wohl nie genutzt. Seither hat sich niemand mehr an eine neue Planung in Angriff genommen und auch Netzbetreiber digris scheint im Graubünden keine weiteren Ausbaupläne mehr zu verfolgen. Gerade für touristische Gebiete wie Davos, Arosa, das Bergün und das ganze Engadin ist das sehr bitter. Hier ist eigentlich nur SRG-Kanal 12D zu empfangen.

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Zuoz im Engadin, versorgt ausschliesslich mit SRG-Kanal 12D. Foto: S. Grünig, Krattigen.

Trotzdem scheint es uns wichtig, dass die Versorgung des Kantons Graubünden mit DAB+ hier einmal thematisiert wird. Es kann nicht sein, dass im Jahr 2023, wenn UKW abgeschaltet wird, der Kanton Graubünden vom Rest der Schweiz radiomässig abgehängt wird. Es ist daher zu hoffen, dass die Zügel für den Bergkanton wieder in die Hand genommen werden. Durch wen und wie steht momentan leider noch in den Sternen. Nötigenfalls müsste das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) hier eine erneute Ausschreibung starten. Von Platzhirsch Radio Südostschweiz (früher Grischa) ist sicherlich keine Innovation in gewünschter Richtung zu erwarten, da man sich natürlich gerne ohne andere, private Konkurrenz wähnt.

19.03.21 - Digris gibt Ausbaupläne im Glarnerland und Verbesserungen in Zürich bekannt
Gemäss Mitteilung von Netzbetreiber digris, sind im laufenden Jahr doch einige Veränderungen und Ausbauschritte zu erwarten. Einerseits befinden sich vier neue DAB+ Sendestandorte für den Kanton Glarus in Evaluation. Dabei möchte man eine durchgängige Versorgung zwischen Chur und Linthal erreichen (Kanal 8B). Die nötigen Baugenehmigungsverfahren laufen noch und deshalb steht ein Inbetriebnahmetermin noch aus. Einige Standorte werden sicher im Jahr 2021 noch on Air gehen, andere aber auch erst 2022. Gemäss den Spekulationen im Schweizer Radioforum sind im Glarnerland folgende Standorte geplant:

- Weesen-Rüestel
- Mettmenalp ob Schwanden
- Braunwald (nicht Nussbüel, wohl Schwändibergstrasse)
- Matt-Weissenberge

Diese Angaben sind jedoch noch mit Vorsicht zu geniessen.

glarus wappen     zürich wappen     digris logo mi 2019-1

Was die Region Zürich anbelangt, so hat man bei digris auch hier einen konkreten Verbesserungsplan (Kanal 9D). Es wird ein neuer Standort in erhöhter Lage am Zürichsee in Betrieb genommen, dafür gehen zwei bisherige Sender vom Netz. Damit kann man die Abdeckung deutlich verbessern. Der Etzel befindet sich jedoch nicht in Planung. Diese Überlegungen werden in Kürze dem Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) vorgelegt.

In der kommenden Zeit wird digris an rund 10 Sendestandorten arbeiten, um seine Netzabdeckung zu verbessern und seine DAB+ Angebote zu konsolidieren. Mit dabei sein wird auch der topografisch hervorragend gelegene Sender auf dem Grenchenberg (Kanal 10D). Wir informieren an dieser Stelle, sobald sich alles konkretisiert.

Internet: http://www.digris.ch

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16.03.21 - Romandie Médias SA plant sieben neue Füllsender
Gemäss den aktuellen Anträgen bei der Deutschen Bundesnetzagentur (BNetzA), plant der Westschweizer Netzbetreiber Romandie Médias SA (RMS) die Inbetriebnahme von sieben neuen Füllsendern. Diese befinden sich vorwiegend an den heutigen, privat betriebenen UKW-Sendern.

Cormoret-Graffenried Dessous, 1'000 Watt, vertikal
Haute Sorne, 500 Watt, vertikal
Nyon-Levratte, 200 Watt, vertikal
Orvin-Rochelles, 100 Watt, vertikal
Praz-Champs Maitre, 1'000 Watt, vertikal
Renens-Lausanne, 500 Watt, vertikal
Saint Gringolph-Grand Devin, 1'600 Watt, vertikal

Wie RMS auf ihrer Webseite bekanntgibt, will man im Jahr 2021 eine ähnlich gute Abdeckung wie die SRG erreichen. Wann die neuen Sender datumsmässig on Air gehen, ist derzeit noch nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass der Netzbetreiber mit dem guten Ausbau seines DAB+ Angebotes der ausländischen Konkurrenz aus Frankreich Paroli bieten will.

Internet: https://romandiemedias.ch

16.03.21 - Wie weiter nach dem Aus für die zweite DAB+ Abdeckung in der Deutschschweiz?

Eine Betrachtung von Stefan Grünig.

Nach dem Rückzug von SwissMediaCast (SMC) vom 2. Deutschschweiz-Ensemble auf Kanal 7B, bleiben doch einige Fragen offen. Was geschieht nun mit dieser Konzession? Gibt es eine erneute Ausschreibung durch das BAKOM? Besteht wirklich kein Interesse an dieser zusätzlichen Kapazität? Fakt ist, dass der Markt in der Schweiz mit Programmangeboten ziemlich gesättigt ist und die kommerziellen Privatradios peinlichst darauf achten, dass ihnen aus dem Ausland keine Konkurrenz erwächst.

Karte vergrössern!     dab kampagne mehr sender 2021-1

So hätte die Abdeckung des SMC-Kanal 7B bei Inbetriebnahme ausgesehen. Karte zum Vergrössern.

Tatsächlich sind die Marktkapazitäten in der Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern wie Deutschland oder Frankreich durchaus begrenzt. Der Werbemarkt ist weitgehend ausgetrocknet und wer sich nicht einer grossen Vermarktungsfirma anvertraut, hat es schwer, überhaupt einen Franken an Werbegeldern in die Kasse zu bekommen. Das ist natürlich kein besonderer Ansporn für Startups oder bestehende Internetprogramme, welche im grösseren Rahmen als auf den digris DAB-Inseln on Air gehen möchten. Eine Deutschschweizweite DAB+ Ausstrahlung kann jährlich schnell mehr als Fr. 200'000.00 kosten. Solche Aufwände kann sich praktisch nur noch ein grösseres Verlagshaus leisten, welches die Gelder quersubventionieren kann. Mit privaten Geldgebern ist dies schlichtweg nicht zu stemmen. Die Hörerzahlen im Radiobereich bleiben weitgehend stabil und es ist nicht mit grossen Verschiebungen zu rechnen. Auch deshalb will eine neue, flächendeckende DAB-Verbreitung gut überlegt sein.

Kommt dazu, dass die Preise für gute Sendestandorte bei Swisscom Broadcast in naher Zukunft sicher nicht sinken werden, hat doch der grösste Schweizer Telekomanbieter in den letzten Jahren einige Einbussen bei den Mieteinnahmen zu verzeichnen, mit dem Wegfall des terrestrischen Fernsehens, DVB-T. Ab 2023 werden auch die Einnahmen für die UKW-Sender wegfallen, sodass viele teure Sendetürme nur noch gerade mit DAB+ und anderen behördlichen oder privaten Funkdiensten Einnahmen generieren werden. Man stelle sich wartungsintensive Bauwerke wie den Uetliberg, St. Chrischona, den Säntis, den Chasseral oder den Bantiger vor und welche Kosten diese generieren. Irgendwo muss ja bei Swisscom Broadcast auch dieses Geld wieder refinanziert werden.

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Der exponierte Sendeturm auf dem Säntis in der Ostschweiz. Foto: S. Grünig, Krattigen.

Ob Netzbetreiber digris Interesse an der 2. Abdeckung in der Deutschschweiz hat, ist mehr als fraglich. Dieses Unternehmen hat ja noch ein DAB+ Ensemble in der Westschweiz in Betrieb zu nehmen, die Versorgung des Kantons Tessin fertigzustellen und die Kantone Schwyz, Uri und Glarus neu zu versorgen. Dass man sich da noch auf die Äste hinauslassen will, ist eher unwahrscheinlich. Das Problem wäre dasselbe wie bei SMC: welche Anbieter interessieren sich wirklich seriös für diese zusätzliche Sendekapazität? Viel wahrscheinlicher ist es, dass digris sein Netz mit guten Sendestandorten verdichtet und weitere Kanalentflechtungen vornimmt. Mit einer massvollen Sendeleistungserhöhung könnte plötzlich eine flächendeckende Versorgung zwischen den Ballungsräumen realistisch werden. Der digris-Zug fährt wohl eher in dieser Richtung.

Wunschdenken ist es wohl, dass die SRG sich mehr Übertragungskapazität sichern würde, um bei ihren Programmen künftig die Bitraten zu erhöhen und damit in eine bessere Audioqualität zu erreichen.

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Was die ausländischen Radioanbieter anbelangt, ist eher nicht mit einem Engagement in der Schweiz zu rechnen. Die Radios aus Deutschland versorgen mit ihren grenznahen Sendern sowieso schon grosse Teile der Deutschschweiz und können die hohen Kosten der Schweiz nur schwer stemmen. Zudem ist der Schweizer Markt wohl auch für sie zu klein um gewinnbringend bewirtschaftet zu werden. Viele Radios aus Deutschland und Frankreich müssen nun zuerst einmal zusehen, dass sie mit den eigenen, teils mageren Rundfunkbeiträgen überhaupt die heimischen Gefilde sauber abdecken können.

Kurz und bündig: in den nächsten Jahren wird sich, nicht zuletzt mit dem Wegfall der Technologiefördergelder, auf dem Schweizer Markt nicht mehr viel bewegen. Wie’s dann nach der Abschaltung von UKW Anfang 2023 weitergeht, ist eine andere Geschichte.

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15.03.21 - Definitiv kein 2. DAB+ Ensemble von SMC in der Deutschschweiz und Ausbau im Tessin
Gemäss den neusten Informationen, welche wir heute von SwissMediaCast (SMC) Geschäftsführer, Bernhard Schmid, erhalten haben, hat der Netzbetreiber seine Konzession für die 2. DAB+ Abdeckung in der Deutschschweiz per Ende 2020 an das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) zurückgegeben. Somit wird Kanal 7B also definitiv nicht starten. Grund dafür ist gemäss Schmid die Tatsache, dass es zu wenig seriöse Interessenten für dieses Ensemble gab und es schlussendlich allen Beteiligten recht war, dass die hierfür zugewiesenen Technologiefördergelder wieder für anderes frei wurden. Schade, aber hat sich eigentlich schon seit einiger Zeit abgezeichnet. Somit wird auch das Deutsche Klassik Radio in der Schweiz nicht terrestrisch on Air gehen.

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Der Sender Avegno-Cardada von Swisscom Broadcast. Foto: S. Grünig, Krattigen.

Erfreulich ist für SMC hingegen die Ausgangslage im Tessin. Dort musste man, damit die Gelder des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) nicht verfallen, unbedingt rasch starten und hatte ursprünglich nur einen einzigen, konkreten Interessenten. Mittlerweile ist das Ensemble auf Kanal 8C jedoch gut mit Deutschschweizer Programmen belegt und müsste gemäss der Konzession nur noch eine zusätzliche Sendeanlage in Betrieb genommen werden. Gemäss Bernhard Schmid wird wohl am Standort Avegno-Cardada noch ein neuer Sender gebaut, um das Maggiatal und die Gambarogno besser zu versorgen. Danach wird das Tessin-Ensemble von SMC eine sehr attraktive Abdeckung aufweisen, selbst weit über die Landesgrenze hinaus.

Internet: http://www.swissmediacast.ch

10.03.21 - Neuer DAB+ Sender für SwissMediaCast Kanal 7A
Am Montag, 8. März 2021 hat Netzbetreiber SwissMediaCast (SMC) den neuen Füllsender Wildberg-Tösstal für DAB+ Kanal 7A (Nordschweiz) in Betrieb genommen, und zwar mit einer Sendeleistung von 170 Watt, vertikal. Damit verbessert sich der Empfang im Gebiet Turbenthal, Wildberg, Zell und Wila, wie im Schweizer Radioforum gemeldet wird.

Internet: http://www.swissmediacast.ch

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10.03.21 - Ab sofort ist SRF 2 Kultur auch im Tessin via DAB+ zu hören
Die SRG teilt mit, dass ebenfalls seit Montag, 8. März 2021 das deutschsprachige Radioprogramm SRF 2 Kultur via DAB+ auch in der italienischsprachigen Schweiz empfangbar ist. Gesendet wird auf Kanal 12A (Südschweiz).

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Im Gegenzug wurde im Tessin das private Radio Südostschweiz (RSO) auf Kanal 12A abgeschaltet und sendet neu auf SwissMediaCast (SMC) Kanal 8C.

Internet: http://www.broadcast.ch

25.02.21 - Das Digitalradio DAB+ wird in der Schweiz immer beliebter
Der Trend zu Digitalradio setzt sich weiter fort: Drei Viertel der Radionutzung erfolgt digital. DAB+ ist der am meisten genutzte Radio-Empfangsweg in allen Landesteilen. Nur noch jede achte Person gibt an, ausschliesslich UKW-Radio einzuschalten.

Radiohörerinnen und -Hörer empfingen im Herbst 2020 von 100 Radiominuten pro Tag durchschnittlich 73 Minuten auf digitalem Weg. Die digitale Radionutzung ist somit in den letzten fünf Jahren um 24 Prozentpunkte gestiegen. Dies hat die Arbeitsgruppe Digitale Migration («AG DigiMig») im Rahmen des SRG-Jahresmeetings der GfK 2021 am 25. Februar 2021 bekannt gegeben. DAB+ ist mit 41 Prozent in allen Landesteilen und Altersgruppen der meistgenutzte Empfangsweg. Die Nutzung über die anderen beiden digitalen Empfangswege Internet-Radio und Digital-TV bleibt derweil praktisch konstant und hat sich bei 32 Prozent eingependelt. Gleichzeitig ist die UKW-Nutzung in den letzten fünf Jahren um 24 Prozentpunkte auf 27 Prozent gesunken. Gar nur noch 12 von 100 Personen gaben an, ihre Radioprogramme ausschliesslich über UKW zu empfangen.

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2020 gelangten knapp 600’000 DAB+-Radios (inkl. Autoradios) in den Markt. Gemäss den halbjährlich durchgeführten Erhebungen des Marktforschungsintituts GfK bei den Elektronikfachgeschäften sind somit seit 2000 insgesamt 5.4 Millionen DAB+-Geräte verkauft worden. Das entspricht einer Abdeckung von rund eineinhalb Geräten pro Haushalt.

Auch die DAB+-Ausrüstung auf der Strasse zeigt einen deutlichen Aufwärtstrend: 99 Prozent aller Neuwagen sind heute standardmässig mit einem DAB+-Radio ausgerüstet. Trotz des pandemiebedingten Einbruchs bei den Autoverkäufen erhöhte sich 2020 der Bestand an DAB+-tauglichen Personenwagen um 275’000 auf knapp 2 Mio. Fahrzeuge. Positiv entwickelte sich auch die Nutzung von DAB+ im Auto: In 42 Prozent aller Fahrzeuge konnte Ende 2020 DAB+ empfangen werden; gleichwohl ist die Nutzung via DAB+ mit 47 Prozent höher als mit UKW (45%), und insgesamt beträgt die digitale Nutzung (inkl. Internet) sogar 55 Prozent.

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Der Kommentar:
Manchmal tun wir Menschen uns sehr schwer damit, Gewohntes und Bewährtes loszulassen, doch nicht immer ist das Neue schlechter. UKW hat während vielen Jahrzehnten seinen treuen Dienst erwiesen, doch das Band wurde immer mehr überfüllt, sodass die Vielfalt und die Empfangsqualität verloren gingen. Nun, nach vielen Jahren des zähen und teils schleppenden Aufbaus, scheint es das Digitalradio DAB+ mit seiner grossen Vielfalt an Angeboten endlich geschafft zu haben. DAB+ ist bei der Hörerschaft definitiv angekommen und erfreut sich stets wachsender Beliebtheit. So darf man getrost auf die UKW-Abschaltung im Jahr 2023 blicken, auch wenn es sicher noch Versorgungslücken zu stopfen gibt. Ebenfalls sind noch einige Sendeleistungserhöhungen vorzunehmen, besonders bei den Netzanbietern SwissMediaCast (SMC) und digris, damit ein problemloser Empfang auch hinter dicken Wänden gewährleistet ist. Ein grosses Thema, welches uns in den nächsten Jahren beschäftigen wird, ist die Übertragungsqualität auf DAB+. Für empfindliche Ohren ist das momentan nach wie vor eher ein Rückschritt. Hier müssten für die Zeit nach UKW eindeutig die Bitraten nach oben angepasst werden, vielleicht sogar mit den freiwerdenden Geldern der wegfallenden UKW-Sender. Das Digitalradio sollte seinem Namen des lupenreinen, gehaltvollen Klangs unbedingt gerechter werden. Wir werden sehen…

Stefan Grünig, Betreiber DAB-Swiss

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23.02.21 - Tunnelversorgung mit digris DAB-Inseln noch unvollständig
Erst kürzlich haben wir an dieser Stelle über den beinahe Vollausbau von DAB+ in den Schweizer Nationalstrassentunnels berichtet. Das ist an und für sich sehr erfreulich und dennoch sind gerade bei den DAB-Inseln von Netzbetreiber digris noch Unzulänglichkeiten festzustellen. So wie wir informiert sind, liegt die Zuständigkeit dafür beim Bundesamt für Strassen (ASTRA) und nicht beim Netzbetreiber. Es wäre durchaus wünschenswert, wenn diese Lücken in nächster Zeit noch geschlossen würden. Folgende Mängel haben wir zusammen mit unseren Empfangsbeobachtern festgestellt:

Kanton Aargau
Die drei Tunnels an der A3, Bözberg, Habsburg und Schinznacherfeld haben keinen Kanal 9D (Zürich). Der Sender Baden ist jedoch in Sichtweite.
Kanton Baselland
Der Tunnel Arisdorf an der A2 hat keinen Kanal 10A (Basel). Der Sender St. Chrischona ist in Sichtweite.
Der Tunnel Schänzli an der A2 (A18) hat keinen Kanal 10A (Basel). Der Sender St. Chrischona ist in Sichtweite.
Der Tunnel Reinach an der A18 hat keinen Kanal 10A (Basel). Der Sender St. Chrischona ist in Sichtweite.
Kanton Bern
Die beiden neuen Tunnels an der A5, Büttenberg und Längholz haben keinen Kanal 10D (Biel-Solothurn). Beim Tunnel Pieterlen an der A5 herrscht ebenfalls Funkstille. Der Sender Port ist in Sichtweite. Im Tunnel Simmeflue, an der A6, läuft kein Kanal 6A (Berner Oberland), obwohl der Empfang bis weit ins Simmental reicht.
Kanton Nidwalden
Der wichtige und lange Tunnel Seelisberg an der A2 bietet keinen Kanal 5D (Zentralschweiz). Der Sender Kriens ist in Sichtweite.
Kanton St. Gallen
Die drei Tunnels an der A1, Rosenberg, St. Fiden und Stephanshorn haben keinen Kanal 9D (St. Gallen). Die Sender Gossau und Eggersriet sind in Sichtweite.
Kanton Solothurn
Die vier Tunnels an der A5, Birchi, Grenchner Witi, Lüsslingen, Spitalhof weisen allesamt keinen Kanal 10D (Biel-Solothurn) auf. Der Sender Solothurn ist in Sichtweite.
Kanton Wallis
Die A9-Tunnels Turtmann und Sierre weisen keinen Kanal 9D (Oberwallis) auf, obwohl diese ganz klar im Sendegebiet liegen. Auch die A6-Autoverladzufahrt, der Tunnel Hohtenn-Mittal weist keinen 9D-Empfang auf.

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Nationalstrassentunnel der A9 im Wallis. Foto: ASTRA. DAB-Swiss Tunnelversorgungskarte der Schweiz.

Unser Empfangsbeobachter, Markus Möckli dazu: «Der Tunnel Ligerz am Bielersee ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie sich die effektive Empfangslage in einer Region abbilden lässt! Ihre Hausaufgaben gut gemacht haben beispielsweise die Kantone Basel-Stadt, Schaffhausen und Zürich.» Bei weiteren digris DAB-Inseln wären sicherlich auch noch Optimierungen angebracht.

12.02.21 - GDS.FM sendet neu auf zwei zusätzlichen DAB-Inseln
GDS.FM (Radio gegen den Strom), ist ab sofort auf zwei weiteren DAB-Inseln von Netzbetreiber digris zu hören. Einerseits in Aarau-Olten (Kanal 5D) und Winterthur-Schaffhausen (Kanal 5D).

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Das Programm will alternativen, einheimischen Künstlern eine Plattform bieten und sendet vorallem Musik aus dem Genere "Electric" mit Live-Mixes von DJ's.

Internet: http://www.gds.fm

Zur Webseite von Sunradio

03.02.21 - Auch Radio Südostschweiz sendet jetzt im Tessin auf DAB+
Auf SwissMediaCast (SMC) Tessin-Kanal 8C wurde jetzt auch noch Radio Südostschweiz aufgeschaltet, mit 64 kbit/s Übertragungsrate, wie alle anderen Programme. Somit senden jetzt 16 Programme aus der Deutschschweiz in diesem neuen DAB-Ensemble.

radio südostschweiz logo

Internet: http://www.swissmediacast.ch

01.02.21 - Neuer Rocksender für das Tessin auf DAB+
Heute wurde auf digris Kanal 10C im Tessin (Sopra- und Sottoceneri) das Dance-Programm Maxxima von Stan Roehrich durch TiRock ersetzt. Dabei handelt es sich offensichtlich um ein weiteres Angebot, welches sich ausgiebig der Musiksparte Rock widmet. Nähere Angaben zum Betreiber, zur Programmgestaltung und zur Organisation liegen uns leider nicht vor.

tirock banner

Internet: http://www.tirock.ch

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20.01.21 - Radio Top und Top Two neu auch im Tessin on Air
Aus Italien meldet man uns, dass im Tessin auf SMC Kanal 8C nun auch Radio Top und Top Two zu empfangen sind. Auch da will man das Feld nicht kampflos der Konkurrenz überlassen. Aktuell sind damit 15 Programme auf Kanal 8C bis weit hinein nach Italien (Poebene) zu empfangen.

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So langsam mausert sich das Tessin-Ensemble zu einem Abbild von SMC Deutschschweizkanal 7D.

Internet: http://www.swissmediacast.ch

20.01.21 - DAB+ Vollausbau in den Nationalstrassentunnels beinahe abgeschlossen
Mittlerweile ist der DAB+ Tunnelausbau in der Schweiz durch das Bundesamt für Strassen (ASTRA) tatsächlich beinahe abgeschlossen. Von 222 Nationalstrassentunnels, welche länger als 300 Meter sind, verfügen nun 210 über ein DAB+ Signal. Einige Tunnels befinden sich noch in Bau. In Zusammenarbeit mit unserem Empfangsbeobachter, Markus Moeckli, haben wir unsere Zusammenstellung aktualisiert und auf den neusten Stand gebracht. In der Liste sind auch die einzelnen, in den Tunnels ausgestrahlten DAB+ Ensembles ersichtlich. Das laufend aktualisierte PDF-Dokument befindet sich HIER.

Karte vergrössern!     logo bundesamt für strassen 2021-1

Die aktuelle Übersichtskarte der mit DAB+ versorgten Strassentunnels ergibt für unser bergiges Land ein imposantes Bild. Karte zum Vergrössern!

Markus Moeckli zu zwei weiteren Tunnels: «Von den wichtigen Tunnels ist "Eich" an der A2 noch ohne DAB. Die Einspeisung wird aber nach Beendigung der Sanierungsarbeiten in diesem Jahr erfolgen. Die beiden "Taubenloch-Tunnels" (ebenfalls Sanierung) an der A16 waren im September 2020 noch nicht startklar.»

Noch nicht durchwegs befriedigend ist die Versorgung der Tunnels mit den DAB-Inseln von Netzbetreiber digris. An den Randgebieten finden sich da leider noch grössere Lücken. Beispielsweise im Tunnel Simmeflue (A6), welcher eigentlich unbedingt mit Kanal 6A (Berner Oberland) versorgt sein sollte. Hier werden aber sicher zeitnah noch Verbesserungen kommen.

Somit ist ein weiterer Meilenstein der DAB+ Vollversorgung in der Schweiz getan! Noch offen bleibt weiterhin die Frage, ob die empfangbaren DAB+ Ensembles entlang der Autobahnen künftig sinnvollerweise nicht auch ausgeschildert werden, so wie es bei UKW üblich war.

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10.01.21 - IP Music und Maxxima ergänzen die digris DAB-Inseln
Netzbetreiber Digris AG, hat seine DAB-Inseln heute mit Lückenfüllern ergänzt, welche meistens nur dort senden, wo es genügend Platz hat. Es handelt sich dabei um IP Music, welches neu auf folgenden 10 Inseln aufgeschaltet wurde:


Aarau-Olten (Kanal 5D), Basel (Kanal 10A), Bern-Freiburg (Kanal 10A), Berner Oberland (Kanal 6A), Biel-Solothurn (Kanal 10D), Oberwallis (Kanal 9D), St. Gallen (Kanal 9D), Südostschweiz (Kanal 8B), Winterthur-Schaffhausen (Kanal 5D) und Zentralschweiz (Kanal 5D).

Ebenfalls wurde das Programm Maxxima von digris Mitarbeiter Stan Roehrich noch auf folgenden drei Inseln aufgeschaltet:

Bern-Freiburg (Kanal 10A), Winterthur-Schaffhausen (Kanal 5D) und Zentralschweiz (Kanal 5D).

maxxima logo 2021     ip music logo 2021

Damit sind die DAB-Ensembles von digris nun wieder ziemlich gut gefüllt, zumal es sich bei den beiden Angeboten um einen echten, musikalischen Mehrwert handelt.

05.01.21 - my105 jetzt auch auf vier zusätzlichen DAB-Inseln
Einen erfreulichen Zuwachs hat es auf den digris DAB-Inseln gestern gegeben: das Programm my105 wurde auf fünf zusätzliche Ensembles aufgeschaltet und zwar im Berner Oberland (Kanal 6A), Oberwallis (Kanal 9D), Sopra- und Sottoceneri (Kanal 10C) und Südostschweiz (Kanal 8B).

my105 werbung 2021-1

Damit ist my105, das Dance- und Partyradio von Giuseppe Scaglione nun in der Deutschschweiz und dem Tessin auf allen DAB-Inseln von digris zu empfangen. Eine positive Meldung, nach dem grossen Aderlass von digris Ende 2020.

Internet: http://my105.ch

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01.01.21 - Grosse Programmrochaden und weniger Programme bei digris
Was wir schon seit längerem befürchtet haben, ist zum Jahreswechsel leider eingetroffen. Zahlreiche Radioprogramme haben die digris DAB-Inseln verlassen und nur wenige Neuzugänge sind zu verzeichnen. Es ist anzunehmen, dass dies einen Zusammenhang mit der COVID-19 Krise und der Rückstufung der Technologieförderungsgelder (Bundessubventionen) zu tun hat. Man kann durchaus von einer Konsolidierung sprechen, denn viele Programme konzentrieren sich nun auf ihr Kernversorgungsgebiet und decken nicht mehr weite Teile der Schweiz ab. Folgende Änderungen sind festzustellen:

Neue Programme/Sendeplätze (7 Sendeplätze)
Basel (Kanal 10A)
Radio Tell
Genève (Kanal 10D)
Radio Vaanam, UCB Geneva
Neuchâtel-Yvedon (Kanal 10A)
FonikRadio
Sopraceneri (Kanal 10C)
Radio Studio Star
Sottoceneri (Kanal 10C)
Radio Studio Star
Unterwallis (Kanal 10D)
Radio Tell
Winterhur-Schaffhausen (Kanal 5D)
Sout al Khaalej

digris logo mi 2019-1

Eingestellte Programme/Sendeplätze (31 Sendeplätze)
Aarau-Olten (Kanal 5D)
Radio Rabe, Rundfunk Positiv
Basel (Kanal 10A)
Radio Rabe
Bern-Freiburg (Kanal 10A)
Radio2you, Radio X
Berner Oberland (Kanal 6A)
Radio2you, 3fach, Kanal K, Rundfunk Positiv
Biel-Solothurn (Kanal 10D)
3fach, Kanal K
Genève (Kanal 10D)
GlobalSport
Lausanne (Kanal 8C)
GlobalSport
Neuchâtel-Yverdon (Kanal 10A)
GlobalSport, magic Radio
Sopraceneri (Kanal 10C)
Radio Central, Radio R
Sottoceneri (Kanal 10C)
Radio R
Südostschweiz (Kanal 8B)
3fach, Rundfunk Positiv
Unterwallis (Kanal 10D)
GlobalSport, magic Radio
Winterhur-Schaffhausen (Kanal 5D)
3fach, Country Radio Switzerland, Kanal K, Radio Munot, Radio X
Zentralschweiz (Kanal 5D)
Radio X, Stadtfilter
Zürich (Kanal 9D)
Country Radio Switzerland

Daraus zeigt sich, dass besonders die DAB-Inseln Berner Oberland und Winterthur-Schaffhausen bluten. Im Berner Oberland sind neu nur noch 7 Programme zu hören, in Winterthur-Schaffhausen nur noch 11. Ebenfalls traurig sieht es in der Südostschweiz mit nur noch 5 Programmen, im Oberwallis und in St. Gallen mit nur je 9 Programmen aus. Sender wie GlobalSport oder Radio2you sind ab sofort gar nicht mehr über DAB+ zu empfangen. Letzteres war auch nur ein lieblos zusammengestelltes Nonstopmusikprogramm aus dem Hause Radio BeO. Country Radio Switzerland hat seinen Abgang ja schon vor einem Jahr lautstark angekündigt. Die Alternativsender Radio Rabe, Radio X, 3fach und Kanal K ziehen sich auf ihre Stammgebiete zurück. World Radio Switzerland (WRS) hat aus finanziellen Gründen die Deutschschweiz schon seit einigen Monaten abgeschaltet. Hier darf man aber vielleicht mit einer Neuaufschaltung rechnen, zumal der englischsprachige Anbieter jetzt bereits im Unterwallis wieder on Air ist.

Es ist nicht ganz sicher, ob alle Anbieter die digris DAB-Inseln freiwillig verlassen haben oder ob es dabei auch um unbezahlte Rechnungen geht.

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Zu den bisher noch unbekannten Neuzugängen: FonikRadio, nennt sich das neue Nordwaadtländer Radio mit einem bunten Musikallerlei, lokalen Aktualitäten und vielen einheimischen Interpreten. Radio Vaanaam ist ein Programmangebot für Tamilen in der Agglomeration Genf. UCB Geneva (United Christian Broadcasters) ist ein internationaler Anbieter und somit weiterer christlich geprägter Sender für dasselbe Empfangsgebiet. Radio Tell nimmt seinerseits wieder zwei DAB-Inseln ins Versorgungsgebiet auf: Basel und das Unterwallis und im Tessin ist Radio Studio Star aus Verbania jetzt auch wieder über DAB+ zu hören, nachdem dieses für einige Monate off Air war.

Der Kommentar:
Als Grund für die vielen Wechsel kann nicht die Empfangsqualität der digris DAB-Inseln ins Feld geführt werden, sondern vielmehr die finanziellen Engpässe, welche durch die Pandemie entstanden sind und die wegfallenden Subventionsgelder des Bundes. Bei 80% Technologieförderung sagte sich noch dieser oder jener Anbieter, dass er lieber für wenige Jahre auf einigen DAB-Inseln mehr sendet, um die Bekanntheit zu erhöhen, da ja effektiv nur noch 20% Sendekosten entstanden sind. Deshalb diese jetzige Konsolidierung. Natürlich gib es bei digris noch Empfangslücken und lästige Gleichkanalbelegungen, aber der Netzbetreiber arbeitet mit Hochdruck an der Schliessung der Lücken und der Entflechtung der Frequenzen. Doch zaubern kann man auch hier nicht. Zudem waren die digris DAB-Inseln immer für kleinere Gebiete gedacht und nicht für eine flächendeckende Versorgung. Es ist jedoch zu hoffen, dass sich solche Fluktuationen künftig nicht wiederholen und es auf den DAB-Inseln nun wieder etwas ruhiger wird. Innovative Neuzugänge sind natürlich immer willkommen, zumal der Bund ja nun die Technologieförderung für das Jahr 2021 auf minimal 50% festgelegt hat. Die Zeiten mit der grössten Vielfalt auf DAB+ sind in der Schweiz aber vorerst leider einmal passé. Der Zenit ist überschritten!

Stefan Grünig, Betreiber DAB-Swiss

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Sender Höfen-Beisseren. DAB-Antennen oben. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender St. Chrischona bei Basel im Frühling. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Boltigen-Jaunpass. DAB-Antennen oben. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Arbaz Ayent Pas Maimbre im Wallis. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Monte San Salvatore im Tessin. (Foto:Stefan Grünig)

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Sender Wildhaus-Säntis im Winter bei Nacht. (Foto:Stefan Grünig)

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